Auswärtsmatch in Garching - Englische Woche im Reizklima

Woche der Wahrheit für Wacker Burghausen

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Wollen unbedingt in die Erfolgsspur finden - und sich nach der Blamage von Dorfen rehabilitieren. Zeit wird es für die Kicker des SV Wacker Burghausen.
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Burghausen - Stürmische Zeiten herrschen nach der blamablen Pokalpleite in Dorfen beim SV Wacker Burghausen: Die Mannschaft von Trainer Patrick Mölzl, die zwar mit einer tollen ersten Halbzeit bei den Münchner Löwen in die Saison startete, danach aber auf ganzer Linie enttäuschte und nur einen Sieg aus vier Ligaspielen verbuchen kann, steht am Samstag um 14:00 Uhr beim VfR Garching erneut auf dem Prüfstand. Die Partie ist der Auftakt zur Woche der Wahrheit, zumal am Dienstag (14:00 Uhr) gegen Schalding-Heining und am Samstag (14:00 Uhr) gegen Fürth II gleich zwei Heimspiele binnen weniger Tage folgen.

Was die Stunde nach dem schwachen Start in der Fußball-Regionalliga und zu allem Überfluss auch noch dem dramatischen Pokal-Aus in Dorfen geschlagen hat, weiß natürlich auch Trainer Mölzl: „So abgedroschen es klingt - aber die Spieler müssen sich jetzt als Team zerreißen, müssen Gras fressen und jeden Zentimeter des Platzes umackern. Und zwar für den Verein, für sich selbst und im besten Fall auch für mich.“

"Die Reaktion der Mannschaft muss jetzt kommen!"

Andernfalls sieht der A-Lizenz-Inhaber seinen Arbeitsplatz ernsthaft in Gefahr: „Ich bin ja geerdet und weiß, wie die Dinge laufen. Die Mannschaft entscheidet, mit wem sie arbeiten, welchen Trainer sie haben will. Die Reaktion der Mannschaft muss jetzt kommen, sonst steht hier bald ein anderer Trainer.“

Eine explizite Analyse des Auftritts vom Dienstag wollte der Coach nicht betreiben: „Da gibt es nur ein Wort: Frechheit!“ Schließlich hatte Mölzl ja keine B-Elf auf den Platz geschickt, sondern nur leichte Veränderungen vorgenommen. Bei der individuellen Qualität seiner Spieler hätten diese niemals eine solche Leistung anbieten dürfen.

Rückendeckung für Mölzl - Druck für die Spieler

Dass der Vorsitzende des SV Wacker Dr. Thomas Frey die Verantwortung vollkommen auf Seiten der Spieler sieht und diese in die Pflicht nimmt, setzt die Kicker natürlich zusätzlich unter Druck. So soll aber der Trainer zumindest vorerst aus der Schusslinie genommen werden. Doch Beteuerungen, dass "der Trainer nicht zur Disposition" stehe, haben ja im Fußball oft genug die gegensätzliche Folge - der in die Bredouille geratene Mölzl sieht das wohl ganz realistisch.

Von den Akteuren, die neu ins Spiel gekommen sind, konnte lediglich Maxi Pichler mit einem couragierten Auftritt seine Chance nutzen. Pech nur für den Youngster, dass die beiden Positionen in der Innenverteidigung mit Daniel Hofstetter und Christoph Buchner belegt sind. „Natürlich habe ich überlegt, ob ich auf eine Dreierkette umstellen soll, aber das ist sehr problematisch, weil wir nach den Ausfällen von Philipp Knochner und Kevin Hingerl mit Stefan Wächter nur noch einen defensiven Mittelfeldspieler fürs Zentrum haben. Und der ist gerade mal 20 Jahre alt.“

Vorerst keine Umstellung auf Dreierkette

Hingerl sollte ja eigentlich in Dorfen geschont werden, doch nach den Larifari-Zweikämpfen der ersten Hälfte musste Mölzl beim Stand von 1:1 zur Pause reagieren. Hätte wohl so auch funktioniert, wenn sich der 24-Jährige nicht bei einem unglücklichen Zweikampf verletzt hätte. Voraussichtlich fällt Hingerl jetzt wegen eines schweren Hämatoms an der Hüfte für zwei Wochen aus.

Gegen eine Dreierkette heute in Garching spricht auch, dass der Gegner, der sich mit einem 0:3 in Deisenhofen aus dem Pokal verabschiedet hat, mit seinen schnellen Außenbahnspielern immer wieder überfallartige Angriffe fährt, die Burghausens Defensivakteure in Laufduelle zwingen könnten. Wie das aussieht, hat man auch ohne Dreierkette in Dorfen gesehen, als der Bezirksligist nach Diagonalbällen die Abwehr ausgehebelt hat und immer wieder allein aufs Tor marschiert ist.

Standards: Garchings Stärke, Wackers Schwäche

Die gefährlichste Waffe der Garchinger sind aber die Standards, wie zuletzt beim 2:1 in Memmingen gesehen: Freistöße, Ecken, alles brandgefährlich - zumal die Garchinger einige echte „Kanten“ im Team haben. Ausgerechnet die Standards sind aber eine der großen Schwächen der Burghauser, die in vier Ligaspielen schon zehn Gegentore kassiert haben.

Gut immerhin, dass Muhamed Subasic seine privaten Angelegenheiten in Bosnien schneller als erwartet regeln konnte und deswegen heute in Garching an Bord ist. Im bisherigen Saisonverlauf war gerade der Bosnier einer der wenigen Spieler, die „Kante gezeigt“ haben. Natürlich unterlaufen auch einem erfahrenen Spieler wie Subasic immer mal wieder Fehler, doch der 29-jährige Ex-Profi steckt halt danach nicht den Kopf in den Sand, sondern versucht mit Willensstärke den Fehler wieder auszubügeln.

Verunsicherte Kicker - Angst kein guter Berater

Eine Eigenschaft, die viele andere Akteure bislang noch nicht an den Tag gelegt haben. Gerade bei den jüngeren Spielern scheint die Verunsicherung angesichts der Erwartungshaltung groß zu sein, doch Angst ist in keiner Lebenslage ein guter Berater. Im Fußball schon gar nicht.

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Michael Buchholz / cs

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