Petition hat bereits 2.888 Unterschriften

"Verband kann nicht alles machen" - Kreisligist fordert Saison-Abbruch in Bayern

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Dirk Schaefer, Abteilungsleiter des FC Stein, will mit der Petition auf der Probleme der Vereine aufmerksam machen.

Stein - Der Kreisligist FC Stein hat gegen die Entscheidung des BFV, die Saison fortzusetzen, eine Petition gestartet. Darin fordert der Kreisligist aus Nürnberg den Abbruch der Spielzeit. Die Petition läuft bayernweit und hat bereits 2.888 Unterschriften gesammelt.

Der gesamte Amateurfußball in Bayern, von der Regionalliga bis zur C-Klasse, wird bis Ende August ruhen. Anschießend soll die Saison 2019/20 zu Ende gespielt werden. Mit dieser Entscheidung geht der Bayerische Fußball-Verband seinen eigenen Weg. Nur in Thüringen soll das selbe Modell zur Anwendung kommen. In den restlichen 19 Landesverbänden wird die Spielzeit 2019/20 aller Voraussicht nach abgebrochen. 

Der FC Stein, Kreisligist aus dem Bezirk Nürnberg/Frankenhöhe, hat nun eine Petition unter dem Namen "Abbruch der Saison 2019/20 in den bayerischen Amateurfußball-Ligen" gestartet. Beinschuss.de hat mit dem Initiator Dirk Schaefer, Abteilungsleiter des FC, über die Gründe und das Ziel der Petition gesprochen.

"Das war keine Abstimmung, was der BFV unter den Vereinen gemacht hat"

Der FC Stein war von Beginn an gegen die Fortsetzung der Saison und diese Meinung hat sich bis jetzt nicht geändert. "Das war keine Abstimmung, was der BFV unter den Vereinen gemacht hat", sagt Schaefer. "Fragen wurden nicht zugelassen, andere Optionen wurden nicht aufgezeigt und die Antworten wurde quasi vorgegeben." 

Damals sprachen sich laut dem BFV eine Zwei-Drittel Mehrheit von 68,13 Prozent für eine Fortsetzung aus. "Ich habe das Gefühl, dass der Verband nicht mit offenen Karten gespielt hat", so Schaefer weiter. Für den Abteilungsleiter sei zwar die damalige Entscheidung des Verbandes nachvollziehbar gewesen, doch mittlerweile seien klarere Konzepte aufgelegt worden, die auch in Bayern umsetzbar wären.

FC Stein fordert die Anwendung der Quotientenregel

Nachdem sich in den vergangene Wochen immer mehr Vereine kritisch über diese Entscheidung geäußert hatten, beschloss der FC Stein eine Petition zu starten. "Wir wollen nicht länger nur lamentieren, sondern auch etwas dagegen unternehmen", betont der Abteilungsleiter. 

In der Petition, die am 4. Juni gestartet ist, fordert der Kreisligist einen Abbruch mit Wertung der zum Zeitpunkt 13. März aktuellen Tabelle unter Anwendung der Quotienten-Regelungen (Punkteschnitt pro ausgetragenem und gewerteten Spiel). "Auf dieser Grundlage bleiben die Aufstiegsrechte in den jeweiligen Spielklassen erhalten", so Schaefer weiter. "Diese Entscheidung würde einer sportlichen Entscheidung am nähsten kommen und wäre auch argumentativ." Durch einen Abbruch hätten die Vereine Planungssicherheit und über den Sommer könnte die Ligazugehörigkeit, Trainerverträge und Vereinswechsel bestimmt werden.

"Durch die festgelegten Wechselmodalitäten steht eine arge Wettbewerbsverzerrung"

Ein besonderes Problem sieht der FC Stein beim Thema Vereinswechseln. "Hier wird es zahlreiche Probleme und Ärger zwischen den Vereinen geben, der vermeidbar ist. Durch die festgelegten Wechselmodalitäten ist eine arge Wettbewerbsverzerrung zu befürchten, die am Ende auch keine sportlich faire Saisonbilanz zulässt", so Schäfer weiter. Durch die Regelungen würden laut dem Abteilungsleiter im Sommer die Aufwandsentschädigungen für die Spieler höher werden und es drohe Streit unter den Vereinen. Schaefer: "Auch die Übergänge von Junioren in den Herrenbereich und die Übergänge mit anderen Verbänden wären mit einem Abbruch klar nachzuvollziehen und ohne größere Probleme bestehend."

Die Petition hat bereits 2.888 Unterschriften  

Innerhalb weniger Stunden haben bereits 2.888 Personen (Stand 14.20 Uhr) die Petition unterzeichnet. Diese läuft noch bis Anfang Juli. Aus der Region Inn/Salzach haben bereits acht Personen unterschrieben. 

Zwar sei die Petition für den BFV nicht rechtlich bindend, dennoch sei es ein Zeichen der Vereine gegen die Entscheidung des Verbandes. "Wir wollen auf die Probleme der Vereine aufmerksam machen", betont Schaefer, "und wollen dem Verband zeigen, dass er nicht alles machen kann."

ma



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