„Hat als Mensch in Giesing tiefe Spuren hinterlassen“

Große Trauer um 1860-Meister-Kapitän: Peter Grosser (†82) ist tot

Trauer
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Trauer (Symbolbild)

Peter Grosser ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Grosser wurde 1966 mit dem TSV 1860 München Deutscher Meister. Nach seiner aktiven Spielerkarriere war er mehr als zehn Jahre Trainer bei der SpVgg Unterhaching und Vize-Präsident bei der Spielvereingung.

Update, 14.30 Uhr - Nachruf des TSV 1860 München

„Geboren in München, wechselte er 1963 von der Säbener Straße zu den Löwen. Dort wurde der Edeltechniker zum Regisseur und Ideengeber, hatte großen Anteil an den Erfolgen der Ära unter Trainer Max Merkel. Als Kapitän nahm er 1966 die Meisterschale entgegen. Mit 18 Toren hatte der Mittelfeldspieler nicht unerheblichen Anteil am Titelgewinn. Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab er zusammen mit Franz Beckenbauer beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel 1965 gegen Schweden, wobei er das Siegtor von Uwe Seeler vorbereitete. Dennoch wurde er für die WM 1966 in England nicht nominiert.

Nach der Saison 1968/1969 verließ Grosser die Löwen, wechselte zu Austria Salzburg. Für die Österreicher absolvierte er bis zu seinem Karriereende 1975 164 Erstligaspiele und erzielte 32 Tore.

Später war Grosser Trainer bei der SpVgg Unterhaching und Türk Gücü München, während der Bundesliga-Zeiten auch Vizepräsident der Hachinger.

Das Spiel seines Lebens absolvierte Grosser am vorletzten Spieltag der Meistersaison gegen Dortmund, dem hartnäckigsten Konkurrenten um den Titel. Der BVB hatte gerade mit einem 2:1 über den FC Liverpool das Finale im Europacup der Pokalsieger gewonnen. Mit jeweils 47 Punkten lagen beide Teams gleichauf. Die Dortmunder legten los wie die Feuerwehr. Petar Radenkovic befand sich in Hochform, hielt alles, was auf seinen Kasten kam. Etwa nach einer halben Stunde ging den Schwarz-Gelben etwas die Puste aus. Grosser übernahm im Mittelfeld das Kommando, initiierte Angriff um Angriff. In der 65. Minute fiel die Führung. Hans Rebele hatte den Ball erkämpft, passte auf Grosser, der Rudi Brunnenmeier mit einem herrlichen Diagonalpass auf die Reise schickte. Der Löwen-Torjäger blieb cool, überwand den herausstürzenden Hans Tilkowski im BVB-Tor. Zwei Minuten vor dem Abpfiff sorgte Grosser für die Entscheidung. Nach einem Dribbling schloss er zum 2:0-Endstand ab. Diesen Treffer bezeichnete er als schönsten seiner Karriere.

Privat hatte Grosser zwei schwere Schicksalsschläge zu verkraften. 2008 starb sein Sohn Thomas mit 42 Jahren völlig überraschend beim Training mit der Senioren-B-Mannschaft der SpVgg Unterhaching. Der dreifache Familienvater war im Mittelkreis der Unterhachinger Sporthalle zusammengebrochen. Sein anderer Sohn Peter kam bereits 1979 als Beifahrer nach einem Verkehrsunfall in Fürstenried mit gerade mal 19 Jahren ums Leben. „Normalerweise sterben die Eltern vor den Kindern. Nach wie vor beschäftigt mich das Thema, warum du so gestraft wirst. Aber ich komme zu keinem Schluss“, hatte Grosser mal in einem Interview gesagt.

Die gesamte Löwen-Familie ist in tiefer Trauer. Peter Grosser hat nicht nur Titel mit dem TSV 1860 München gewonnen, sondern auch als Mensch in Giesing tiefe Spuren hinterlassen. Ruhe in Frieden!“

Pressemeldung TSV 1860 München

Erstmeldung

München - Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) trauert um ein bekanntes und prägendes Gesicht des Münchner Fußballs: Peter Grosser, deutscher Meister mit dem TSV 1860 München, ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

„Peter Grosser war ein echtes Münchner Kind“

„Peter Grosser war ein echtes Münchner Kind, der den Fußball in der Stadt als Spieler, aber auch als Trainer geprägt und zu Erfolgen verholfen hat - und der auch nach seiner aktiven Karriere aus Überzeugung Verantwortung übernommen hat. Wir verlieren mit ihm einen großen Sportsmann und aufrichtigen Menschen. Wir sind in diesen schweren Stunden bei all denen, die mit diesem Verlust umgehen müssen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch.

Grosser spielte in der Jugend beim FC Neuhofen und dem MTV München, ehe er zum FC Bayern München kam. Der ehemalige Junioren- und Amateur-Nationalspieler bestritt auch zwei A-Länderspiele für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Von 1963 bis 1969 trug er das Trikot des TSV 1860 München und gewann 1966 mit den Löwen nicht nur die Deutsche Meisterschaft, sondern erreichte im Jahr zuvor unter Trainer Max Merkel auch das Europapokal-Finale der Pokalsieger gegen Westham United im Londoner Wembley Stadion.

Grosser war Trainer und Vize-Präsident in Haching und Trainer bei Türk Gücü München

Der Mittelfeldspieler verließ den TSV 1860 im Jahre 1969 und schloss sich dem SV Austria Salzburg an, wo er seine aktive Karriere 1975 beendete. Der Münchner kehrte anschließend zweimal auf die Trainer-Bank bei der SpVgg Unterhaching (1977-1987 und 1993) zurück und schaffte mit den Vorstädtern den Sprung in die seinerzeit drittklassige Bayernliga. Außerdem arbeitete Grosser als Trainer für Türk Gücü München und war Jugend-Coach beim TSV Forstenried. Von 1990 bis 2011 war Grosser auch Vize-Präsident bei der SpVgg Unterhaching.

Pressemitteilung Bayerischer Fußball-Verband

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