Saison in der Regionalliga Bayern wird fortgesetzt

Warum Buchbach und Rosenheim dafür und Burghausen dagegen stimmten

Bayern - Die Regionalliga-Saison 2019/20 soll fortgesetzt werden. Während der TSV Buchbach und der TSV 1860 Rosenheim für die Fortsetzung waren, stimmte der SV Wacker Burghausen für einen Abbruch. Beinschuss.de hat bei den Vereinen nachgefragt, welche Beweggründe ausschlaggebend waren.

Endlich herrscht Klarheit in der Regionalliga Bayern. Wie der Bayerische Fußball-Verband bekannt gegeben hat, hat sich eine Mehrheit der bayerischen Regionalliga-Vereine für eine Fortsetzung der Saison 2019/20 ausgesprochen. Bei der entscheidenden Abstimmung stimmten in einer Videokonferenz am Mittwochabend vier Klubs für einen Abbruch, fünf Regionalligisten enthielten sich der Stimme, neun Vereine sprachen sich für eine Fortsetzung aus. Unter den neun Befürwortern befanden sich der TSV Buchbach und der TSV 1860 Rosenheim, für den Saison-Abbruch plädierte der SV Wacker Burghausen. Beinschuss.de hat bei den Klubs aus der Region nachgefragt.

"Wäre für unsere Spieler unzumutbar gewesen"

Bei einem Abbruch der Saison wäre die Regionalliga in der kommenden Spielzeit auf 20 Mannschaften, Aufsteiger aus der Bayernliga, aufgestockt worden. Dies hätte ab dem 1. September eine Mammutsaison zur Folge gehabt. Für den TSV 1860 Rosenheim und den TSV Buchbach wäre dies nicht einfach zu meistern gewesen. 

"Das wären sehr viele Spiele innerhalb kürzester Zeit - mit vielen englischen Wochen - gewesen", sagt Buchbachs Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier. Auch für Rosenheims Sportlichen Leiter Hans Kroneck war dies ein entscheidender Punkt. "Wir hätten mindestens zehn bis elf englische Wochen gehabt", so Kroneck. "Das wäre für unsere Spieler unzumutbar gewesen, da sie sich für diese Spiele Urlaub hätten nehmen müssen." Dazu kommen lange Auswärtsfahrten an einem Dienstag oder Mittwoch. "Das ist im semi-professionellen Bereich nicht möglich", betont Kroneck.

Neben den viele Spielen war auch die befürchtete zweite Corona-Welle ein Grund. "Wir befinden uns in einer Krisensituation", sagt Hanslmaier weiter, "und wir wissen nicht, was im Herbst passiert und ob die Pandemie wieder zurückkommt." Für beide Klubs war es daher sinnvoller, lieber eine Spielzeit zu Ende zu bringen, als noch eine Saison in den Sand zu setzen. "Niemand weiß, ob wir nicht im Oktober oder November erneut eine Pause einlegen müssen", sagt Kroneck. Beide Vereine sind froh, dass eine Entscheidung in der Regionalliga gefallen ist und nun Klarheit und Planungssicherheit herrscht. Zudem betont Kroneck, dass die Gespräche unter den Vereinen sehr konstruktiv und harmonisch verliefen und es keinen Streit unter den Regionalligisten gab. Dennoch sagt Buchbach Sportlicher Leiter: "Die Variante, die Saison fortzusetzen, ist die bessere von zwei schlechten."

SV Wacker Burghausen war für den Saison-Abbruch

Einer der vier Vereine, die sich für einen Abbruch der laufenden Saison ausgesprochen haben, war der SV Wacker Burghausen. "Wir waren von Beginn an dieser Meinung und diese hat sich nicht verändert", sagt Wacker-Geschäftsführer Andreas Huber. "Bei einem Abbruch hätte es keine Wettbewerbsverzerrung gegeben und alle Vereine hätten in der neuen Saison die gleichen Chancen gehabt und alles wäre bei Null wieder losgegangen. Damit hätte es keine Verlierer gegeben". 

Zudem seien für die Burghauser viele Fragen offen, wie beispielsweise mögliche Spieler-Transfers, Sponsortenverträge und wie die bereits absolvierten Spiele gegen einen möglichen Aufsteiger Türkgücü oder Schweinfurt gewertet werden. "Wir haben bereits einige sichere Abgänge wie Philipp Maier und Julien Richter. Da müssen wir jetzt mit den neuen Vereinen in Gespräche gehen", sagt Huber. 

Er betont, dass jede Variante seine Vor- und Nachteile habe und es keine Musterlösung gebe. "Dennoch sind wir froh nun Planungssicherheit zu haben", so der Wacker-Geschäftsführer weiter, "nun haben wir ein Ziel vor Augen, auf das wir hinarbeiten können."

Das Ergebnis ist Grundlage für die Entscheidung des Vorstandes des Bayerischen Fußball-Verbandes, der am Donnerstag, 4. Juni 2020, tagt. Dabei werden mit Sicherheit noch offene Fragen geklärt werden müssen.

ma

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)



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