Präsident stürmte mit Waffe auf Spielfeld

Erneute Krawalle: Politik bricht griechische Liga ab

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Thessaloniki - Erneuter Skandal im griechischen Fußball: Das Topspiel zwischen Pokalsieger PAOK Saloniki und Tabellenführer AEK Athen musste in der Nachspielzeit beim Stand von 0:0 abgebrochen werden. PAOK-Präsident Ivan Savvidis soll - mit einer Pistole bewaffnet - auf den Platz gestürmt sein!

UPDATE, 13.35 Uhr: Liga bis auf Weiteres abgebrochen

Die griechische Meisterschaft, die Super League, ist auf unbestimmte Zeit abgesagt worden. Das hat die griechische Regierung am Montag in Athen bekannt gegeben. 

„Wir haben entschieden, die Liga zu stoppen. Ohne eine von allen Seiten getroffene Vereinbarung wird es keinen Neustart geben", erklärte der stellvertretende Sportminister Georgios Vassiliadis nach einem Treffen mit Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Nachdem das vermeintliche Führungstor der Gastgeber wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt worden war, stürmten Klub-Präsident Ivan Savvidis und weitere Personen auf den Platz. Fotos im Internet sollen zeigen, dass Savvidis eine Schusswaffe bei sich trug. Nach tumultartigen Szenen beendete der Schiedsrichter das Spiel vorzeitig, die AEK-Spieler hatten den Platz zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.

Der griechische Fußballverband (EPO) hatte erst am Sonntag eine Strafe gegen PAOK wieder reduziert. Die Berufungskommission machte den Abzug von drei Meisterschaftspunkten rückgängig, zudem wurde der Zuschauerausschluss für zwei Spiele annulliert. Die Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro bleibt aber bestehen.

Am 25. Februar war es während des Spiels gegen Olympiakos Piräus zu dem bestraften Zwischenfall gekommen. Gäste-Trainer Oscar Garcia war von einem aus dem Publikum geworfenen Gegenstand am Kopf getroffen worden. Das Spiel wurde 3:0 für Olympiakos gewertet, was ebenfalls bestätigt wurde.

Im Anschluss hatten wütende PAOK-Fans das TV-Studio des staatlichen Senders ERT 3 gestürmt. Der Moderator wurde gezwungen, fünf Minuten lang ein Protestschreiben zu verlesen. Darin stand unter anderem, die Strafe sei "der größte Sportskandal der Geschichte". Die Fans verließen das Fernsehstudio jedoch friedlich, niemand wurde festgenommen.

mw/as (mit Material von SID/dpa)

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