Gründe für die Trainerentlassung bei Wacker Burghausen

Warum musste Patrick Mölzl gehen?

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Patrick Mölzl und sein Co-Trainer Dominik Hausner mussten den Preis für die zu stark schwankenden Wacker-Leistungen zahlen.

Burghausen - Mit der Beurlaubung von Patrick Mölzl und Co-Trainer Dominik Hausner versucht der SV Wacker Burghausen in der Schlussphase der Saison das Ruder in der Regionalliga noch einmal rumzureißen.

Sieben Punkte hat der einstige Zweitligist aus acht Spielen nach der Winterpause geholt, vor dem so wichtigen Nachholspiel am Dienstag um 18.15 Uhr bei der SpVgg Bayreuth ist Burghausen auf Rang 15 abgerutscht und hat nur noch einen Puffer von vier Punkte auf die Oberfranken, die jedoch noch mit zwei Spielen in Rückstand sind. Es sind die üblichen, wenn auch nicht schönen Mechanismen im Fußball, die in so einer Situation greifen“, sagt Wacker-Vorsitzender Dr. Thomas Frey, der klar macht: „Das hat die Mannschaft zu verantworten, aber wir haben eben nicht die Möglichkeit die Mannschaft auszutauschen. Das haben wir auch den Spielern so erklärt und sie in die Verantwortung genommen. Wir erwarten von der Mannschaft jetzt 120 Prozent Einsatz und hoffen, dass wir den nötigen Impuls setzen konnten.“

Größte Erfolge waren gegen Bayern und die Löwen

Dass der Übergang vom Profi- zum Amateurfußball nicht leicht werden würde, war allen Beteiligten klar, doch Frey und die anderen Verantwortlichen der Wacker Burghausen Fußball GmbH (WBFG) hatte trotzdem höhere Erwartungen. „Unser Anspruch ist, dass wir in dieser starken Regionalliga zumindest in der Region die Nase vorne haben. Das haben wir auch vor der Saison klar kommuniziert“, so Frey, der nie davon ausgegangen ist, dass Burghausen auf Augenhöhe mit den Löwen oder den kleinen Bayern spielen könne. Ausgerechnet gegen diese beiden Mannschaften haben die Wacker-Kicker aber im Herbst großartige Erfolge feiern können. Frey: „Da hat man das Potenzial der Mannschaft gesehen, das Problem ist aber, dass wir gegen Mannschaften, die wir in etwa auf Augenhöhe sehen, diese Leistungen nicht abrufen konnten.“

"Wir sehen ein Problem bei Einstellung und Einsatz"

Und so hinkt Burghausen den lokalen Rivalen aus Schalding, Rosenheim und Buchbach hinterher - jeder, der sich ein wenig im Burghauser Fußball auskennt, weiß, dass dies insbesondere für Bürgermeister Hans Steindl, der weiterhin im Hintergrund die Strippen zieht, ein nahezu unerträglicher Zustand ist. Frey: „Wir sehen bei der Mannschaft schon ein Problem bei Einstellung und Einsatz, das haben wir auch deutlich zum Ausdruck gebracht.“ Dass die Kaderstärke kaum Raum zum Handeln lässt, dass insbesondere die langwierigen Verletzungen von Philipp Knochner, Kevin Hingerl und Sascha Marinkovic Teil der Misere sind, steht auf einem anderen Blatt.

"Wir bedanken uns ausdrücklich für die engagierte Arbeit"

„Es gab keinen Groll, es gibt keinen Streit, wir können uns weiter in die Augen schauen. Das zeugt von der menschlichen Größe, die Patrick Mölzl und Dominik Hausner auszeichnet. Wir haben Patrick und Dominik nicht nur die großen Highlights gegen Bayern und die Löwen zu verdanken. Sie haben in einer schwierigen Situation Verantwortung übernommen und die Umstellung zum Amateursport unter Profibedingungen erfolgreich mitgestaltet. Deswegen bedanken wir uns ausdrücklich für ihre engagierte Arbeit“, beschreibt Frey die Trennung am Samstagvormittag. Mölzl und Hausner konnten sich anschließend noch von der Mannschaft verabschieden, danach übernahmen die beiden SVW-Ikonen Schmidt (40) und Stutz (52) die erste Trainingseinheit, ehe auch am Sonntagvormittag ein weiteres Training angesetzt wurde.

Wollen in den letzten Spielen das Burghausen noch in den sicheren Hafen führen: Ronald Schmidt, Mane Stutz (links) und Teammanager Karl-Heinz Fenk.

„Wir sind Ronald sehr dankbar, dass er ohne zu zögern in die Presche springt und uns in dieser Situation helfen möchte. Wir setzen auf seine Erfahrung und sind überzeugt, mit ihm die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Huber. Und auch Frey freut sich das Schmidt und Stutz sofort ihre Bereitschaft signalisiert haben. An den „Neuen“ schätzt der Wacker-Vorsitzende längst nicht nur ihre Vereins-DNA: „Beide waren im Wacker-Trikot immer Kämpfer. Wir hoffen, dass sie das jetzt auch auf die Mannschaft übertragen können. Wir erwarten unbedingten Einsatz und unbedingte Disziplin und hoffen auf ein Aufbäumen. Wir wollen auf jeden Fall die Relegation vermeiden, deswegen haben wir jetzt reagiert.“ Auch Teammanger Karl-Heinz Fenk bricht eine Lanze für das neue Trainerteam: „Ich kenne beide aus meiner aktiven Zeit und bin mir sicher, dass wir mit ihnen die richtigen Personen für die schwierige Schlussphase gefunden haben.“

Pressemitteilung SV Wacker Burghausen (MB)

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