Österreichische Amateurclubs kämpfen ums Überleben

Austria Salzburg mit virtuellen Heimspiel - SAK löst alle Verträge auf

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Salzburg/Zell am See - Der Österreichische Fußball-Verband hat die Saison im Amateurfußball abgebrochen. Zahlreiche Vereine kämpfen aktuell ums Überleben. So auch die Austria Salzburg, der SAK 1914 und der FC Zell am See.

Aufgrund der Corona-Pandemie ruht auch in Österreich der Spielbetrieb. Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) will die 1. und 2. Bundesliga sowie das ÖFB-Pokalfinale weiter fortsetzten. Alle anderen Wettbewerbe wird der Verband aufgrund der Corona-Krise vorzeitig abbrechen und die Ergebnisse der aktuelle Saison werden anulliert, wodurch es keinen Auf- und Absteiger geben wird. Zahlreiche Vereine kämpfen aufgrund der Corona-Krise derzeit ums Überleben.


Austria Salzburg verkaufte bereits 13.211 virtuelle Tickets

Durch den Ausfall der Spielzeit entsteht für zahlreiche Vereine ein großer wirtschaftlicher Schaden, so auch beim Traditionsverein Austria Salzburg. Deshalb organisiert der Club, der in der Regionalliga Salzburg spielt, ein virtuelles Heimspiel im altehrwürdigen Stadion Lehen gegen die Wals-Grünau. "Die Austria verfolgt mit den virtuellen Heimspielen das Ziel, den finanziellen Schaden, der durch den Ausfall des Spielbetriebs entsteht, möglichst gut abzufedern", teilt der Verein auf seine Homepage mit. "Die eigentlich glückliche Lage, als Verein über sehr hohe Zuschauereinnahmen zu verfügen, sorgt dafür, dass die Austria in besonderer Weise von der derzeitigen Situation betroffen ist." Die Austria hat bereits zwei solcher virtuellen Spiele organisiert, bei denen die Ergebnisse mehr als erwartet ausfielen. Bis zum 25. April haben die Fans noch die Möglichkeit ein Ticket für einen Euro zu erwerben. Aktuell sind 13.211 Karten verkauft worden. „Mit diesem enormen Zuspruch haben wir nicht gerechnet. Die Austria-Familie zeigt wieder einmal was diesen Verein so besonders macht“, sagt Austria-Obmann Claus Salzmann. 


SAK-Obmann: "Uns tut es für die Kicker sehr leid"

Auch der der Fußballverein SAK 1914 tritt die Corona-Krise hart. Der Club hat alle Verträge mit Spielern und Trainer aufgelöst, um den Verein vor eine Insolvenz zu bewahren, wie salzburg24.de am Montag berichtete. "Da wir keine Einnahmen haben, sahen wir uns zu diesem harten Schritt gezwungen", sagt  SAK-Obmann Josef Penco. "Uns tut es für die Kicker sehr leid, aber uns blieb nichts anderes übrig. Ich verstehe, wenn einige Spieler jetzt verärgert sind." Laut Penco habe der Club bereits einen Verlust in Höhe von 100.000 Euro zu beklagen.

FC Zell am See mit freiwilligen Abstieg?

Auch der  FC Zell am See spürt die ausbleibenden Einnahmen und das Abspringen von Sponsoren. "Wir stehen alle gemeinsam vor großen Herausforderungen und einige Veränderungen werden uns allen wohl ins Haus stehen", teilt der Verein mit. Derzeit wird darüber spekuliert, ob der Club freiwillig aus der Salzburger Liga ins Unterhaus absteigt, wie fanreport.com berichtet.

"Wir waren sehr zuversichtlich, dass hier einige neue Sponsoren-Gelder geflossen wären, um für das Spieljahr 2020/2021 einen ordentlichen konkurrenzfähigen Meisterschaftsbetrieb der Kampfmannschaft in der Salzburger Liga organisieren zu können", so der Verein weiter. "Jetzt hat uns alle zusätzlich zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation leider die derzeitige Corona-Krise mit voller Wucht getroffen."

ma



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