Vor dem Ligastart zwischen Buchbach und Rosenheim

Vorfreude aufs Derby - 3 Fragen an die Sportlichen Leiter

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Der Moment, über den vor knapp zwei Monaten halb Fußball-Deutschland sprach: Alexander Strobls Kopfball in der 97. Minute zum Buchbacher 3:2-Sieg in Rosenheim.

Buchbach/Rosenheim - Vor der 21. Pflichtspielauflage des Derbys zwischen Buchbachern und Rosenheimern (Freitag, 19:00 Uhr), welches ja schon viele unvergessliche Fußball-Geschichten geschrieben hat, sprachen wir mit den beiden Sportlichen Leitern Hansjörg Kroneck (TSV 1860 Rosenheim) und Georg Hanslmaier (TSV Buchbach) - die beide dem Punktspielauftakt entgegenfiebern.

Die Erinnerungen an das letzte Derby in der Fußball-Regionalliga Bayern sind noch frisch und werden wohl auch so schnell nicht verblassen: Buchbachs damaliger Torhüter und Derbyheld Alexander Strobl, der in der 97. Minute unfassbarer Weise den TSV Buchbach durch seinen Kopfballtreffer am letzten Spieltag Mitte Mai zum 3:2 Sieg und damit zum Klassenerhalt geköpft hat, steht zwar in der Zwischenzeit beim TSV 1860 München zwischen den Pfosten, aber das tut wenig zur Sache.

Dass die neue Spielzeit der Regionalliga Bayern für den TSV 1860 Rosenheim und den TSV Buchbach am Freitag um 19:00 Uhr mit dem Derby in der Buchbacher SMR-Arena beginnt, ist für beide Vereine ein absoluter Knaller und für die Fans ein echter Leckerbissen. Mehr geht nicht. Wir befragten die Sportlichen Leiter beider Vereine dazu:

Beinschuss Direkt: Was bedeutet das Derby für Sie konkret?

Hansjörg Kroneck (TSV 1860 Rosenheim): „Generell ist es zunächst einmal einerseits ein Spiel wie jedes andere - bei dem es um drei Punkte geht. Aber natürlich ist so ein Derby andererseits immer auch ein besonders Spiel. Jeder will es gewinnen, keiner will es verlieren. Wir freuen uns jetzt aber zuvorderst auf die neue Saison. Die Rivalität ist aus meiner Sicht nicht zu hoch, dass passt schon - sie steht zumindest nicht absolut im Vordergrund.“

Georg Hanslmaier (TSV Buchbach): „Trotz der vielen knisternden Geschichten der letzten Jahre ist es für uns ein relativ normales Derby. Es ist immer schön gegen Rosenheim zu spielen, für uns haben die Partie gegen Rosenheim oder das Spiel eine Woche später in Schalding letztendlich sportlich sogar mehr Bedeutung als beispielsweise das Spiel gegen die Löwen - weil wir da auf Gegner treffen, mit denen wir uns auf Augenhöhe sehen. Insofern ist das Derby zum Auftakt gleich ein guter Gradmesser.“

Der erfolgreiche Sportliche Leiter der Rosenheimer Sechziger - Hansjörg Kroneck.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Regionalduell?

Hanslmaier: „Das wird sicherlich wieder ein bis zur letzten Minuten heiß umkämpftes Match auf höchstem Niveau im Amateurfußball. Wir hoffen, dass bei all dem Wirbel um das Spiel gegen die Löwen die Fans beider Mannschaften den sportlichen Wert dieser Partie würdigen - und deswegen hoffen wir auf über 1000 Zuschauer. Dass wir in den letzten Vergleichen meist das bessere Ende für uns hatten, ist leider keine Garantie.“

Kroneck: „In erster Linie hoffe ich auf ein gutes Fußballspiel. Die Derbys waren immer knapp und wir würden natürlich schon gerne auch mal etwas mitnehmen. Buchbach will mit einem Heimsieg starten - und das wollen wir zu verhindern wissen. Schon allein aus dem einfachen Grund, weil logischerweise jede Mannschaft einen Fehlstart in die neue Saison vermeiden will. Wenn wir ein Unentschieden holen, wäre das auch eine Bestätigung der Vorbereitung mit der wir zufrieden wären - schließlich weiß ja momentan noch keiner so genau, wo er steht.“

Sein Buchbacher Pendant Georg Hanslmaier.

Wie beurteilen Sie den jeweiligen Gegner?

Kroneck: „Zur Mannschaft der Buchbacher selbst, kann ich im Detail wenig sagen. Dazu bin ich zu weit weg, um beurteilen zu können, ob der etwas veränderte Kader dieses Jahr funktioniert. Aber klar ist, dass Buchbach gut strukturiert und aufgestellt ist. Der Verein spielt seit Jahren auf höchstem Level in Bayern - wenn man das bei der geografischen Lage schafft, muss man einen guten Job machen.“

Hanslmaier: „Der Gegner ist sehr kompakt. Mit Tobi Strobl hat Rosenheim im Winter einen jungen, dynamischen Trainer geholt - dessen Handschrift man ganz genau erkennt. Rosenheim hat eine klare Spielphilosophie - und sehr gute Einzelspieler. Wir können auch viel von den Rosenheimern lernen - die in einigen Bereichen professioneller aufgestellt sind als wir. Beispielsweise spielt 1860 Rosenheim mit allen Jugendmannschaft höher als wir - und hat wahrlich auch nicht die idealen Trainingsverhältnisse. Abteilungsleiter Franz Höhensteiger ist früher als Kapitän vorangegangen - und macht jetzt auch als Abteilungsleiter seit Jahren einen guten Job. Trotz aller Rivalität gibt es eine hohe Wertschätzung.“

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Die Interviews führte Michael Buchholz

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