Wacker vor der Auswärtsprüfung Seligenporten

Burghausen muss im Kloster den Notenschnitt aufbessern

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"Alle im selben Boot": Auch der Zusammenhalt im Klassenverbund hat schon so manchem Zauberlehrling zur Versetzung verholfen.

Burghausen - Für Bayerns Schülerinnen und Schüler gab es bereits am Freitag die Zeugnisse. Gut für den SV Wacker Burghausen, dass die Regionalliga Bayern erst am Anfang steht und das Notenblatt noch längst nicht angefertigt wird. Ansonsten wäre das Vorrücken vor dem Gastspiel am Samstag um 14:00 Uhr im Klosterort Seligenporten ernsthaft gefährdet.

Null Punkte nach den ersten beiden Runden sind natürlich nicht der Start, den man sich wünscht, doch Wacker Burghausens Trainer Patrick Mölzl verweist darauf, dass sich die neue Klassengemeinschaft erst noch finden muss.

"Wir sind in der Pflicht zu punkten!"

„Dass wir nach dem Umbruch, wir haben immerhin dreizehn neue Spieler im Kader, nicht gleich Vorne weg marschieren, war klar. Aber wir sind jetzt doch ein Stück weit in der Pflicht zu punkten - und wir wollen natürlich das Team in diesem Spiel sein, dass am Ende von der Null wegkommt.“, so Mölzl mit Blick darauf, dass auch der Gegner, der freilich erst einmal ran durfte, noch ohne Zählbares dasteht.

Der einzige Fachbereich, der bislang gut funktioniert, ist der von Toni Zeidler: Keeper Franco Flückiger hat nämlich die beiden bisherigen Prüfungen bestanden - auch wenn das bei sieben Gegentreffern ein wenig absurd klingt. Zu verantworten haben die Einschläge vielmehr einige Klassenkameraden, die ihre Hausaufgaben gar nicht oder nur sehr schlampig gemacht haben.

Das Einmaleins muss stimmen - dann kommt der Rest

Deswegen hieß es diese Woche erst einmal: Zurück auf die Schulbank, das kleine Fußball-Einmaleins zur Hand nehmen und auswendig lernen - Zweikämpfe annehmen, Zweikämpfe gewinnen! Das ist sozusagen das Kernfach im „Laufsport“ Fußball, die mathematische Formel zum Erfolg. Wer die Zweikämpfe gewinnt, hat auch in den anderen Fächern gute Aussichten auf beste Noten. Etwa in Psychologie: Gewonnene Zweikämpfe verbessern das Zutrauen in eigene Stärke immens.

Nach dem erschreckend schwachen 1:4 gegen Illertissen war Oberpauker Mölzl ordentlich verschnupft. Dabei hatte es nur wenige Tage zuvor bei den Löwen im Grünwalder Stadion noch so gut ausgesehen. Das Match gegen den FVI hingegen hat beim Coach nicht nur Kopfschmerzen verursacht, sondern auch dessen Stimmbänder strapaziert. Die konnte Mölzl aber in den folgenden Übungsstunden nicht schonen. Wieder und wieder musste er seinen Schülern die Grundlagen des Fußball-ABCs nahebringen. So eindringlich, dass ihm zum Schluss die Stimme ganz versagte - schulfrei gab es deswegen freilich nicht.

Im Grundlagentraining wird der Einsatz beurteilt

Im Gegenteil: Der Unterricht war pickepacke voll mit Fußball-Basics. Dabei haben Mölzl und sein Co-Trainer Dominik Hausner ganz genau auf die Mitarbeit geachtet - die Streber sollen belohnt werden. Das betont auch Mölzl: „Jeder Spieler hatte im Training am Donnerstag und Freitag die Möglichkeit zu zeigen, dass ich auf ihn nicht verzichten kann. Entsprechend werde ich dann den Kader nominieren.“

Ein Fragezeichen steht dabei hinter Muhamed Subasic, der Probleme im Leistenbereich hat und deswegen behandelt werden musste. Sollte „Suba“ passen müssen, würde es nach dem Ausfall von Tobi Janietz im Fachbereich Außenverteidigung schon etwas eng. Mag die Verletzung von Philipp Knochner (Kreuzbandriss) noch sehr schwer wiegen, im Mittelfeld hat Mölzl noch einige Alternativen, an gelernten Außenverteidiger stehen ansonsten nur noch Christoph Schulz und Wolfgang Hahn zur Verfügung.

Keine guten Erinnerungen ans Kloster Seligenporten

Auch wenn die die Erinnerungen an die letzte Klassenfahrt zu den Klosterern, die nach 0:3-Rückstand mit einer 3:4-Pleite und einer dubiosen roten Karte für Knochner endete, nicht sonderlich positiv sind, sollten sich die Burghauser der Prüfung in Seligenporten stellen, mutig sein und dabei Flüchtigkeitsfehler vermeiden. Dazu braucht es keine Doktorarbeit, am Ende muss keine „Eins mit Stern“ stehen, kein „summa cum laude“ - drei dreckige Punkte reichen völlig aus!

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Michael Buchholz

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