1.FC Schweinfurt 05 - TSV 1860 Rosenheim 1:1

Starke Rosenheimer zeigen Comeback-Qualitäten in Schweinfurt

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Die beiden Torschützen des Tages im Duell: Torjäger Danijel Majdancevic (rot) traf für 1860 Rosenheim, Herbert Paul für den 1.FC Schweinfurt 05.
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Schweinfurt - Der TSV 1860 Rosenheim überzeugte am Donnerstagabend im weit entfernte Schweinfurt und erkämpfte sich beim heimischen 1.FC 05 einen unter dem Strich vollkommen verdienten Auswärtspunkt. Ein wichtiger Zähler - denn obwohl auch die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt punktete, zeigten die Sechziger vor knapp über 1.000 Zuschauern keine Schwäche und wahrten den Abstand nach unten. Es sieht gut aus für die Rosenheimer.

Es war eine weite Fahrt für die Rosenheimer Rothemden ins Frankenland. Schon mittags ging es los. Doch die Sechziger schienen schon beim Warmmachen frisch, wach und hochmotiviert. Dies stellte sich dann auch zu Spielbeginn nicht als Trugschluss heraus. Die Rosenheimer waren hier von Anfang an engagiert - und drin in der Partie. Gerade bei solch langen Anreisen ja auch immer eine wichtige Angelegenheit. Die wichtigen Zweikämpfe wurden fast allesamt gewonnen - des öfteren waren die Schützlinge von Tobias Strobl den entscheidenden Schritt schneller als die Hausherren. Und kauften diesen so den Schneid ab.

Sechziger sofort griffig - und gut im Spiel

Nach einer viertelstündigen Abtastphase waren es sogar die Gäste aus der Innstadt, die hier begannen teilweise gefälligeren Ball zu spielen, die Kugel gut in den eigenen Reihen laufen ließen - und dabei äußerst sicher und abgeklärt auftraten. Da waren einige wirklich sehenswerte Ballstafetten dabei. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit änderte sich dies wieder etwas - und die Gastgeber aus Schweinfurt kamen besser ins Spiel, konnten sich etwas mehr in der Spielfeldhälfte der Rosenheimer festsetzen.

Darüber hinaus standen die Sechziger hier im Auswärtsspiel im Willy-Sachs-Stadion hinten extrem kompakt und konzentriert, agierten umsichtig gegen den Ball und im eigenen Spielaufbau - kurz: sie ließen überhaupt nichts anbrennen. Das sah richtig gut aus. Mit dem Willen angetreten, drei Punkte aus Schweinfurt zu entführen und mit dem Wissen darum, dass auch einer reichen würde - die Rosenheimer hatten die richtige Marschroute und waren auf dem richtigen Weg.

Rosenheimer gefährlich - beide Teams ohne große Tormöglichkeiten

Immer wieder suchten sie - wenn sich die Gelegenheit dazu bot - über blitzschnelle Pässe auf ihre drei schnellen Spitzen Josip Tomic, Danijel Majdancevic und Sascha Marinkovic auch ihre eigenen Möglichkeiten. Das wirkte durchaus gefährlich - es blieb aber meist bei Ansätzen. Wirklich durchspielen konnten die Sechziger sich hier nicht. Obwohl mehrmals nur ein Tick oder eine Fußspitze fehlte um durchzubrechen. Konkrete Torchancen für die Gäste waren also vorerst Fehlanzeige.

Service:

Auch die Gastgeber hatten bis auf einige Standards offensiv wenig zu bieten in diesem ersten Durchgang. Ein paar Fernschüsse, von denen wenig Gefahr ausging - das war es. Zu sicher standen die Gäste in der Defensive - zu sicher erledigten sie ihre Abwehraufgaben. Den in den vergangenen Wochen so effizient aufspielenden Schnüdeln fehlte ganz einfach das Tempo in ihren Aktionen - die Rosenheimer, die ja ihrerseits eine zuletzt für einen Aufsteiger formidable Bilanz vorweisen konnten, waren hier engagierter.

Schweinfurt versucht höheres Tempo zu gehen

Nach einer torlosen ersten Hälfte begannen die Schweinfurter den zweiten Durchgang ein wenig forscher. Zeigten ein wenig mehr Zug - versuchten höheres Tempo zu gehen. Die führte zwar zu ein paar mehr Abschlussversuchen aus dem Spiel heraus - etwas wirklich zwingendes sprang aber auch hierbei nicht heraus. Das Spiel aber wurde zumindest eine offenere Angelegenheit - auch den Rosenheimern offenbarten sich jetzt Räume, die sie zu nutzen versuchten. Zu mehr als ein, zwei Halbchancen führte aber auch das nicht.

Schweinfurt - 1860 Rosenheim

So wie das Spiel hier lief, war es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Standrad auf der einen oder anderen Seite sein würde, der das bisherige Spielgeschehen durchbrechen würde. Und so kam es nach etwas mehr als einer Stunde dann schließlich auch:

Ein Standard bringt den Franken die Führung

Zum Leidwesen der Sechziger zugunsten der Schweinfurter. Freistoß für die Schnüdel aus dem rechten Halbfeld, 30 Meter vor dem Tor der Gäste. Der Ball kam hoch herein, dort kam der aufgerückte Verteidiger der Franken Herbert Paul zum Kopfball - und setzte diesen unhaltbar für 1860-Keeper Dominik Süßmaier ins kurze Eck (61.)! 1:0 - Vorteil Schweinfurt.

Jetzt waren die Sechziger kurzzeitig beeindruckt, verloren für einige wenige Minuten etwas die zuvor so gute Balance. Dies führte dazu, dass die Hausherren fast hätten einen schnellen zweiten Treffer nachlegen können:

Rosenheims Linor Shabani verlor im Mittelfeld in der Vorwärtsbewegung seiner Mannschaft den Ball an Schweinfurts Kevin Fery, der zur Pause eingewechselt worden war. Fery erkannte den Raum, machte das Spiel schnell und passte fein nach halbrechts in den Lauf von Adam Jabiri. Der konnte sich alleine vor dem Rosenheimer Gehäuse die Ecke aussuchen, versuchte halbhoch rechts einzunetzen - doch Süßmaier machte sich ganz lang und konnte mit einer Glanzparade sensationell abwehren (64.)! Der Schlussmann der Sechziger hielt die Seinen im Spiel.

Süßmaier rettet 1860 - dann schlägt Majdancevic zu!

Länger geschockt zeigten sich die Gäste hier allerdings nicht. Sofort nahmen sie wieder den Faden auf - und versuchten in den wenigen Offensivaktionen, welche die Schweinfurter zuließen, konsequent und mit Elan zum Ausgleich zu kommen. Was ihnen auch gelingen sollte:

Denn die Schnüdel drängten ihrerseits jetzt mehr nach vorne als noch in der ersten Halbzeit - boten so Platz für Konter. Ein Spiel, das die Rosenheimer mögen. Als sich die Gelegenheit ergab, wurde Majdancevic mit einem weiten Ball über den rechten Flügel geschickt. Die Fahne blieb unten, der Goalgetter der Sechziger zog auf und davon, stürmte von außen in den Strafraum und narrte aus spitzem Winkel Schweinfurts Torwart David Paulus, indem er ihm den Ball durch die Beine spitzelte (74.)! Ausgleich - Rosenheim wieder auf Kurs.

Spannende und hektische Schlussphase

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal richtig spannend - und hektisch. Schweinfurt gab weiter Gas, war jetzt wütend. Rosenheim war zurück gekommen, blieb weiter gefährlich und lauerte auf Gegenstöße. Unmittelbar nach dem Ausgleich gewannen die Gäste sogar gefühlt für ein paar Minuten die Oberhand. Doch die 05er ließen auch noch zwei riesen Dinger liegen:

Erst flankte Schweinfurts Steffen Krautschneider von links herein, Nikola Jelisic ließ das Leder clever durch - und Jabiri hätte eigentlich nur noch einschieben müssen, jagte das Leder aber weit über das Gehäuse (77.). Dann zirkelte Christopher Kracun einen Freistoß aus zentraler Position aus etwa zwanzig Metern Torentfernung ans Lattenkreuz (83.)!

Sechziger im Glück - bange Minuten nach Gelb-Rot für Heiß

Letzteres war der Startschuss für Schweinfurts Schlussoffensive. Die Sechziger hatten jetzt noch einige bange Minuten inklusive Nachspielzeit zu überstehen. Zu allem Überfluss auch noch fast zehn Minuten in Unterzahl. 1860-Kapitän Matthias Heiß hatte nach einem taktischen Foul in der 85. Minute seine zweite gelbe Karte gesehen und musste mit Gelb-Rot vom Feld. Auch sein Trainer Strobel wurde des Platzes verwiesen - und musste sich den Rest der Partie von der Tribüne aus anschauen. Er hatte sich in der Szene zu heftig beschwert.

Doch richtig gefährlich wurde es nur noch ein Mal. Als auch die Schussversuche der Schweinfurter Johannes Golla und Paul im Strafraum geblockt werden konnten, hatten es die Rosenheimer geschafft. Und fuhren einen wichtigen Auswärtspunkt ein, den sie sich redlich verdient und erkämpft hatten. Ihre starke und mutige Spielweise wurde am Ende belohnt.

Rosenheimer erkämpfen sich Punkt - und bleiben voll auf Kurs

1860 Rosenheim liegt nun mit 36 Punkten weiter sieben Zähler vor dem ersten Abstiegs-Relegationsrang - und nur noch vier Zähler zur "magischen" 40-Punkte-Marke. Der Sechziger-Dampfer steuert also weiter unaufhaltsam in Richtung Klassenerhalt. Die Rosenheimer können zufrieden sein - ihr vorösterlicher Ausflug unter der Woche nach Schweinfurt hatte sich gelohnt.

So sah es auch ihr Trainer Tobias Strobl nach der Partie: "Es war ein kampfbetontes, intensives Spiel. Wir wollten mutig sein, früh pressen - und die Schweinfurter so im Spielaufbau stören und in ein ungewohntes Schema zwingen. Ich denke, dass haben wir ganz gut geschafft. Und glaube grundsätzlich, dass wir hier ein gutes Spiel abgeliefert haben. An einem Donnerstagabend auswärts. Nach dem 0:1 zurück zu kommen war nicht so einfach - da kann die Mannschaftt stolz auf sich sein!".

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