VfL-Damen: Aufstiegschancen enden in einem Debakel

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Waldkraiburg verliert Entscheidungsspiel

Obwohl das Team von Coach Matthias Brandlmaier topmotiviert war, musste es der großen Hitze und der an diesem Tag grandios aufspielenden Mannschaft des TSV Otterfing Tribut zollen und ging mit 1:6 unter die Räder.

Die Führung des TSV konnte die erst 17-jährige Lisa Winterer nach einer halben Stunde ausgleichen, doch kurz vor der Pause fiel die erneute Führung der Otterfingerinnen durch Veronika Reber, die Spielerin des Tages. Sie war es auch, die nach dem Seitenwechsel mit einem lupenreinen Hattrick für die Entscheidung sorgte. Speziell in der zweiten Halbzeit münzte der TSV seine Erfahrenheit in Überlegenheit um, so dass der Sieg vollkommen in Ordnung geht. Der VfL gratuliert seinen Konkurrentinnen zum Gewinn der Meisterschaft und zum Aufstieg.

Trotz Temperaturen von knapp 30 Grad fanden über 200 Zuschauer den Weg ins Grafinger Stadion zum Entscheidungsspiel zwischen dem VfL Waldkraiburg und dem TSV Otterfing. Otterfing brachte einen kompletten Fanbus mit, mit Fahnen, Sirene und Trommeln, der für Stimmung sorgte und das Team zusätzlich motivierte. In der ersten Halbzeit war es noch die erwartete spannende Partie mit Chancen auf beiden Seiten.

Nackenschlag kurz vor der Pause

In der 21. Minute zeigte Schiri Stefan Gräbel, nach einem unabsichtlichen Handspiel einer Waldkraiburgerin, auf den ominösen Punkt. Diese Chance ließ sich Top-Torjägerin Martina Walther nicht nehmen und verwandelte sicher zur 1:0 Führung. Knapp zehn Minuten später schlugen die Industriestädterinnen aber zurück. Nach einer scharfen Hereingabe von Mona Grübl ließ Tati Ribesmeier den Ball passieren und Lisa Winterer hatte keine Mühe die Kugel im Tor zu senken (27.). Der Jubel beim VfL war groß, doch kurz vor der Pause brachte der erste Galaauftritt der überragenden Veronika Reber das VfL-Team zurück auf den Boden der Tatsachen. Aus extrem spitzem Winkel versenkte sie den Ball halbhoch im langen Eck (43.). So führte der Aufsteiger zur Pause 2:1.

Gleich nach der Pause der nächste Paukenschlag, der TSV erhöhte auf 3:1 (49.). Ein schneller Konter über Marina Hagn, die sah, wie sich Reber frei lief und passte quer. Reber hatte keine Mühe einzunetzen. Zwei Minuten später schlug Reber erneut zu. Was für ein Schuss, aus fast 25 Metern hämmerte sie ansatzlos die Kugel ins kurze Eck. Das war zugleich auch der Genickbruch der VfLerinnen, die im Anschluss gegen die nun befreit aufspielenden Otterfingerinnen, kaum noch Land sahen.

Zu überlegen und dominant waren nun die TSVlerinnen. In der 61. Minute erzielte Reber ihren vierten Treffer am heutigen Nachmittag und zugleich einen lupenreinen Hattrick in der zweiten Hälfte. Ehe der Treffer zum 6:1 Endstand fiel, trafen noch Reber (69.) und Katharina Wirtz (71.) die Latte, aber auch Torfrau Ana-Maria Gaita zeigte mehrmals ihre Klasse und bewahrte den VfL vor einem noch größerem Debakel. Die Otterfingerinnen spielten sich regelrecht in einen Rausch, der in der Schlussminute, durch den Treffer von Marina Hagn vollendet wurde.

Stolz und Fair-Play im Vordergrund

"Ich gratuliere den Otterfingerinnen! Der Sieg geht vollkommen in Ordnung. Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir nach den beiden schnellen Gegentoren nichts dagegen zu setzen. Nichtsdestotrotz bin ich sehr stolz auf mein Team und wir freuen uns auch über die Vizemeisterschaft!", Coach Matthias Brandlmaier kurz nach Spielende.

Das kann er auch sein, denn über die gesamte Saison hinweg blieb er seinem eingeschlagenen Weg treu und baute immer wieder junge, teilweise erst 15- und 16-jährige Spielerinnen mit ins Team ein, damit sie schon jetzt erste Eindrücke und Erfahrungen sammeln können, die sie auch persönlich und sportlich weiter bringen. Die beiden Brandlmaier-Brüder, Hias und Steve, machen einen super Job in der Abteilung Damenfußball in Waldkraiburg, so dass die Verantwortlichen wirklich stolz drauf sein können.

Die U15 Mädls wurden in einer starken Bezirksoberliga Dritter und die U17-Mädls sogar Vizemeister der Bezirksoberliga. Sie dürfen sich sogar noch Hoffnungen machen, am grünen Tisch aufzusteigen, da der BFV vorhat, die Landesliga wieder auf zehn Vereine zu erweitern. Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die Eltern Brandlmaier, Elke und Franz, die sich stets um die Mädls bemühten und sich um sie kümmerten. Auch wenn es keinen Meistertitel zu feiern gab, ging eine sehr erfolgreiche Saison 2013/14 zu Ende!

Spielstatistik:

Aufstellungen:

VfL: 1 Gaita, 2 Gold, 4 Sartory, 6 Scharf (ab 76. 15 Wagner), 7 Diakovrakis (ab 46. 13 Perzlmaier), 8 Grübl, 9 Müller, 10 Weißenberger (C), 11 Ribesmeier (ab 58. 16 Kitzeder), 12 Drechsel (ab 72. 3 Marx), 14 Winterer / Durchschnittsalter: 18,7 Jahre

TSV: 1 Friesenegger, 3 Kalms, 6 Kirmayr, 7 März, 9 Wirtz, 11 Fritsch (ab 68. 2 Balk), 12 Jarma, 13 Pellegrino (ab 79. 4 Hoefelmayr), 19 Hagn, 23 Reber (ab 84. 14 Schraml), 31 Walther (C) / Durchschnittsalter: 25,6 Jahre

Tore: 1:0 Walther (21./Elfmeter), 1:1 Winterer (27.), 2:1, 3:1, 4:1 u. 5:1 Reber (43./49./51. u. 61.) und 6:1 Hagn (89.)

besondere Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Stefan Gräbel (München)

Zuschauer: 200

 

Pressemitteilung VfL Waldkraiburg

 

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