„Ein fairer Wettbewerb zunehmend gefährdet“

Erste Verbände ziehen die Reißleine: In Bremen und im Saarland rollt kein Ball

Fußball liegt in einem leeren Stadion auf dem Rasen.
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Fußball (Symbolbild)

Bremen/Saarbrücken - Die Corona-Zahlen steigen deutschlandweit. Am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut 11.287 neue Fälle binnen 24 Stunden - absoluter Rekord in Deutschland seit Ausbruch der Pandemie. In Bremen und im Saarland wird deshalb der Spielbetrieb im Amateurfußball für zwei Wochen ausgesetzt.

Die ersten Fußballverbände in Deutschland ziehen die Reißleine. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen hat sowohl der Bremer als auch der Saarländische Fußball-Verband den Spielbetrieb ausgesetzt und bis Ende Oktober werden keine Spiele stattfinden.

„Ein fairer Wettbewerb zunehmend gefährdet“

Wie der Bremer Verband auf seiner Homepage mitteilt, haben sich der Verband und die Vereinsvertreter in einer Videokonferenz auf die Aussetzung des Spielbetriebs verständigt. Diese Maßnahme gilt auf Verbandsebene und im Stadtgebiet Bremen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Das soll in der kommenden Woche in einer erneuten Videokonferenz mit allen Klubs abgestimmt werden. Weil der Kreis Bremerhaven kein Risikogebiet ist, wird der dortige Kreisvorstand die weiteren Entscheidungen treffen.

„Speziell die umfangreichen Quarantänemaßnahmen bereiten den Vereinen zunehmend Schwierigkeiten, leistungsfähige Mannschaften auf die Spielfelder zu schicken. Dadurch ist ein fairer Wettbewerb zunehmend gefährdet. Für die betroffenen Spieler oder Spielerinnen kann die Quarantäne darüber hinaus auch zu Problemen im beruflichen Umfeld führen“, teilt der Verband mit.

„Werden Anfang November die Situation neu beurteilen und dann erneut entscheiden“

Wie der Saarländische Fußballverband auf seiner Homepage bekannt gibt, werden die kommenden beiden Spieltag bis zum 31. Oktober verschoben. „Nach einem engen Austausch mit unseren Vereinen wird in den nächsten beiden Wochen kein Amateurfußball im Saarland gespielt werden. Der gesamte Spielbetrieb ist eingestellt. Wir werden Anfang November die Situation neu beurteilen und dann erneut entscheiden“, sagt SFV-Präsident Heribert Ohlmann. Auch die Hallenrunde wird abgesagt.

In Bayern rollt der Ball noch: „Wir wollen jetzt keinen Schnellschuss“

In Bayern dagegen wird vorerst wohl noch weiter gespielt. „Natürlich machen wir uns Sorgen“, sagt Inn/Salzach-Kreisvorsitzende Carmen Gardill auf Nachfrage von beinschuss.de. „Wir wollen jetzt keinen Schnellschuss. Es ist noch nichts entschieden. Wir müssen dabei die Meinungen und Ansichten aller Vereine einholen und dann eine gemeinsame Entscheidung treffen.“ Die Berchtesgadener Vereine dagegen müssen aufgrund des regionalen Lockdowns ihren Trainings- und Spielbetrieb bis mindestens 2. November einstellen.

ma

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