Harte Strafen für SV Prutting und Türk Spor Rosenheim

Skandalspiel von Prutting: Sperren von teilweise 16 Monaten!

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Wilde und äußerst brutale Szenen gab es nach Abbruch des Spiels zwischen dem SV Prutting und Türk Spor Rosenheim zu sehen!
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Rosenheim - Das Kreissportgericht Inn/Salzach des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat im Verfahren um das Skandalspiel zwischen dem SV Prutting und Türk Spor Rosenheim erste Urteile gefällt und auch eine Spielwertung vorgenommen.

Das Spiel war am 15. Oktober beim Stand von 2:2 abgebrochen worden, weil Türk Spor Rosenheim nach fünf roten und zwei gelb-roten Karten nicht mehr die erforderliche Mindestanzahl von sieben Spielern auf dem Platz hatte (DFB-Fußballregeln, Regel 3).

Danach brachen die Tumulte aus - und die wüste Massenschlägerei begann. Wir haben HIER ausführlich darüber berichtet!

Lange Sperren und Geldbußen gegen Mitglieder beider Vereine

Insgesamt sprach das Kreis-Sportgericht in elf Einzelverfahren Urteile mit zum Teil langen Sperren und Geldstrafen aus. Gegen Mitglieder beider Vereine.

Beide Vereine haben bis dato umfassend zur Aufklärung beigetragen. Das Verfahren wurde zudem von BFV-Verbandsanwalt Fritz Reisinger begleitet, der den Verfahren nach Eröffnung beigetreten ist.

Die Partie wird gemäß § 29 der Spielordnung mit 2:0 für Prutting gewertet, da Türk Spor Rosenheim die Unterschreitung der Mindest-Spieleranzahl durch seine Platzverweise zu verantworten hatte.

Sperren von drei Spielen bis zu 16 Monaten!

Gegen sieben Spieler von Türk Spor Rosenheim, die während der Partie des Feldes verweisen worden waren und teilweise auch an den Ausschreitungen nach dem Spielabbruch beteiligt waren, wurden wegen rohem Spiel, Schiedsrichterbeleidigung, unsportlichem Verhalten und/oder Tätlichkeiten Sperren in Höhe von drei Spielen bis hin zu einer Dauer von 16 Monaten verhängt (§ 66 – 68 RVO), teilweise mit Bußgeldern in Höhe von 100 Euro.

Ein weiterer Spieler von Türk Spor Rosenheim, der erst nach dem Abbruch auffällig wurde, wird für sechs Monate gesperrt (§ 67 RVO).

Geldbußen gegen Pruttinger - Ex-Funktionär Mitauslöser

Der SV Prutting wurde wegen Verstoßes gegen die Platzdisziplin durch seine Zuschauer und eines mangelhaften Ordnungsdienstes mit einer Vereinsstrafe in Höhe von 500 Euro belegt (§ 73 RVO).

Darüber hinaus erhielt ein ehemaliger Funktionär des SV Prutting, der nach Auswertung aller Beweismittel vom Sportgericht als Mitauslöser der Tumulte gesehen wird, eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro (§ 47, 48 RVO). Bei den Urteilen ist das Rechtsmittel der Berufung zulässig.

Zuschauergewalt: Neue Verfahren eröffnet

Zwei weitere Verfahren gegen mittlerweile identifizierte und an den Tumulten beteiligte Zuschauer, einer davon Vereinsmitglied, wurden aufgrund entsprechender Anhaltspunkte im Laufe der Verhandlungen eröffnet.

Gegen einen als Zuschauer anwesenden Spieler von Türk Spor Rosenheim, der im Laufe der mündlichen Verhandlung als Täter während der Vorfälle nach Spielschluss identifiziert werden konnte, wird ein separates Sportgerichtsverfahren wegen Tätlichkeit eingeleitet (§ 67, 69 RVO) - ebenso gegen den Verein Türk Spor Rosenheim wegen Verletzung der Platzdisziplin durch einen Anhänger des Vereins (§ 73 RVO).

Der Sachverhalt, wie ihn das Sportgericht rekonstruiert hat:

Die Partie zwischen dem SV Prutting und Türk Spor Rosenheim war am 15. Oktober beim Stand von 2:2 abgebrochen worden, nachdem nach fünf roten Karten und zwei gelb-roten Karten gegen Spieler von Türk Spor Rosenheim die Mindest-Spieleranzahl unterschritten war.

Nach dem Pruttinger Ausgleich zum 2:2 hatten Rosenheimer Spieler vehement gegen die Anerkennung des Treffers protestiert und den Schiedsrichter beleidigt. Dieser zeigte daraufhin drei Spielern Rot, einem weiteren Gelb-Rot. Nachdem zwei weitere Rosenheimer nach den Platzverweisen versucht hatten, den Unparteiischen körperlich zu bedrängen, sahen auch sie wegen unsportlichen Verhaltens die rote Karte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste aus Rosenheim nach einer gelb-roten Karte bereits in Unterzahl.

Nach Abbruch der Partie kam es zunächst zu verbalen Beschimpfungen seitens der Pruttinger Zuschauer. Nach einem Faustschlag gegen den Rosenheimer Spielertrainer gerieten in der Folge Spieler aus Rosenheim und Zuschauer aus Prutting aneinander. Spieler aus Prutting waren nach Auffassung des Sportgerichts nicht an den Tumulten nach dem Spielabbruch beteiligt. Das bestätigten während der mündlichen Verhandlung auch die Verantwortlichen von Türk Spor Rosenheim.

Konfliktmanagement und Verbandsaufsicht

Unabhängig von der umgehend eingeleiteten umfassenden sportgerichtlichen Aufarbeitung wurde vom Bayerischen Fußball-Verband auch sofort das BFV-Konfliktmanagement eingeschaltet. Das bayernweite Netzwerk aus geschulten Konfliktmanagern tritt als neutraler Vermittler auf und ergreift in Zusammenarbeit mit den Konfliktbeteiligten Maßnahmen, um künftige Vorfälle zu vermeiden.

Zudem wurden die folgenden Spiele von Türk Spor Rosenheim unter Verbandsaufsicht gestellt, um den Verein zu schützen und möglichen Vorverurteilungen entgegenzuwirken. Bis dato verliefen alle weiteren Partien des SV Prutting und von Türk Spor Rosenheim reibungslos. Über weitere mögliche Maßnahmen wird aktuell beraten.

cs/Pressemitteilung BFV

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