DFB veröffentlicht 6. Lagebericht des Amateurfußball

Weniger Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf deutschen Amateurplätzen

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Frankfurt - In 0,45 Prozent aller Spiele im deutschen Amateurfußball kam es zu Gewalt- und Diskriminierungsfälle. Das ergab der 6. Lagebericht des Amateurfußballs, den der DFB veröffentlichte. Doch diese Zahlen haben wegen der Corona-Pandemie nur eine bedingte Aussagekraft. 

Am Dienstag, den 21. Juli, hat der Deutsche Fußball-Bund zum sechsten Mal seinen Lagebericht des Amateurfußballs veröffentlicht. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, sind Gewalt- und Diskriminierungsfälle im deutschen Amateurfußball zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Demnach kam es in der Saison 2019/20 nur noch bei 0,45 Prozent aller erfassten Spiele zu einem Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall. In der Spielzeit 2017/18 lag der Wert noch bei 0,49 Prozent. "Wir mussten zwar wieder gravierende Einzelfälle miterleben, insgesamt aber verzeichnen wir rückläufige Zahlen", sagt 1. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch. Auch der Prozentanteil der abgebrochenen Spiele sank von 0,05 auf 0,03 Prozent.

Koch über Gewalt auf dem Fußballplatz: "Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel"

"Wir dürfen beim Werben für Fair Play und Respekt niemals nachlassen", so Koch weiter. "Und selbstverständlich müssen die Sportgerichte hart sanktionieren. Weder körperliche Gewalt noch verbale Attacken haben auf dem Fußballplatz etwas verloren. Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel – und jeder Vorfall muss aufgearbeitet werden." 

Dennoch haben die Zahlen nur eine bedingte Aussagekraft, da durch die Corona-Pandemie der gesamte Amateurfußball in Deutschland zum Erliegen kam. Ausgewertet wurden dadurch nur 791.216 Spiele anstatt 1,3 Millionen. "Viele Spiele, bei denen es um den Meistertitel oder gegen den Abstieg gegangen wäre, fanden nicht statt. Uns ist bewusst, dass das diesjährige Lagebild daher nicht über die gleiche Aussagekraft wie in den Vorjahren verfügt", sagt Dr. Thaya Vester von der Universität Tübingen, die im Auftrag des DFB jährlich die Erstellung des Lagebilds begleitet. 

Positiv ist allerdings, dass die Erfassungsqoute (92,8 Prozent) gestiegen ist, da immer mehr Spielberichte online eingehen. Dreh- und Angelpunkt der Datenqualität sind dabei die Schiedsrichter, die die Vorfälle im elektronischen Spielbericht vermerken müssen.

"Gewalt hat nie etwas auf dem Fußballplatz zu suchen, und schon gar nicht Gewalt gegen die Unparteiischen"

Dennoch kam es in dieser Saison auch zu tätlichen Angriffen gegen Schiedsrichter, in einigen Fällen sogar zu schwerer Körperverletzung. Zu den "gravierenden Einzelfällen" gehört unter anderem ein Vorfall aus dem Oktober 2019. In einem Kreisliga-Spiel im hessischen Dieburg schlug ein 28-jähriger Spieler völlig unvermittelt auf einen 22-jährigen Schiedsrichter ein und verletzte diesen so schwer am Kopf, dass dieser mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Hessische-Fußball-Verband sperrte den Gewalttäter für drei Jahre, das Amtsgericht Dieburg verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt.

"Gewalt hat nie etwas auf dem Fußballplatz zu suchen, und schon gar nicht Gewalt gegen die Unparteiischen, die in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB einen besonderen Schutz genießen. Wir müssen diese Gewalttäter langfristig aus dem Verkehr ziehen, und das tun wir auch", sagt DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann.

ma



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