BFV-Präsident meldet sich zur Causa Türkgücü zu Wort

Koch zum Kivran-Aus: „Vereine dürfen nicht zum Spielzeug von Investoren werden“

Fußballfunktionär Rainer Koch
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Fußballfunktionär Rainer Koch

München - BFV-Präsident Rainer Koch meldet sich zum überraschenden Abgang von Türkgücüs Präsidenten und Investors Hasan Kivran zu Wort. Der Vorgang beim Drittligisten zeige, „was passiert, wenn sich Fußballvereine einzelnen, vorrangig Kapitalinteressen verfolgenden Investoren ausliefern“, schreibt Koch in einem Facebook-Beitrag.

Das Aus von Präsident und Investor Hasan Kivran bei Türkgücü München sorgt weiter für Gesprächsstoff. Während der Drittligist den Abgang von Kivran bestätigt hat, schweigt der Präsident weiterhin. Über die genauen Hintergründe des überraschenden Rücktritts sind weiterhin nicht bekannt. Nun meldete sich BFV-Präsident Rainer Koch mit einem Facebook-Beitrag zur Causa Türkgücü zu Wort.

BFV-Präsident Koch: „Die 50+1-Regel darf nicht eingeschränkt, sondern muss gestärkt werden“

„Der plötzliche und unangekündigte Rückzug von Hasan Kivran ist für mich einmal mehr ein Beispiel dafür, was passiert, wenn sich Fußballvereine einzelnen, vorrangig Kapitalinteressen verfolgenden Investoren ausliefern“, teilt Koch mit und richtet einen Appell an alle anderen Vereine: „Fußballvereine dürfen nicht zum Spielzeug von Investoren werden!“

Kivran, der eine Vermögensverwaltung betreibt, hält 89 Prozent an der Türkgücü Fußball GmbH, die er jetzt verkaufen will. „Es gab schon Gespräche mit neuen Interessenten und es laufen auch weiterhin Gespräche. Aktuell ist aber noch alles offen“, sagte Geschäftsführer Max Kothny zuletzt.

Der BFV-Präsident will dafür kämpfen, dass nicht mehrere Vereine bei einem Rückzug des Investors vor einer unsicheren Zukunft stehen. „Und die 50+1-Regel darf nicht eingeschränkt, sondern sie muss gestärkt werden. Der KFC Uerdingen 05 ist bereits ein lebendes Beispiel für diese These. Hoffen wir, dass Türkgücü München nicht das nächste Beispiel in der 3. Liga wird“, so Koch weiter.

Türkgücü Geschäftsführer Kothny will den Verein so gut es geht retten

Am 1. Januar 2016 stieg Hasan Kivran bei Türkgücü München ein und führte dank großer finanzieller Unterstützung den Klub ab 2017 von der Landesliga bis in die 3. Liga. Der nächste Schritt sollte mittelfristig der Zweitligaaufstieg sein, um die zweite Macht in München hinter dem FC Bayern zu werden. Diese sehr ambitionierte Zielsetzung des Neulings steht nun aber auf der Kippe, genauso wie das gesamte Projekt Türkgücü München.

„Die Nachricht kam überraschend. Ich habe die letzten Tage gebraucht, um mir erst mal einen Überblick zu verschaffen“, sagte Kothny. „Es ist eine schwierige Zeit und wird eine große Herausforderung. Es gehört jetzt zu meinen Aufgaben, den Verein so gut es geht zu retten.“

ma

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