TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim 2:1

Buchbach dreht Spiel - und holt sich Derby-Sieg gegen Rosenheim!

Buchbachs Mayer (weiß) gegen Rosenheims Maier (rot). Eines von vielen intensiven Mittelfeld-Duellen im hart umkämpften Inn/Salzach-Derby.
+
Buchbachs Mayer (weiß) gegen Rosenheims Maier (rot). Eines von vielen intensiven Mittelfeld-Duellen im hart umkämpften Inn/Salzach-Derby.

Buchbach - Mit einer Energieleistung und furiosen Aufholjagd gelingt es dem TSV Buchbach, sich im Tabellenkeller dringend benötigte Luft zum Atmen zu verschaffen. Dank zweier Treffer binnen fünf Minuten drehen die Dorfkicker nach einer uninspirierten ersten Hälfte im zweiten Durchgang die Partie und fügen dem TSV 1860 Rosenheim, dem in den Schlussminuten ein klarer Handelfmeter versagt bleibt, in einem hart umkämpften Duell eine schmerzhafte Niederlage zu. Nach dem zweiten verlorenen Derby innerhalb einer Woche muss sich der Aufsteiger erstmals in dieser Saison Sorgen beim Blick auf die Tabelle machen. 

aus der SMR-Arena berichtet Christian Schulz

Nur eine Woche nachdem die Rosenheimer ihr erstes Derby zuhause gegen den SV Wacker Burghausen knapp verloren hatten, stand gleich das nächste interne Inn/Salzach-Duell in der Regionalliga Bayern an. Der TSV Buchbach und die Sechziger trafen sich, um den zweiten Rang im Spielkreis unter sich auszumachen. Das „Kult-Dorf“ gegen die Städter vom Inn. Und als hätte dieses – auch in der Vergangenheit immer heiße – Derby nicht so schon genug Brisanz in sich getragen, kam auch noch die angespannte Tabellensituation hinzu.

Die Vorzeichen vor diesem Aufeinandertreffen waren also klar. Ein so genanntes Sechs-Punkte-Spiel war es für beide. Die Buchbacher wollten sich endlich unten herausarbeiten – dazu mussten sie einen direkten Konkurrenten und Liga-Neuling natürlich schlagen, um zu diesem aufzuschließen und ihn weiter unten mit hinein zu ziehen. Die Rosenheimer dagegen witterten ihre Chance die Gastgeber angesichts ihrer zahlreichen Ausfälle in einem Moment der Schwäche zu erwischen und ihren Vorsprung auf den ungeliebten Rivalen auf sechs Punkte zu erhöhen. Weiter am Punktepolster auf die Kontrahenten im Tabellenkeller arbeiten, war also angesagt für die Sechziger.

Jede Menge Brisanz im "Sechs-Punkte-Duell" - keiner will verlieren

Beiden Teams merkte man deutlich an, dass sie hier vor allem eins nicht wollten – verlieren. Sehr um Kompaktheit bemüht, wagten sie sich vor den knapp 850 Zuschauern nur selten aus der Deckung. Offensivbemühungen fanden nur zaghaft statt. Dennoch waren es die Hausherren, denen als Heimmannschaft die Aufgabe zufiel, zu versuchen, ihr Spiel aufzuziehen. Es gelang ihnen so gut wie gar nicht. Wenig überzeugend war das, was die Buchbacher hier zeigten, wenn sie versuchten, den Vorwärtsgang einzulegen. Unkreativ, harmlos – und gegen die gut sortiere Rosenheimer Defensive absolut ungefährlich.

Service:

Bei den Gästen lief es besser. Dazu trug auch bei, dass ihr wichtiger Top-Stürmer Danijel Majdancevic trotz der Tatsache, dass er am Wochenende beim Debüt der Deutschen Futsal-Nationalmannschaft in Hamburg mitwirkt, an diesem Freitagabend dabei sein konnte. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sascha Marinkovic bildete er das gewohnt gefährliche Sturm-Duo der Sechziger. Die Rosenheimer, die ihre Gegner tief erwarteten, ließen hinten rein gar nichts anbrennen, standen gut und erfüllten umsichtig die Vorgaben ihres Chefcoachs Klaus Seidel.

Nach vorne hin versuchten sie immer wieder über ihre pfeilschnellen und in den Zweikämpfen geschickten Spitzen mittels Nadelstichen für Torgefahr zu sorgen. Das gelang ihnen nicht oft – aber wenn, dann wesentlich effektiver als den biederen Hausherren. Ganz einfach deshalb, weil sie viel zielstrebiger und mit mehr Schwung agierten.

Sechziger effektiver - Marinkovic knipst, Majdancevic fast mit dem 0:2

Rosenheims Alexander Zetterer war einen Schritt schneller als sein Gegenspieler, setzte sich im rechten Mittelfeld energisch durch und spitzelte den Ball weiter in die Spitze zu Marinkovic. Der reagierte instinktiv blitzschnell und genauso gescheit – und leitete das Leder kurz vor der Strafraumgrenze direkt mit der Hacke weiter durch die Schnittstelle der Buchbacher Abwehr zu Maximilian Mayerl halblinks im Sechzehner. Mayerl spielte überlegt den Doppelpass quer zu Marinkovic, der herausstürzende Buchbacher Torhüter Sandro Volz war ausgespielt – und der Rosenheimer Stürmer blieb eiskalt und knallte den Ball mit voller Wucht durch die machtlosen Abwehrspieler hindurch zum 0:1 in die Maschen (28.)! Was für eine tolle Kombination – und was für ein herrlicher Treffer!

Da den Buchbachern weiter nichts Schlagkräftiges gelang und die Gäste so das Geschehen unter dem Strich im Griff hatten, bekamen die Sechziger noch vor der Pause die Chance, das Spiel vielleicht vorzuentscheiden: ein langer Diagonalball aus dem Mittelfeld fand halbrechts im Strafraum den heute bärenstarken Marinkovic, der in die Mitte auf Majdancevic ablegte – und erst im allerletzten Moment gelang es Buchbachs Keeper Volz dazwischenzufahren und die Situation zu bereinigen (45.)! Das wäre um Haaresbreite die Zwei-Tore-Führung für Rosenheim kurz vor dem Halbzeitpfiff gewesen!

Bissiger Derbykampf geht mit Rosenheimer Führung in die Pause

So ging eine streckenweise verbissen geführte erste Halbzeit mit 0:1 zu Ende. Die Hausherren haben zwar mehr Ballbesitz, klar – aber was machten sie damit? Sie waren im letzten Drittel regelmäßig viel zu umständlich und ideenlos. Ganz anders die Gäste, welche die Schlafmützigkeit der Heimabwehr gnadenlos zum Führungstreffer ausnutzen. Der Spielplan der Rosenheimer war bis dahin vollständig aufgegangen.

TSV Buchbach - 1860 Rosenheim

TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Mich ael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim
TSV Buchbach - TSV 1860 Rosenheim © Michael Buchholz

Nach Wiederbeginn versuchten die Buchbacher sofort den Druck zu erhöhen, um möglichst schnell zum Ausgleich zu gelangen. Dies gelang ihnen leidlich. Konkrete Möglichkeiten blieben weiter eher die Ausnahme – aber es gab sie jetzt zumindest. Die Marschroute der Gäste änderte sich nicht. Klar, sie führten hier – hatten sich in der ersten Hälfte defensiv viel Sicherheit geholt und konnten komfortabel abwarten, was ihnen die Gastgeber im Laufe der Partie noch anbieten würden.

Buchbach erhöht den Druck - Petrovic verpasst nur knapp

Nach 52 Minuten hätten die wütenden Bemühungen der Buchbacher allerdings dennoch fast zum schnellen Ausgleich geführt. Endlich waren sie einmal durch gekommen: Die Abwehr der Sechziger bekam den Ball nicht vernünftig geklärt, Gewühl im Rosenheimer Strafraum - und die Kugel landete rechts am Fünfmeterraum bei Buchbachs Mittelfeldmotor Aleksandro Petrovic. Der konnte sich durchsetzen und hätte das Leder fast auch ins Tor spitzeln können – doch in letzter Sekunde brachte ein Rosenheimer Verteidiger noch den Fuß dazwischen (52.)! Was für eine gefährliche Szene! Das Derby nahm Fahrt auf.

Nur fünf Minuten später verstärkte Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter dies noch – setzte alles auf eine Karte: Doppelwechsel bei den Einheimischen. Patrick Drofa ersetzte Manuel Neubauer – und für Martin Mayer kam mit Maximilian Bauer ein Rückkehrer aus dem sich langsam lichtenden Buchbacher Lazarett (57).

Hausherren werfen alles in die Waagschale - und werden belohnt

Die nun äußerst offensive Ausrichtung der Gastgeber, die mit aller Macht den Ausgleich erzwingen wollten, kam jetzt natürlich den Rosenheimern und ihrer Spielanlage entgegen. Sie konnten weiter versuchen, aus einer sicheren Abwehr heraus auf den einen entscheidenden Konter zu lauern. Ein gefährliches Spiel, welches die Hausherren nun spielten. Aber sie hatten keine andere Wahl. Es lief alles darauf hinaus, dass die Buchbacher hier anspielen würden, bis sie zum Torerfolg kommen – oder aber die Rosenheimer die entstehenden Räume nutzen und ihnen den Knockout verpassen würden.

Doch die tapfer kämpfenden und sich gegen die drohende Niederlage stemmenden Einheimischen konnten tatsächlich ausgleichen: Flanke der Buchbacher aus dem rechten Halbfeld Richtung gegenüberliegende Strafraumseite, Rosenheims Torwart und Ex-Buchbacher Dominik Süßmaier stürmte aus seinem Kasten, wollte die Flanke weit vor seinem Tor abfangen – räumte allerdings nur seinen Teamkollegen Zetterer um. Das Leder wurde so zur Beute des eingewechselten Bauer – und der Joker der Buchbacher bedankte sich, fackelte nicht lange und setzte den Ball von links aus kurzer Distanz in die untere lange Ecke – 1:1 (69.)!

Doppelschlag lässt Buchbach jubeln! Volz rettet gegen Majdancevic!

Und damit hatten die Buchbacher noch nicht genug – jetzt wollten sie endgültig den Derbysieg! Auch das Publikum war nun aufgeweckt – und peitschte seine Mannschaft nach vorn. Die Gastgeber setzten nach – und sie legten nach: Keine fünf Minuten später trat Maximilian Drum eine Ecke von rechts scharf herein, Rosenheims Abwehr passte nicht auf – und Moritz Löffler war zur Stelle, sprang in den Ball und erzielte per Kopf den vielumjubelten 2:1 Führungstreffer für die Hausherren (74.)! Partie gedreht – jetzt lag Buchbach vorne!

Aus Sicht der Gäste war das natürlich zu einfach gegangen - die Partie zu leichtfertig aus der Hand gegeben worden. Damit wollten sich die Rosenheimer nicht abfinden, waren jetzt ihrerseits wütend – und hätten auf der Gegenseite fast den umgehenden Ausgleich erzielt: Freistoß für die Sechziger aus 25 Metern, zentral vor dem Gehäuse der Hausherren. Majdancevic nahm sich der Aufgabe an, legte sich die Kugel zurecht – und schlenzte sie scharf und millimetergenau auf den rechten Winkel. Doch Buchbachs Keeper Volz packte eine schier unglaubliche Parade aus - und kratzte das Ding irgendwie noch gegen das Lattenkreuz und verhinderte somit das sichere 2:2 (77.)! Eine Wahnsinns-Szene! Der hätte genau gepasst!

Doch es ging genauso rasant weiter. Keine Zeigerumdrehung später hätten auch die Buchbacher erneut einnetzen können: Die ungestüm angreifenden Rosenheimer waren hinten zu offen, ein Gegenstoß der Gastgeber fand rechts im Strafraum den eingewechselten Drofa – und der knallte das Leder nur Zentimeter neben dem rechten Kreuzeck ans Außennetz (78.)! Jetzt war es ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Knisternde Spannung in diesem hart umkämpften Derby!

Sechziger hadern mit dem Schiri - emotionales Comeback von Maxi Hain

Danach beruhigte sich das Geschehen wieder etwas. Die Rosenheimer schafften es nicht mehr, den Schalter noch entscheidend umzulegen und selber offensiv noch einmal mit Macht auf den Ausgleich zu drängen. Zu über den Haufen geworfen war ihr bisheriger Spielplan, zu sehr hatten ihnen die beiden Rückschläge zugesetzt. Die ein oder andere strittige Abseitsentscheidung des Schiedsrichtergespanns trug ihren Teil dazu bei, bremste die Sechziger zusätzlich aus – und führte zu lautstarken Unmutsäußerungen von Seiten der Gästebank, die genau auf Höhe des Linienrichters positioniert war. Erst kurz vor dem Schlusspfiff konnten die Innstädter noch einmal richtig Wind machen.

Doch zunächst kam es zu einem emotionalen Moment in der 88. Minute: Nach langer Leidenszeit und schwerer Krankheit kehrte Buchbachs etatmäßiger Kapitän Maximilian Hain auf das Spielfeld zurück. Die heimischen Fans erhoben sich und begrüßten ihn ebenso überschwänglich, wie es seine Mannschaftskameraden taten. Kollektiver Applaus. Eine schöne Szene!

Klares Handspiel im Sechzehner - kein Elfmeter!

Einen weniger strahlenden Auftritt hatte dann nur wenige Minuten später Schiedsrichter Markus Pflaum: Nach einer Ecke der Sechziger, die von den Buchbachern nicht ordentlich geklärt werden konnte und dem anschließenden Versuch der Rothemden, den Ball in den Strafraum durchzustecken, zuckte die Hand eines am Boden liegenden Verteidigers der Gastgeber heraus und lenkte das Leder zur Seite ab. Ein glasklares Handspiel – doch Referee Pflaum entschied, statt auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, auf Weiterspielen! Die Rosenheimer - sowohl auf der Bank, als auch auf dem Feld - jetzt außer sich vor Wut. Doch alle Proteste nutzten nichts.

Eine Chance bekamen die Rosenheimer allerdings noch – und was für eine: Erneute Ecke der Gäste in der dritten Minute der Nachspielzeit. Das Leder kam herein, Kopfballduell in der Mitte, Verwirrung im Sechzehner, der Ball fiel acht Meter vor dem Kasten vor die Füße des eingewechselten Sechzigers Korbinian Linner – doch der verzog aus aussichtsreicher Schussposition und drosch den Ball links am Tor vorbei (93.)! Das hätte der Ausgleich in letzter Sekunde sein müssen! Was für ein dramatisches Spiel!

Linner hat den Ausgleich auf dem Fuß - Buchbach gewinnt das Derby!

Sofort im Anschluss war das Derby Geschichte. Buchbach hatte das Ding hier in der zweiten Hälfte mit einer couragierten und entschlossenen Kampfleistung tatsächlich gedreht – und gewonnen. Die Seidel-Elf konnte dem Druck im zweiten Durchgang nicht mehr standhalten und kassierte innerhalb von nur fünf Minuten beide Gegentreffer. Vor allem was die Moral anging, ein gewaltiger Erfolg für die Hausherren. Ein wahrer Befreiungsschlag!

Die Rosenheimer hingegen verloren das zweite Derby in einer Woche und ihre dritte der letzten vier Begegnungen. Eine ernüchternde Bilanz. Sie müssen erstmals in dieser Saison anfangen, sich Sorgen zu machen. Nichts, was für einen Aufsteiger mit einer jungen Mannschaft, vielen Eigengewächsen und dem niedrigsten Budget der Liga nicht zu erwarten gewesen wäre - in Rosenheim weiß jeder wie hart diese Saison vom ersten bis zum letzten Spieltag sein wird - erwähnenswert bleibt es trotzdem. Doch auch durch diese Phase müssen sie hindurch.

Punktemäßig liegen nun beide Teams gleichauf. Den Buchbachern ist es gelungen, die Sechziger zu sich herunter zu ziehen. Auf diese wartet nun kommende Woche ausgerechnet ein Auswärtsspiel bei der bisherigen Übermannschaft Unterhaching. Es wird eng im Tabellenkeller.

Kommentare