Im Saarland

Nach mehreren tätlichen Angriffen: Schiedsrichter streiken ein komplettes Wochenende

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Saarbrücken - Nachdem im Saarland in kurzer Zeit mehrere Schiedsrichter Opfer von tätlichen Angriffen wurden, hat der Verbandsschiedsrichterausschuss des Saarländischen Fußballverbandes zu drastischen Maßnahmen gegriffen:

Erst am 24. August kam es in Merzig-Brotdorf nach einem C-Juniorenspiel zwischen JFG Saarschleife 2 und SG Honzrath-Haustadt 1 zu einem Angriff auf einen Schiedsrichter. Wie die saarländische Zeitung berichtet, wurde der 37-jährige Unparteiische der Partie von einem Spielervater krankenhausreif geschlagen. Weil dies in der jüngsten Vergangenheit nicht der erste Vorfall dieser Art war, drohten der Ausschuss mit einem Streik, welcher nun beschlossen wurde:

Zahlreiche Spiele müssen verlegt werden

"Liebe Sportkameradinnen und Sportkameraden, ausgelöst durch einen tätlichen Angriff auf einen unserer Schiedsrichter vor zwei Wochen und vermehrten Gewaltübergriffen auf Schiedsrichter in den letzten Monaten, hat der Verbandsschiedsrichterausschuss einen Schiedsrichterstreik für den 13.-15. September beschlossen", teilt der VSA in einem offenen Brief an alle Vereine des Saarlandes mit. Betroffen sind ausschließlich alle Spiele von den Junioren bis hin zur Saarlandliga (das Pendant zur Bayernliga). Zu keinem dieser Spiele wird im genannten Zeitraum ein Schiedsrichter eingeteilt, die Partien müssen allesamt verschoben werden.

Verband bietet Hilfe an

"Dieser Streik und die damit verbundenen Spielverlegungen sollen zum Nachdenken anregen und sensibilisieren wie wir alle, Schiedsrichter, Spieler, Fans, Trainer und Betreuer, in Zukunft miteinander umgehen wollen. Fair Play sollte nicht nur bei den Spielern sondern für alle Beteiligten auf unseren Sportplätzen gelten und gleichzeitig oberstes Gut im Fußball sein und bleiben", erklären die Verantwortlichen weiter.

Gleichzeitig bietet der VSA den Vereinen allerdings an, sich am runden Tisch zusammen zu setzen und über mögliche Lösungen zu diskutieren. Außerdem werden in der nächsten Zeit zahlreiche Gesprächsrunden zum Thema "Gewaltprävention" stattfinden.

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dg

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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