Um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren

"Ein substanzielles Risiko" - SV Wacker Burghausen meldet Kurzarbeit an

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Burghausen - Auch am SV Wacker Burghausen geht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei. Um die wirtschaftliche Situation des Vereins zu stabilisieren, meldete der Regionalligist nun Kurzarbeit an. Der Verein veröffentliche einen offenen Brief.

Wegen der Corona-Pandemie entscheid der Bayerische Fußball-Verband den Spielbetrieb bis zum 19. April einzustellen. Ob danach wieder Fußball gespielt werden kann, ist derzeit aber vollkommen offen. Auch der Trainingsbetrieb ruht aktuell. Vergangene Woche gab der FC Memmingen, als erster Regionalligist aus Bayern, bekannt, dass einschneidende Maßnahmen zur Vereinssicherung ergriffen werden mussten. Es wurden mit sofortige Wirkung die Zahlung der Gehälter eingestellt. 

Nun hat auch der SV Wacker Burghausen in einem offenen Brief bekannt gegeben, dass die Krise auch an ihnen nicht spurlos vorbeigeht. Die derzeitige Zwangspause stellt für den Regionalligisten "ein substanzielles Risiko dar", weil über einen längern Zeitraum die eingeplanten Einnahmen ausbleiben. "Um die wirtschaftliche Situation der Wacker Burghausen Fußball GmbH zu stabilisieren, haben wir uns entschieden, Kurzarbeit anzumelden und somit die staatlichen Zuschüsse für unser Unternehmen in Anspruch zu nehmen", teilt der SV Wacker mit. Alle Angestellten, Trainer und Spieler haben diesen Maßnahmen zugestimmt. "Wir sind stolz und äußerst dankbar über diese Solidaritätsbekundung."

Der offene Brief des SV Wacker Burghausen im Wortlaut:

Liebe Fans, Freunde und Förderer des Burghauser Fußballs,

Die aktuelle Corona-Krise setzt nicht nur der gesamten Bevölkerung, sondern auch der Wirtschaft enorm zu. Auch der Fußball in Deutschland und Europa kann sich der Tragweite von COVID-19 nicht verschließen. Als erste Maßnahme wurde die Europameisterschaft um ein Jahr verschoben und findet nun in 2021 statt. Diese Maßnahme soll es ermöglichen, dass im Sommer die nationalen und europäischen Wettbewerbe ausgespielt werden können. Ob dies möglich ist kann heute noch nicht beurteilt werden. 

Die dritten Ligen haben den Spielbetrieb bis Ende April pausiert, die Regionalligen bis 19. April. Alle genannten Zeitschienen sind vorläufig und können bei Bedarf noch verlängert werden. Die aktuell stark steigenden Infektionszahlen in Deutschland lassen vermuten, dass eine frühere Wiederaufnahme des Spielbetriebs äußerst unwahrscheinlich ist. Umso wichtiger ist die konsequente Vermeidung von sozialen Kontakten, die auch den SV Wacker Burghausen in allen Bereichen betrifft bzw. die wir konsequent umsetzen. So wurde auch die Kindertagesstätte des SV Wacker Burghausen bereits geschlossen.

Für die Wacker Burghausen Fußball GmbH stellt die Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs bis mindestens zum 19. April 2020, womöglich aber sogar noch länger, ein substanzielles Risiko dar, da uns fest eingeplante Einnahmen über längere Zeit fehlen. Dies trifft alle Vereine, die Medien sind voll von Berichten über die aktuelle Situation von Fußballvereinen der Bundesligen und der Regionalliga. Ein Verein der Regionalliga hat diese Woche bekannt gegeben, ungeachtet der Konsequenzen aus dem Spielbetrieb der Regionalliga auszusteigen, auch wenn die den Abstieg bedeutet.

Diesen Weg wollen wir nicht einschlagen. Dennoch ist konsequentes und verantwortungsvolles Handeln gefragt: um die wirtschaftliche Situation der Wacker Burghausen Fußball GmbH zu stabilisieren, haben wir uns entschieden, Kurzarbeit anzumelden und somit die staatlichen Zuschüsse für unser Unternehmen in Anspruch zu nehmen.

Dieser Schritt war nur möglich, da alle Spieler, Trainer, Betreuer und Angestellte der Wacker Burghausen Fußball GmbH diesem Schritt zugestimmt haben. Wir sind stolz und äußerst dankbar über diese Solidaritätsbekundung.

Nun wollen wir Sie als unsere Sponsoren und Förderer genauso wie die Öffentlichkeit und alle Sportbegeisterten der Region über die aktuelle Situation informieren: der Fußball in Burghausen ist in Gefahr und wird nur überleben, wenn wir alle unseren Teil dazu beitragen.

Bis auf weiteres bleibt uns nur, zu hoffen und Ihnen zu wünschen, dass Sie alle gut durch diese ernsthafte Krise kommen und wir uns in einigen Wochen wieder im Stadion treffen und mit Stolz darauf zurückblicken können, diese Krise gemeinsam gemeistert zu haben. Ihnen persönlich wünschen wir, dass Sie gesund durch diese schwierige Zeit kommen. Sollten Sie Fragen zu diesem Schreiben haben, stehen wir wie immer uneingeschränkt zu Ihrer Verfügung!

Herzlichen Dank!

ma



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