Der Regionalligist verrät seine Wünsche für 2021

Jahresrückblick mit dem SV Wacker: “Corona hat viel durcheinander gewirbelt“

Burghausen durfte gegen Garching gleich fünf Mal jubeln!
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Trotz der nur 400 zugelassenen Zuschauer blickt der SV Wacker Burghausen positiv auf den Re-Start zurück.

Burghausen - Die Fußballvereine aus der Region standen 2020 vor großen Herausforderungen. beinschuss.de hat beim Regionalligisten SV Wacker Burghausen nachgefragt, wie der Verein auf das bisherige Jahr zurückblickt, wie sich die Corona-Pandemie auswirkt und welche Wünsche der Klub für 2021 hat.

Ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf die Fußballvereine aus der Region aus und stellte diese vor große Herausforderungen. beinschuss.de blickt mit den Klubs aus der Region auf das vergangene Jahr zurück und fragte nach, wie sehr sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Verein bemerkbar machen und ob es trotzdem schöne Momente gab. Zudem blicken wir auf 2021 und die Klubs verraten, was sie sich für das kommende Jahr wünschen.

SV Wacker Burghausen: „Die Crowdfunding-Aktion war sicherlich ein schönes Erlebnis“

Nun beantwortete Andreas Huber, Geschäftsführer des Regionalligisten SV Wacker Burghausen, die Fragen von beinschuss.de:

Hallo Herr Huber, 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Wie lautet aus Sicht eures Vereins die Bilanz des doch sehr besonderen Jahres?
Andreas Huber: Wenn man alle Widrigkeiten rund um Corona beiseite lässt und nur die nackten Ergebnisse ansieht, war es ein gutes Jahr: in der Regionalliga blieben wir ungeschlagen (drei Siege, ein Unentschieden), im Pokal haben wir bei zwei Siegen und einer Niederlage den ersten Platz in unserer Gruppe gemacht. Zudem haben wir eine schlagkräftige Truppe aufgestellt und die Spieler zum Teil mit langfristigen Verträgen ausgestattet. Jetzt kommt aber das große Aber: Durch Corona ist sowohl im Jugendbereich als auch in der ersten Mannschaft viel durcheinander gewirbelt worden und man hatte mit den fast täglich neuen Regelungen zu kämpfen. Die Hauptsache ist aber, dass wir bis dato, ohne große Quarantäne-Verordnungen oder kranken Spielern zu tun hatten. Hier können wir uns im Gegenteil zu betroffenen Vereinen sehr glücklich schätzen.
Wie wirkt sich die lange Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs auf euer Vereinsleben, auch hinsichtlich möglicher Abmeldungen von Mitgliedern, aus?
Huber: Der Einfluss ist jetzt noch nicht so groß, aber ich denke, dass es erst richtig spürbar wird, wenn der Spielbetrieb im Frühjahr wieder beginnt. Auch in den nächsten Jahren kann es sein, dass weniger Jugendliche zum Sport gehen werden. Wir versuchen natürlich über Onlinetrainings den Kontakt zu unseren Jugendlichen zu halten. Das schlimmste wäre es, die Kommunikation einzustellen und zu einfach nur abzuwarten, bis wir wieder loslegen dürfen.
Das Thema „Finanzen“ ist im Profibereich allgegenwärtig. In eurem Verein auch?
Huber: Natürlich. Aufgrund der ausgefallenen Spiele im ersten Lockdown fehlten kurzfristig eingeplante Gelder im Ticketing und Catering der Heimspiele. Hier gilt ein großer Dank an unsere Fans, die über die Crowdfunding-Aktion eine sagenhafte Summe gespendet haben, aber auch den zahlreichen Sponsoren, die uns in dieser schwierigen Zeit die Treue geschworen haben und uns weiterhin unterstützen. Natürlich sind aber auch Sponsoren weggefallen, da sie selbst ums Überleben kämpfen. Mittel wie Kurzarbeit konnten wir durch unglaubliche Solidarität der gesamten Spieler und Mitarbeiter einführen, was uns über das Jahr hilft. Ich denke jedoch, dass das Jahr 2021 weiterhin eine wirtschaftliche Herausforderung bleibt.
Gab es für euch als Verein in diesem Jahr schöne/besondere Momente? Wenn ja welche?
Huber: Die schönen Momente waren natürlich die Spiele beim Re-Start, zwar mit „nur“ 400 Zuschauern, aber endlich rollte der Ball wieder in der Wacker-Arena. Wenn man dann auch noch gleich Buchbach mit 4:2 besiegt, umso schöner. Neben dem Sport war sicherlich die Crowdfunding-Aktion ein schönes Erlebnis. Gemeinsam mit unserer Fanszene kleine „Dankeschöns“ zu kreieren und dann zu sehen, wie unfassbar viele Leute für den Verein gespendet haben!
Wie habt ihr im Verein den Re-Start im September erlebt?
Huber: Zunächst einmal ein schönes Gefühl endlich wieder gemeinsam Fußball spielen zu dürfen, aber natürlich war das an einen sehr großen Aufwand hinsichtlich Hygienekonzepten etc. verbunden. Aber wenn man dann auf der Tribüne sitzt und die Jungs wieder voller Freude am Spielfeld kicken sieht, lohnt sich der große Kraftakt hinsichtlich Verwaltung und Organisation. Zudem hat das Team hinter dem Team voll mit gezogen und mit enorm viel Herzblut die Vorgaben super erfüllt und die Voraussetzung für 400 Zuschauer in der Wacker-Arena geschaffen. Aber auch die Fans und Zuschauer haben sich vorbildlich an die Regeln gehalten. Toll.
Stehen im kommenden Jahr im Verein besondere Highlights oder Feste an, solange die Corona-Pandemie dies zulässt?
Huber: Grundsätzlich wäre dieses Jahr ein SVW-Sommerfest und das 90-jährige Jubiläum im November angestanden. Gerne würden wir das SVW-Sommerfest im Juni oder Juli 2021 nachholen, wenn das möglich ist. Grundsätzlich wollen wir hier aber die Entwicklung abwarten. Oberste Prämisse hat nach wie vor die Gesundheit Aller und nicht irgendein Vereinsfest.
Welche sportliche Ziele habt ihr als Verein im Herren- und Jugendbereich für das kommenden Jahr?
Huber: Insbesondere im Jugendbereich eine gute Entwicklung der jungen Spieler. Wichtig ist, dass man trotz der Spiel- und Trainingspause in der Entwicklung voran geht und durch die Motivation endlich wieder Spielen zu dürfen, richtig Gas zu geben!
Zum Abschluss: Welche Wünsche habt ihr aus Sicht des Vereins für das Jahr 2021?
Huber: Grundsätzlich wünsche ich mir, dass alle gut und gesund durch den Lockdown ins neue Jahr 2021 kommen. Ich wünsche mir, dass Gesellschaft, unsere Mitglieder und der Verein gut durch die Krise kommen und im Jahr 2021 endlich wieder gemeinsam bei uns im Sportpark Sport treiben können und das gesellige Vereinsleben neu aufleben lassen können.
Herr Huber, vielen Dank für das Interview.

ma

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