Er war 28 Jahre lang die Stimme der Löwen

Nach 602 Spielen: 1860-Stadionsprecher Stefan Schneider hört auf

Nach 602 Spielen verabschiedet sich Stefan Schneider von den Löwen. Jan Mauersberger (links), Marc-Nicolai Pfeifer (3. von links) und Rainer Kmeth (rechts) verabschieden ihn im kleinen Kreis.
+
Nach 602 Spielen verabschiedet sich Stefan Schneider von den Löwen. Jan Mauersberger (links), Marc-Nicolai Pfeifer (3. von links) und Rainer Kmeth (rechts) verabschieden ihn im kleinen Kreis.

Inmitten der großen Freude über den Heimsieg gegen den Tabellenführer Dynamo Dresden am Montagabend wurden die Verantwortlichen des TSV 1860 München von Stefan Schneider überrascht. Er verkündete nicht mehr als Stadionsprecher zur Verfügung zu stehen.

München - Fast 30 Jahre und 602 Spiele stand die Stimme der Löwen in drei Stadien (Grünwalder Stadion, Olympiastadion, Allianz Arena) auf dem Spielfeld und moderierte in seiner unnachahmlichen und beliebten Art. Die Schlagzeile „Manche gehen zur Domina, ich geh‘ zu Sechzig“ und der Slogan „Münchens Große Liebe“ machten Stefan Schneider weit über die Grenzen der bayerischen Landeshauptstadt hinaus bekannt.

„Es ist an der Zeit, dass ich mehr Zeit für mich habe“

Sämtliche Versuche verschiedenster Verantwortlicher noch am Abend nach dem Spiel Stefan Schneider zur Fortsetzung seiner Tätigkeit zu bewegen schlugen fehl. Stefan Schneider bedankt sich bei den Löwen-Fans für die große Ehre im Stadion moderieren zu dürfen und sagt: „Ich habe ganz lange darüber nachgedacht. Ich hatte seit 30 Jahren so gut wie kein freies Wochenende. Es ist an der Zeit, dass ich mehr Zeit für mich habe.“

Stefan Schneider beendet mit dem Heimsieg gegen den Tabellenführer seine Karriere als Stadionsprecher beim TSV 1860 München so, wie er es sich immer für seine Löwen gewünscht hat: Erfolgreich.

Bis zur neuen Saison wird Pressesprecher Rainer Kmeth die Moderation der Heimspiele im Grünwalder Stadion kommissarisch übernehmen um die weitere Planung in Ruhe vorantreiben zu können. Klar ist bisher, dass Stefan Schneider dann verabschiedet wird, wenn das Grünwalder Stadion wieder so aussieht, wie wir es uns alle wünschen: Wenn 15.000 Zuschauer auf den Rängen stehen und Stefan Schneider den Abschied geben können, den er verdient.

Danksagung des TSV 1860 München an Stefan Schneider im Wortlaut:

„Lieber Stefan, wir danken Dir an dieser Stelle „ganz recht herzlich“ für Dein Engagement rund um den TSV 1860 München. Du warst mehr als unser Stadionsprecher, Du bist und bleibst ein wichtiger Teil der Löwen-Familie. Tausende von Fans kennen keinen anderen Stadionsprecher als Dich, Kinder sind mit Dir im Stadion aufgewachsen, haben mit Dir die Namen der Spieler gerufen, haben gefeiert, wenn Du die Tore der Löwen hinausgeschrien hast.

Dein Wirkungskreis war nicht auf das Stadion begrenzt. Wenn es darum ging, eine Veranstaltung zu moderieren, einen Spieler zu interviewen oder einen Anrufbeantworter zu besprechen, Du warst da. Deine Liebe zum Verein war und ist grenzenlos. Du hast an unserer Marke mitgearbeitet und überträgst diese aus freien Stücken und selbstlos an uns, was keine Selbstverständlichkeit ist.

Lieber Stefan, Du hast immer einen Platz in unseren Herzen, Du hast Dir beim TSV 1860 München viele Freunde gemacht. Wenn wir im Stadion sind, wenn die Fans am Fernseher sitzen, Du und Deine Stimme werdet fehlen. Vor allem dann, wenn das Stadion endlich wieder voll ist.

Lieber Stefan, wir wünschen Dir alles erdenklich Gute und danken Dir herzlich für eine unvergessliche Zeit. Wir freuen uns darauf, Dich mit einem Bier und einer Bratwurst in der Kurve stehen zu sehen. Dort, wo Du immer gefragt hast: „Ist jemand zu Hause?

Vergelts Gott, Stefan!

Deine Löwen-Familie.“

Pressemitteilung TSV 1860 München

Kommentare