FC Stein forderte den Abbruch der Saison 2019/20

„Wir nehmen diese Petition ernst" - 9.000 Unterschriften an BFV übergeben

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Stein - Knapp 9.000 Menschen haben die Petition des FC Stein unterschrieben, in der der Saison-Abbruch gefordert wurde. Initiator Dirk Schaefer übergab die Unterschriften dem BFV-Präsidenten Dr. Rainer Koch. Dieser zeigte Verständnis, richtete aber auch deutliche Worte an den FC Stein.

Der gesamte Amateurfußball in Bayern, von der Regionalliga bis zur C-Klasse, wird bis Ende August ruhen. Anschießend soll die Saison 2019/20 zu Ende gespielt werden. Mit dieser Entscheidung geht der Bayerische Fußball-Verband zusammen mit Thüringen seinen eigenen Weg.

Knapp 9.000 Menschen unterschrieben die Petition des FC Stein

Der FC Stein, Kreisligist aus dem Bezirk Nürnberg/Frankenhöhe, hatte eine Petition unter dem Namen "Abbruch der Saison Aktuelle Entscheidungen des BFV: Regionalliga Bayernligen Landesligen Jugendbereich 2019/20 in den bayerischen Amateurfußball-Ligen" gestartet. 

"Das war keine Abstimmung, was der BFV unter den Vereinen gemacht hat", sagte FC Stein Abteilungsleiter und Initiator der Petition Dirk Schaefer. "Fragen wurden nicht zugelassen, andere Optionen wurden nicht aufgezeigt und die Antworten wurde quasi vorgegeben." Knapp 9.000 Menschen haben bis Ende Juni die Petition unterschrieben.

BFV-Präsident Koch: "Natürlich nehmen wir diese Petition ernst"

Am Samstag, den 4. Juli, hatte Schaefer in der Sendung "Franken Fernsehen" die Unterschriften dem BFV-Präsidenten Rainer Koch übergeben. „Natürlich nehmen wir diese Petition ernst, weil wir die Meinung dieser knapp 9.000 Menschen respektieren, die sich hier eingetragen haben und von denen viele aus Bayern kommen und auch bei uns Fußball spielen. Aber wir alle müssen bedenken, dass nicht ganz 9.000 Menschen bei 1,6 Millionen Mitgliedern nicht die Mehrheit sind. Und wir müssen in dieser schwierigen Phase Entscheidungen für die Masse der bayerischen Amateurklubs treffen“, sagte Rainer Koch in der TV-Runde.

Koch zeigte Verständnis für die Lage des FC Stein

Der FC Stein war dafür, dass die Saison entgegen der Beschlusslage doch abgebrochen und mittels einer Quotienten-Regelung (nur Aufsteiger, keine Absteiger) gewertet werden sollte. Der BFV-Präsident machte in der Sendung auch auf die Ausgangslage des Kreisligisten aufmerksam. "Dass gerade der FC Stein mit der Saisonfortsetzung nicht wirklich gut leben kann, ist nachvollziehbar. Und zwar gleich aus dreierlei Gründen: Der Klub steht mit seinen Herren-Teams in der Kreisliga und der A-Klasse auf einem Relegationsplatz, muss also bei einer Fortsetzung der Saison um den Klassenerhalt bangen. Logisch, dass man das aus Steiner Perspektive nicht möchte und das Thema mit einem Abbruch gelöst wäre. Zweitens kann sich der Verein aktuell nicht zu den festgeschriebenen Ausbildungsentschädigungen mit Spielern versorgen, sondern ist bei den Wechseln auf die Zustimmung des abgebenden Vereins abhängig. Das ist ein Instrument zum klaren Schutz der Vereine, wir können es nicht zulassen, dass sich Vereine, die keinen Unterbau in den älteren Jahrgängen haben, einfach woanders bedienen", so Koch. 

Koch: "Betrifft nicht die Masse unserer bayerischen Klubs"

Und auch die Wetterbedingungen seien in Franken anders, als im restlichen Bayern. Koch: "Und drittens tut er sich leicht, weil es in Stein eben möglich ist, bis weit in den November und auch Dezember zu spielen und im neuen Jahr wieder früh zu starten. Hier gibt es also mehr Termine, allerdings sieht es im Bayerischen Wald, dem Fichtelgebirge und am Alpenkamm ganz anders aus. Da trifft es den FC Stein in drei Punkten, die aus Sicht von Herrn Schäfer auch allesamt nachvollziehbar sind. Es handelt sich hierbei aber um Punkte, die nicht die Masse unserer bayerischen Klubs trifft. Ganz im Gegenteil."

Schaefer: "Wir sind in einen Dialog gekommen"

Für den Abteilungsleiter des FC Stein war die Petition dennoch ein Erfolg. "Mir war klar", sagte Schaefer, "dass wir mit dieser Petition den Beschluss nicht ändern, aber wir sind so in einen Dialog gekommen. Das war uns wichtig. Und allen ist klar, dass heute keiner sagen kann, welcher Weg der richtige sein wird. Das lässt sich abschließend erst dann sagen, wenn wir diese Krise überwunden haben. Und das ist ein Ziel, das wir alle haben."

ma



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