Ein Teppich für Fußball und Football

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Die Bälle, die Bernd Perner (links) und Willi Bonke in den Händen halten, werden künftig auf dem neuen Kunstrasen rollen, beziehungsweise fliegen

Fußball und American Football auf einem Spielfeld vereint? Der neue Kunstrasenplatz des Sportbund DJK Rosenheim (SBR) macht diese ungewöhnliche Kombination auf 96 Metern Länge und 46 Metern Breite möglich.

Zugegeben, recht farbenfroh wirkt die Linierung des neuen Kunstrasenplatzes des Sportbund DJK Rosenheim schon. Die Linien des Football-Feldes sind gelb, die des Fußball-Großfeldes weiß und des Kleinfeldes blau. Doch genau diese Farbenpracht macht die Vorstandschaft des SBR so stolz. "Die beiden Sportarten auf einem Kunstrasenplatz zu vereinen, ist schon etwas Besonderes. Durch diese Investition haben wir es geschafft, die Sport-Infrastruktur auf dem Campus weiter auszubauen", schwärmt Bernd Perner, Erster Vorsitzender des Gesamtvereins.

Genauso stolz wie diese "Einmaligkeit" macht die Vereinsverantwortlichen die Tatsache, dass der Kostenplan während des Baus strikt eingehalten wurde. "Wir haben unser Budget nicht überschritten und auch die Zeitplanung eingehalten. Dafür dürfen wir uns auf die Schulter klopfen", finden die Verantwortlichen. Der Bau des Kunstrasenplatzes kostete nach ihren Angaben 500000 Euro. Fast die Hälfte der Kosten übernahm die Stadt Rosenheim (226000 Euro). Mit 126000 Euro steuerte auch der Bayerische Landessportverband (BLSV) einen Großteil bei.

28 Seiten Pflegeanleitung

Da der SBR ein DJK-Sportverein ist, unterstützte der katholische Sportverband der Erzdiözese München und Freising den Verein mit 75000 Euro. Den restlichen Betrag von 73000 Euro finanzierte der SBR selbst. "Natürlich gilt diesen Institutionen unser Dank. Wir dürfen aber auch nicht die Kleinsponsoren, Spender und vor allem die ehrenamtlichen Helfer vergessen, ohne die der Kunstrasenplatz niemals so schnell und zuverlässig fertig geworden wäre", ergänzt Zweiter Vorsitzender Willi Bonke. Für einen am Breitensport orientierten Verein sei eine moderne Sportstätte wichtig.

Für Bonke ist der Kunstrasenplatz ein doppelter Glücksfall: Er ist nämlich gleichzeitig Abteilungsleiter der Fußball-Sparte "Vor allem während der Wintervorbereitung müssen wir jetzt nicht mehr zu sehr auf das Wetter achten und uns nicht länger woanders auf Kunstrasensuche begeben."

Doch so einfach ist die Benutzung des Platzes nicht, wie Manfred Czermak, kooptiertes Vorstandsmitglied und Kunstrasenbeauftragter, verrät. Für die Benutzung gibt es nämlich eine 28-seitige Pflegeanleitung, die so manchen Profi-Gärtner vor eine größere Herausforderung stellt. Der Teppich soll ja ein Teppich bleiben und keine Fußmatte werden. "Es fängt damit an, dass im Winter eine spezielle Maschine benötigt wird, um den Schnee wegzuräumen und den Kunstrasen dabei nicht zu beschädigen", erklärt Czermak. Neben der Schneeräummaschine müssten auch spezielle Kunstrasentore mit Rollen beschafft werden.

"Bezirkssportanlage geschaffen"

Darum könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht exakt sagen, wann der Kunstrasenplatz zum ersten Mal benutzt wird. "Spätestens zur Wintervorbereitung unserer Fußballer Ende Januar kann hier trainiert werden. Der Platz ist ja nicht nur zum Anschauen da", erklärt Czermak. Während der wärmeren Monate ist die Rasenpflege einfacher zu bewerkstelligen, da die Stadt diese Aufgaben dann übernimmt.

Die SBR-Vorstandschaft hatte im Vorfeld der Bauarbeiten vor allem die Kunstrasenplätze in Pang und Schloßberg begutachtet. Der Kunstrasen auf dem Sportbund-Campus ist mit diesen Anlagen identisch. Laut Perner hat der SBR damit auch einen Platz auf dem Niveau einer Bezirkssportanlage für die Stadt geschaffen.

Die Vereinsführung plant bereits den nächsten Schritt. "Wir wollen unsere Laufbahn erneuern", verrät Perner.

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