Nach Serge Gnabrys positivem Corona-Test

Garchings Sportlicher Leiter: „Sind wir Menschen zweiter Klasse?“

Ein Fußballspieler am Ball - Symbolbild
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Ein Fußballspieler am Ball - Symbolbild

Garching - VfR Garchings Sportlicher Leiter Ludwig Tifellner prangert das unterschiedliche Vorgehen der Gesundheitsämter am Beispiel des FC Bayern und des an Corona positiv getesteten Serge Gnabry an. Denn der Rekordmeister musste nicht in Quarantäne und durfte am Mittwoch in der Champions League spielen.

Am Mittwoch gewann der FC Bayern München in der Champions League souverän mit 4:0 gegen Atletico Madrid. Eigentlich ein ganz normaler Abend zurzeit, wäre da nicht das positive Testergebnis von Serge Gnabry. Der 25-Jährige trainierte noch am Dienstag mit der Mannschaf, doch seine Mitspieler mussten zum Erstaunen vieler nicht in Quarantäne. Das sorgt vor allem bei Ludwig Trifellner, Sportlicher Leiter des Regionalligisten VfR Garching, für Empörung. Denn sein Team musste zuletzt für zwei Wochen in Quarantäne.

„Hier wurde eindeutig mit zweierlei Maß gemessen“

„Das ganze Prozedere hat das Gesundheitsamt München, welches auch für den VfR Garching zuständig ist, abgesegnet. Jetzt frage ich mich natürlich: Warum mussten unsere Spieler 14 Tage in Quarantäne, die des FC Bayern aber nicht“, so Trifellner gegenüber Fupa.net. „Unsere Spieler hatten vier Tage vor dem positiven Ergebnis zum letzten Mal Kontakt zum betroffen Akteur. Auch unsere Jungs wurden daraufhin alle getestet, alle Ergebnisse waren negativ. Trotzdem hat das Gesundheitsamt München gesagt: Alle müssen 14 Tage in Quarantäne. Klar, wir sind nur der VfR Garching, aber sind wir Menschen zweiter Klasse? Hier wurde eindeutig mit zweierlei Maß gemessen. Und an dieser Stelle platzt mir dann der Kragen, wir werden komplett für blöd verkauft. Unsere Jungs mussten teilweise um ihre Jobs bangen, da stehen Existenzen dahinter.“

„Was soll ich zu den Jungs jetzt sagen, die sich penibel an alles halten?“

Zwar macht Garchings Sportlicher Leiter dem Rekordmeister keinen Vorwurf, prangert aber die unterschiedlichen Ausglegungen des Gesundheitsamtes München an. „Was soll ich zu den Jungs jetzt sagen, die sich penibel an alles halten? Die kommen und sagen: Trifellner, was erzählst du uns für einen Schmarrn? Ich kann`s ihnen nicht verdenken. Die sehen natürlich auch, dass das Gesundheitsamt München mal so und mal so entscheidet“, sagt Trifellner.

Immer wieder kommt es zu unterschiedlichen Vorgehen bei den verschiedenen Gesundheitsämtern. So musste der TSV Emmering nach einem positiv getesteten Spieler für 14 Tage in Quarantäne, bei einem Spiel zwischen Grünthal und Babensham musste keiner in Isolation. Das sorgt bei vielen Vereinen und Personen für Unsicherheiten.

ma

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