SpVgg Bayreuth erhebt schwere Vorwürfe gegen BFV

"Andere Meinungen werden nicht toleriert" - Streit um Regionalliga Bayern eskaliert

Rainer Koch
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Rainer Koch

Bayreuth - Der Streit zwischen der SpVgg Bayreuth und dem BFV geht weiter und der Ton wird rauer. SpVgg-Geschäftsführer Wolfgang Gruber veröffentlichte Auszüge aus einer E-Mail von Präsident Rainer Koch und wirft dem Verband Täuschung vor.

Der Regionalligist SpVgg Oberfranken Bayreuth wandte sich im April mit einem offenen Brief an den Bayerischen Fußball-Verband. Darin machten die Oberfranken deutlich, dass sie für einen Abbruch der Saison und eine Planung eines Neubeginns im Sommer sind und kündigten bei einer Fortsetzung rechtliche Schritte an. "Die SpVgg Bayreuth kündigt mit Entschlossenheit an, sich gegen das Vorhaben des Bayerischen Fußball-Verbandes, die Spielzeit sinnlos, aber kostenintensiv, gegen zahlreiche Rechtsverpflichtungen verstoßend zu verlängern, auch gegebenenfalls unter Einlage von Rechtsmitteln zu stellen", teilte der Regionalligist in seiner Stellungnahme mit.

SpVgg-Geschäftsführer Gruber: "BFV fordert die SpVgg Bayreuth e.V. auf, mich zu maßregeln"

Der Streit zwischen den beiden Parteien geht weiter und der Ton wird schärfer. Nun hat der BFV auf den offenen Brief der Oberfranken reagiert. Auszüge aus der E-mail von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch an Bayreuths Vorstandsvorsitzenden Christian Wedlich hat SpVgg-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Gruber auf seinem privaten Facebook-Account veröffentlicht. Dabei kommt der Verband nicht gut weg. "BFV fordert die SpVgg Bayreuth e.V. auf, mich zu maßregeln! Koch will SpVgg spalten! Wohl einmalig: In einer E-mail fordert der BFV Präsident Dr. Koch den Vorstandsvorsitzenden der SpVgg Bayreuth e.V. Christian Wedlich auf, mich als sein Personal zu maßregeln. Dr. Koch wörtlich: „Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Sie als Vorstandsvorsitzender für einen angemessen Umgang des Ihnen im Verhältnis zum BFV zuzurechnenden Personals Ihrer Tochtergesellschaft sorgen würden", schreibt Gruber auf seiner Facebook-Seite.

Laut Gruber gab es eine Abstimmung unter den Regionalligavereinen

Zudem widerspricht Gruber einer Pressemeldung des Verbandes von vergangener Woche, laut der es keine Abstimmung über die Fortsetzung oder den Abbruch der Regionalliga Bayern gegeben haben soll. "Nicht wir haben das Votum von 17 Regionalligamannschaften erfunden, in dem zwölf Vereine am 29. April den Saison-Abbruch wünschten, vier sich enthielten und nur ein Verein weiterspielen wollte. Nein, der BFV hat versucht durch eine Pressemitteilung, wonach es eine solche Abstimmung/Votum/Meinungsbildung nie gegeben hätte, die Öffentlichkeit zu täuschen."

Gruber: "Andere Meinungen werden nicht toleriert"

Während alle Verbände die Saison aller voraussicht nach abbrechen werden, will nur Bayern und Thüringen die Saison frühestens ab dem 1. September wieder fortsetzen. "Ich persönlich glaube, dass es schon lange nicht mehr um sportliche oder juristische Argumente geht. Geht es vielleicht um Sponsorenverträge, die der BFV mit Firmen abgeschlossen hat, die offensichtlich an den Spielbetrieb der Regionalliga gekoppelt sind, dieser aber nie spürbar zu gute gekommen sind", spekuliert Gruber über die Gründe für diese Entscheidung

Über das Vorgehen des BFV-Präsident Rainer Koch verliert der Geschäftsführer der SpVgg kein gutes Wort und zeigt sich deutlich unzufrieden mit dem Krisenmanagement. "Dr. Koch ist ein mächtiger Mann. Seine Macht begründet sich offensichtlich auch darauf, andere einzuschüchtern und zu sanktionieren. Unter seiner Leitung wird vorab bestimmt, was abgestimmt werden soll. Andere Meinungen werden nicht toleriert", so der Geschäftsführer weiter.

Wie es mit Regionalliga Bayern weitergehen wird, bleibt weiterhin völlig offen. Der Streit zwischen dem BFV und der SpVgg Bayreuth scheint allerdings zunehmend zu eskalieren.

ma



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