FC Bayern München II - TSV 1860 Rosenheim

Dank Einsiedler: 1860 Rosenheim erkämpft sich einen Punkt beim FC Bayern!

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Dank einer starken Mannschaftsleistung holt der TSV 1860 Rosenheim einen Punkt beim Tabellenführer FC Bayern.
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München - Am Montagabend musste der TSV 1860 Rosenheim zum Sport1-Live-Spiel bei Tabellenführer FC Bayern München II antreten. Dank einer starken zweiten Halbzeit sprang dabei für die Männer von Thomas Kasparetti ein 1:1-Unentschieden heraus.

Der FC Bayern, der unter anderem mit Alphonso Davies in der Startelf antrat, startete mit viel Tempo ins Spiel, die Gäste aus Rosenheim bekamen in den ersten 45 Minuten so gut wie keinen Zugriff. Nach einer guten Viertelstunde kam die Reserve des Rekordmeisters zur ersten großen Chance. Ein Eckball von Davies rutschte Mario Stockenreiter, der diesmal wieder den Vorzug gegenüber Marius Herzig erhalten hatte, durch die Hände, der Ball klatschte aber nur gegen die Latte. Der Nachschuss von Wooyeong Jeong ging weit vorbei (14.). Nur wenige Minuten später erzielte Maxime Awoudja dann die Führung für die Gastgeber. Eine Flanke von Jannik Rochelt gelang zu dem 21-jährigen Verteidiger, der aus wenigen Metern nur noch einschieben musste (18.). Stockenreiter, der durch einen Kopfballversuch von Jeong irritert wurde, machte bei dem Gegentreffer nicht die beste Figur.

Jeong verschießt Elfmeter, Stockenreiter mit Glanzparade

Zwei Minuten später rückte Schiedsrichter Dr. Markus Huber das erste Mal in den Vordergrund. Eine Flanke von Jeong konnte Georg Lenz im Strafraum nur mit der Hand abwehren, folgerichtig entschied der Unparteiische auf Strafstoß. Der Südkoreaner nahm sich selbst der Aufgabe an, schoss aber knapp am linken Pfosten vorbei (20.). Stockenreiter wäre aber wohl so oder so zur Stelle gewesen. Die Bayern gaben sich jedoch keineswegs auf und spielten genau so weiter. Nach einem Abwehrfehler von Christoph Wallner war Kwasi Okyere Wriedt frei durch, doch Stockenreiter konnte stark parieren (25.).

Auch im Anschluss machte der FC Bayern viel Druck, vor allem im Mittelfeld bekamen sie oft sehr viel Platz von den Rosenheimern. Zu großen Torchancen kam der Tabellenführer in der Phase des Spiels aber auch nicht mehr, geschuldet war dies vor allem der Unkonzentriertheit im letzten Drittel vor dem Tor und der nun immer besser ins Spiel kommenden Abwehr um Kapitän Matthias Heiß. Den nächsten Aufreger gab es dann kurz vor der Halbzeit, als Jannik Rochelt im Strafraum im Zweikampf mit Heiß zu Fall kam, der Schiedsrichter aber weiterlaufen ließ (41.).

Linner kann Fehler nicht ausnutzen, Mushkolaj trifft die Latte

Der zweite Durchgang bot ein komplett anderes Bild. Die Bayern hatten zwar immer noch mehr Ballbesitz, traten aber längst nicht mehr so dominant auf, wie in den ersten 45 Minuten. So kamen auch die Rosenheimer endlich zu ihren ersten Chancen. Mitte der zweiten Halbzeit hatten die Gäste wohl die größte Möglichkeit zum Ausgleich, als Korbinian Linner einen zu kurz geratenen Rückpass von Derrick Köhn zu Torwart Ron-Thorben Hoffmann abfing, er allerdings zu überhastet in die Mitte auf Danijel Majdancevic spielen wollte, wo Awoudja schlussendlich klären konnte (64.). Der anschließende Eckball landete beim eingewechselten Luftetar Mushkolaj, der Jannik Rochelt und Mert Yilmaz wie Schulbuben aussehen ließ, mit seinem Schuss jedoch nur die Latte traf (65.).

Einsiedler trifft vor 200 Rosenheimer Fans zum Ausgleich

Wenig später dann die nächste Gelegenheit für 1860. Ein Freistoß von Pius Krätschmer wurde zu kurz geklärt, Georg Lenz versuchte es direkt und der Ball ging knapp am linken Kreuzeck vorbei (71.). Dann endlich belohnten sich die Sechziger für ihre Mühen. Mushkolaj spielte einen wunderbaren Pass auf Markus Einsiedler, der auf einmal alleine auf Hoffmann zulief. Den ersten Schuss konnte der Bayern-Torwart noch abwehren, jedoch prallte der Ball wieder zum Rosenheimer Stürmer. Der mitgelaufene Awoudja konnte zwar vor dem leeren Tor noch einmal klären, Einsiedler köpfte den Ball jedoch schlussendlich ins Tor (75.). Der Ausgleich wurde viel umjubelt, vor allem von den über 200(!) mitgereisten Rosenheimer Fans.

Die letzte Viertelstunde war dann komplett offen. Keine der beiden Mannschaften konnte nochmal für große Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgen. Die Bayern versuchten zwar noch einmal alles, doch die aufopferungsvoll kämpfenden Sechziger hielten den Tabellenführer so gut es ging vom Tor weg. So pfiff der Schiedsrichter, der das Spiel souverän leitete, die Partie nach drei Minuten Nachspielzeit ab. "In der zweiten Halbzeit haben wir mutig gespielt und es gut gemacht. Am Ende sind wir überglücklich. In unserer Situation muss man jeden Punkt mitnehmen", so Thomas Kasparetti.

"Das Spiel war schlecht von uns, das kann ich so nicht akzeptieren"

Sein Gegenüber Holger Seitz war natürlich nicht so begeistert: "Das Spiel war schlecht von uns. Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr das abgerufen, was wir können. Was wir nach der Pause gezeigt haben, kann ich so nicht akzeptieren." Die Reserve des FC Bayern steht trotz des Unentschiedens noch auf dem ersten Platz, punktgleich mit dem VfB Eichstätt. Da allerdings der FC Memmingen - der nächst bestplatzierte Club, der eine Lizenz für die dritte Liga beantragt hat - schon 20 Punkte hinter den kleinen Bayern rangiert, ist das Team von Holger Seitz schon sicher für die Aufstiegsrelegation qualifiziert. Dort trifft man dann auf die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg oder den VfB Lübeck.

Der TSV 1860 Rosenheim kann von solch einer Situation derzeit nur Träumen. 28 Punkte bedeuten Platz 17, auf dem die Kasparetti-Elf den direkten Weg in die Bayernliga angehen müssten. Allerdings trennt die Rosenheimer nur ein Punkt von den Relegationsplätzen, auf einen Nichtabstiegsplatz sind es schon fünf. Für die Bayern geht es am kommenden Sonntag weiter, um 18 Uhr gastiert der Tabellenführer beim FC Memmingen. Der TSV 1860 Rosenheim empfängt am Ostermontag um 14 Uhr den FC Ingolstadt II. Dort kommt es zu einem Wiedersehen mit Ex-Coach Tobias Strobl, der mittlerweile Cheftrainer bei den kleinen Schanzern ist.

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dg

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