TSV 1860 Rosenheim - SV Schalding-Heining 2:0

Sechziger holen sich den ersten Heimdreier!

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1860 Rosenheims Markus Einsiedler erzielte seinen ersten Treffer für die Rothemden seit seiner Rückkehr - und markierte per Kopf die wichtige Führung.
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Rosenheim – Mit einer über neunzig Minuten soliden und in den ersten zwanzig Minuten auch spielerisch ansprechenden Leistung sicherten sich die Rosenheimer Sechziger verdientermaßen den ersten dreifachen Punktgewinn der Saison gegen den SV Schalding-Heining. Die Niederbayern hatten zu wenig zu bieten, verschliefen vor allem die erste Halbzeit völlig und konnten die Hausherren eigentlich zu keiner Zeit ernsthaft in Bedrängnis bringen. Die Rosenheimer hingegen belohnten sich für einen souveränen und clever zu Ende gespielten Auftritt.

Die Rosenheimer hatten sich vorgenommen, in ihrem zweiten Heimspiel noch mutiger zu agieren, als beim 1:1 am Wochenende zuvor gegen die Reserve des 1.FC Nürnberg. Zumindest agierten sie von Beginn an bissig, waren sehr griffig in den Zweikämpfen, schnell bei ihren Gegenspielern – und ein unangenehmer Gegner. Da sie auch wesentlich ballsicherer auftraten als ihr Gegenüber aus dem Passauer Westen, den sie defensiv gut kontrollierten, erspielten sie sich schnell Vorteile. Sie hatten viel mehr Zugriff als der SV Schalding, eroberten den Großteil der zweiten Bälle. Ja, ihre kompakte Spielweise ließ sich gut an.

Rosenheimer wieder mit starkem Beginn

Auch ihr Offensivspiel konnte sich sehen lassen. Waren die Roten im Ballbesitz suchten sie schnell und zielstrebig den Weg nach vorne. Das machte sich schon nach dem ersten Abtasten der Anfangsphase mit Torchancen bezahlt: In der achten Minute spielte Philipp Maier einen schönen hohen Ball vom linken Strafraumeck hinüber in den halbrechten Rückraum. Dort nahm Mittelfeld-Abräumer Michael Denz das Leder aus etwas mehr als zwanzig Metern mit vollem Risiko volley. Sein scharfes Geschoss setzte auf dem nassen Rasen noch einmal auf, wurde dadurch noch schneller – und strich nur Zentimeter am linken unteren Pfosten des Gästegehäuses vorbei!

Service:

Nach einer Viertelstunde gleich die nächste gute Gelegenheit für die feldüberlegenen Rosenheimer: Nach Balleroberung in der eigenen Spielfeldhälfte war wieder de emsige Denz beteiligt. Er schlug einen schnellen flachen Diagonalpass in die Spitze auf Danijel Majdancevic und der schloss halblinks aus achtzehn Metern sofort ab – auch sein Flachschuss verfehlte das linke untere Eck nur knapp.

Gute Chancen für die Sechziger

Keine zwei Zeigerumdrehungen später hätte es fast geklingelt im Kasten der niederbayerischen Gäste: Einem schönen Flügelwechsel der Sechziger von rechts nach links folgte das feine Zusammenspiel von Mayerl und Majdancevic. Der Goalgetter der Rosenheimer flankte herein – in der Nähe des Elfemeterpunkts schraubte sich Neuzugang und Rückkehrer Markus Einsiedler in die Höhe und köpfte mit viel Drall ans linke Außennetz (17.)! Da wäre es für Schaldings Keeper Markus Schöller schwierig gewesen noch heranzukommen.

1860 Rosenheim - Schalding-Heining

Nach etwa zwanzig Minuten war es dann erst einmal vorbei mit der Rosenheimer Herrlichkeit – die Überlegenheit, gerade im Mittelfeld, nahm ab. Der SVS war jetzt präsenter, machte der Heimelf mehr Schwierigkeiten was ihr Aufbauspiel anging. Das führte dazu, dass sich die Sechziger nicht mehr ganz so durchsetzen konnten, auch den ein oder anderen wichtigen zweiten Ball verloren – und das Ganze sich etwas ausgeglichener präsentierte. Allerdings ohne dass es den Schaldingern deswegen gelungen wäre zu Torchancen zu kommen.

Einsielder köpft sein Einstandstor!

Mitten hinein in diese Phase, in der es bei den Rosenheimern etwas schleppender lief und sie den Elan der Minuten zuvor etwas verloren, fiel das Führungstor für die Hausherren. Genau zum richtigen Zeitpunkt also. Und es war ein Routinier, der für die Roten einnetzte: Nach einer von Ludwig Räuber kurz ausgeführten Ecke von rechts, brachte Robert Köhler eine formidable scharfe Flanke mit viel Schnitt herein – und in der Mitte musste Einsiedler aus acht Metern den Ball nur noch platzieren. Er hielt seinen Schädel perfekt hin – und köpfte unhaltbar zum 1:0 ins linke Eck (30.)!

Der Treffer kam den Gastgebern gerade recht – und gab ihnen zusätzlichen Rückenwind. In der Folge nahm ihre Überlegenheit wieder zu – und sie wirkten auch nach vorne wieder gefährlicher. Dies brachte ihnen einen Elfmeter in der 42. Minute ein: Bei einem flotten Vorstoß der Rosenheimer hinterlief Mayerl schön auf halblinks und wurde von Majdancevic klasse in Szene gesetzt. Als Mayerl schon im Sechzehner hereingeben wollte, streckte Schaldings Verteidiger Muhammet Alagöz beide Hände zum Ball – und Schiedsrichter Luka Beretic hatte keine andere Wahl als dies zu ahnden. Den fälligen Strafstoß schoss Majdancevic allerdings ganz schlecht halbhoch in die Tormitte – und Torhüter Schöller hatte wenig Mühe ihn zu parieren!

Majdancevic vergibt Elfer - und macht per Brust das 2:0

Doch das machte den Sechzigern relativ wenig. Sie steckten den Kopf nicht in den Sand – und trafen einfach bei der nächsten Situation: Wieder war es Räuber, Rosenheims Standradspezialist, der eine Ecke von rechts in den Strafraum schlug. Denz verlängerte am rechten Fünfereck per Kopf – und am langen Pfosten war Majdancevic zur Stelle, sprang in den Ball und bugsierte ihn mit der Brust über die Linie (43.)! Das war es – das 2:0 für die Sechziger. Zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt unmittelbar vor der Pause. Die Rosenheimer waren im Plan. Und führten verdient.

In der zweiten Hälfte versuchten die Hausherren vor allem nicht erneut abzubauen, wie in den Spielen zuvor gegen Buchbach und Nürnberg. Gleichzeitig versuchten die Schaldinger natürlich zumindest ein wenig den Druck zu erhöhen und irgendetwas zu ihren Gunsten zu wenden. Etwas zu verlieren hatten sie nun auch nicht mehr wirklich – was dazu führte, dass sie galliger zurück aufs Feld kamen, nicht mehr so passiv agierten. So hatten die Gäste jetzt mehr Zugriff und mehr Spielanteile – während die Rosenheimer im Wissen um ihre Zwei-Tore-Führung vorsichtiger wurden und sich teils freiwillig, teils unfreiwillig tiefer gestaffelt sortierten.

Nach der Pause überlässt 1860 Schalding die Initiative

Schalding versuchte also etwas mit dem vermehrten Ballbesitz anzufangen und Druck auszuüben, was eher leidlich gelang – während die Sechziger sich um defensive Stabilität und Sicherheit bemühten und sich von Minute zu Minute mehr aufs Kontern verlegten. Das Spielgeschehen verlagerte sich so mehr ins Mittelfeld und mehr in die Rosenheimer Hälfte – das gefährlichere Team blieben aber unter dem Strich nach wie vor die Gastgeber. Die Gäste bemühten sich – aber ihnen fehlte die Durchsschlagskraft.

Nach 58. Minuten musste 1860-Coach Tobias Strobl seinen Kapitän vom Platz nehmen. Matthias Heiß hatte Probleme mit dem Oberschenkel und musste deswegen angeschlagen runter. Für ihn kam Neuzugang Maximilian Höhensteiger in die Partie. Die Rosenheimer stellten um, Höhensteiger sortierte sich vorne ein. Trotzdem spielte die Heimelf es auch weiterhin defensiv solide.

Ihre erste wirkliche Tormöglichkeit bekamen die Kicker des SVS in der 66. Minute: Nach einer Freistoßflanke von Christian Bückl rutschte seinem Teamkollegen Christian Seidl am langen Pfosten sechs Meter vor dem Tor der Ball über den Scheitel. Praktisch im Gegenzug spielte auf der gegenüberliegenden Seite Rosenheims Maier einen schönen Pass in die Spitze auf den eingewechselten Höhensteiger. Der ging ab, spielte geschickt den letzten Verteidiger der Gäste aus – verschluderte aber dann am Sechzehner aus zentraler Position den Abschluss (67.).

SVS bekommt noch seine Chancen - aber Rosenheim wackelt nicht

Wirklich in Gefahr, dass die Schaldinger würden zurückkehren können, gerieten die Rosenheimer angesichts dessen, dass die Niederbayern den Druck forcierten und sie sich weiter zurückzogen nicht. Zwei gute Gelegenheiten bekamen die Gäste aber doch noch – bei denen die Sechziger Glück hatten, dass sie nicht noch den Anschlusstreffer kassierten: Erst flankte SVS-Kapitän Brückl von links auf den mittig sieben Meter vor dem Tor freistehenden Seidel – doch der setzte seinen Kopfballversuch knapp am linken Pfosten vorbei (76.). Kurz darauf hatte wieder Seidl die vielleicht dickste Chance für Schalding: Fabian Schnabel setzte sich über rechts energisch durch und flankte Scharf in die Mitte – Seidl köpfte am kurzen Pfosten aus sechs Metern um Zentimeter über die Latte (83.)!

Von diesen kurzen Momenten der Unsicherheit abgesehen, spielten es die Rosenheimer aber ruhig und clever zu Ende. Es war ein kluger Auftritt der Sechziger – auch wenn sie in der Schlußphase etwas nachließen und sich daraufhin hinten einigelten, lieferten sie eine über 90 Minuten grundsolide Partie ab.

Solide Leistung der Sechziger wird mit drei Punkten belohnt

Die letzte Chance in diesem Match gehörte wieder ihnen: Schaldings Brückl vertändelte am eigenen Strafraum den Ball, Mayerl profitierte davon, schnappte sich das Leder und war im Sechzehner alleine vor Schöller – wurde allerdings im letzten Moment noch entscheidend bedrängt und vergab gegen diesen die Riesenmöglichkeit zum 3:0 Schlusspunkt.

Nach langen fünf Minuten Nachspielzeit war dann auch ohne weiteren Treffer Schicht im Schacht – und die Rosenheimer ebenso strahlende wie verdiente Sieger. Die Hausherren fuhren ohne größere Probleme den wichtigen ersten Heimdreier der Saison ein. Auch wenn sie sich ihre Pausen nahmen - sie waren im Angriff immer wieder gefährlich, standen in der Abwehr größtenteils sehr stabil und ließen nur ganz wenige Torchancen zu. Mit jetzt vier Punkten auf dem Konto können sie beruhigt und voller Vorfreude zum Highlight bei den Löwen im Grünwalder Stadion am kommenden Samstag reisen (14:00 Uhr).

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