„Wir haben heute ein gutes Gesicht gezeigt“

Rassiges Stadtderby zwischen 1860 und Türkgücü - die Stimmen zum Spiel

Grünwalder Stadion.
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Grünwalder Stadion.

München - 2:2 endete ein spannendes und rassiges Stadtderby zwischen dem TSV 1860 München udn Türkgücü München. Während der Aufsteiger auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen blieb, endet die englische Woche für die Löwen mit drei Punkten aus drei Spielen. Wir haben für euch die Stimmen zum Spiel zusammengetragen.

Es war ein intensives und rassiges Derby zwischen dem TSV 1860 München und Türkgücü München am Samstagnachmittag. Die Löwen gingen zweimal in Führung, doch der Aufsteiger kam immer wieder zurück. Nach der glatt roten Karte für Dennis Dressel war der TSV 1860 München eine halbe Stunde in Unterzahl, rettet aber am Ende das 2:2 über die Zeit. „Am Ende war es ein leistungsgerechtes Unentschieden“, sagte Türkgücü-Coach Alexander Schmidt nach dem Spiel. „Keine Mannschaft häte den Sieg zu 100 Prozent verdient gehabt.“

TSV 1860 München - Türkgücü München: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“

1860-Cheftrainer Michael Köllner nahm im Gegensatz zum Spiel in Verl zwei Veränderungen vor. Neudecker und Greilinger spielten von Beginn an, Erdmann und Djayo saßen zunächst auf der Bank. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, betont Michael Köllner nach dem Spiel. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir waren läuferisch gut und waren kampfstark. Wir haben heute ein gutes Gesicht gezeigt.“ Es war das dritte Unentschieden in dieser englischen Woche. Damit holten die Löwen drei Punkte aus drei Spielen und sind weiter Tabellenvierter.

Bei Türkgücü stand Kirsch für Gorzel in der Startelf. „Es war ein emotionales Derby und es ging auf beiden Seiten hitzig zu“, analysiert Schmidt das Spiel. „Leider war auch unser Spiel sehr zerfahren, ich hätte mir mehr Ruhe am Ball gewünscht.“ Durch das Remis bleibt der Aufsteiger zum sechsten Mal in Folge ungeschlagen und ist weiter Achter in der Tabelle.  

Hier geht es zur ausführlichen Tabelle und allen Ergebnissen des 13. Spieltags.

TSV 1860 München - Türkgücü München: Löwen gingen in Führung - Türkgücü kam zurück

„Wir hatten starke 20 Minuten am Anfang“, so Köllner. Bis zur ersten Torchance von Dressel in der 21. Minute passierte aber in beiden Strafräumen nicht viel. Dann gingen die Löwen mit ihrer zweiten Chancen in Führung. Wein eroberte den Ball im Mittelfeld, legte ab für Greilinger, der zum 1:0 traf (22.). Die Führung hielt allerdings nicht lange, denn fast im Gegenzug flankte Sararer butterweich vor das Tor, wo Sliskovic zum 1:1 einnickte (25.). „Der Ausgleich hat uns aber nicht aus der Bahn geworfen“, betont Köllner.

Danach nahm das Spiel an Tempo auf, wobei die Löwen gefährlicher waren und durch Steinhart (33.) als auch Greilinger (40., 42.) wieder in Führung hätten gehen können. Zudem stand 1860 gut in der Defensive und ließ kaum etwas zu. Kurz vor der Pause hätten die Köllner-Elf einen Elfmeter bekommen müssen, nachdem Stangl den Ball im Strafraum klar mit der Hand spielte. Aber Schiedsrichter Patrick Hanslbauer ließ weiterlaufen.

Die Statistiken zum Spiel im Detail.

TSV 1860 München - Türkgücü München: „Verhältnismäßigkeit der Entscheidungen nicht gestimmt“

Die Löwen kamen besser aus der Kabine und gingen in der 49. Minute wieder in Führung. Eine Flanke von Steinhart fand in der Mitte Mölders, der sich stark gegen Berzel durch setzte und per Kopf zum 2:1 traf. Danach wurde Türkgücü druckvoller und die Löwen waren ab der 59. Minute in Unterzahl, nachdem Dennis Dressel nach einem harten Einsteigen glatt Rot gesehen hatte. „Wenn man diese einzelne Situation anschaut, kann man Rot geben“, sagt Köllner, der mit der Spielleitung von Hanslbauer insgesamt unzufrieden war. „Wenn man sich die kompletten 90. Minuten anschaut, hat für mich die Verhältnismäßigkeit der Entscheidungen nicht gestimmt. Wenn er für Dressel Rot gibt, muss er das ganze Spiel über strenger sein.“ Es war der zweite Platzverweis in dieser englischen Woche für die Löwen, nachdem Tallig gegen Uerdingen bereits Gelb-Rot gesehen hatte.

TSV 1860 München - Türkgücü München: „Haben uns immer wieder verzettelt.“ 

Die Überzahl nutze Türkgücü und glich erneut durch Sloskovic aus, der perfekt von Sararer bedient wurde. Am Ende spielte der Aufsteiger allerdings zu hektisch und die Löwen verteidigten trotz ein Mann weniger das eigene Tor gut. „1860 stand nach dem Platzverweis sehr tief und uns hat die Staffelung gefehlt“, konstatiert Türkgücüs Cheftrainer Schmidt. „Außerdem waren wir zu ungeduldig, haben zu oft hohe Bälle gespielt. Vielleicht waren wir zu hungrig und gierig auf den Sieg, haben uns dabei immer wieder verzettelt.“ So blieb es am Ende beim 2:2-Unentschieden. „Mit dem Punkt müssen wir leben“, sagt Köllner. „Die Mannschaft hat alles gegeben.“

Der TSV 1860 reist am kommenden Wochenende zum Auswärtsspiel zu Viktoria Köln. Für Türkgücü geht es bereits am Mittwoch mit dem Nachholspiel auswärts in Rostock weiter. Am kommenden Samstag steht das nächste Derby vor der Tür. Dann geht es gegen die SpVgg Unterhaching.

Der kommende Spieltag im Überblick.

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