Hauptsache drei Punkte

Dirk Teschke war schon vor dem Oberbayern-Derby seiner Rosenheimer gegen den FC Ismaning klar, dass die Partie nichts für Fußball-Ästhetiker wird. Das Wichtigste seien aber die drei Punkte an diesem Tag gewesen und so kann man sich sicher sein, dass Teschke seiner Mannschaft verzeiht, dass sie an diesem Tag spielerisch nicht wirklich glänzen konnte. Ismanings Coach Roman Grill wusste auch, warum das Regionalliga-Spiel an diesem Tag vom Niveau her eher schwach war: "Spielerisch war heute auf diesem Boden fast nichts zu machen." Doch der FCI-Coach fand trotzdem lobende Worte für den Gegner aus Rosenheim. "Es war eine kampfbetonte Partie, in der wir in der ersten Hälfte viele Probleme mit den Standards der Rosenheimer hatten. Außerdem hat es 1860 gut verstanden, den Körper einzusetzen", so Grill. 


1860 bei Standardsituationen stets gefährlich

Darum war es an diesem Tag auch nicht weiter verwunderlich, dass der erste und einzige Treffer dieser 90 minütigen Spielzeit aus einer Standardsituation resultierte. Ein weiter Kokocinski-Einwurf wurde per Kopf ans lange Fünfer-Eck verlängert, wo Eugen Martin mit einer sehenswerten Direktabnahme aus der Drehung erfolgreich war. Das war nach einer guten Viertelstunde. Ismaning hingegen blieb in den ersten 45 Minuten offensiv ziemlich harmlos - dieses Bild sollte sich nach dem Seitenwechsel auch nicht verändern. Lediglich Christian Grujicic brachte in der Anfangsphase einen nennenswerten Schuss auf das Gehäuse von 1860-Schlussmann Robert Mayer. Auf der Gegenseite hatte die Kathrein-Elf noch zwei gute Gelegenheiten, nach - wie sollte es an diesem Tag anders sein - jeweils einer Standardsituation. Einen Birner-Freistoß von rechts brachte Michael Kokocinski wieder vors Tor, wo der aufgerückte Innenverteidiger Florian Pflügler an Schlussmann Andreas Rössl scheiterte (28.). Dann war es Benjamin Birner selbst, der einen Freistoß von ganz rechts außen aus unmöglichem Winkel direkt aufs Tor drehte. Der Ball ging nur knapp am langen Pfosten vorbei.


Nach dem Seitenwechsel entfernte sich die Begegnung allerdings noch weiter von vernünftigem Regionalliga-Niveau. Die Gastgeber taten nur noch das Nötigste und Ismaning war offenbar nicht in der Lage, offensiv etwas zu bewegen oder den Willen zum Ausgleichstreffer an den Tag zu legen. Dementsprechend gab es nun kaum noch nennenswerte Szenen. Ein Kopfball von Pflügler ging deutlich über das FCI-Gehäuse und ein Versuch des eingewechselten Mario Staudigl wurde ans Außennetz abgeblockt (90.).

Wohin mit dem FC Ismaning?

Nach dem schwachen Auftritt der Gäste stellt sich weiterhin die Frage: Wohin mit dem FC Ismaning und seinem Überbrückungs-Kader? Einige Fußballexperten, die sich unter den Zuschauern im Jahnstadion befanden, waren sich nach den 90 gesehenen Minuten einig, dass Ismaning nächstes Jahr in der Bayernliga auf Punktejagd gehen wird. Die Aufgabe am nächsten Spieltag wird nicht unbedingt leichter, denn dann ist die Bundesliga-Reserve vom 1. FC Nürnberg zu Gast. Und auch der TSV 1860 Rosenheim macht nächste Woche Bekanntschaft mit Unterfranken: Für Teschke und seine Männer geht es zum Auswärtsspiel nach Fürth. (bok/wei)



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