Der Fußball in der Region soll gestärkt werden

SV Wacker Burghausen und SSV Eggenfelden gehen Kooperation ein

Verantwortlichen des SV Wacker Burghausen und des SSV Eggenfelden posieren auf einem Foto.
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Die SSV Eggenfelden sind bereits der zweite Partnerverein des Regionalligisten von der Salzach und somit das niederbayerische Pendant zum SV Kirchanschöring aus Oberbayern.

Burghausen/Eggenfelden - Zwei Städte, die kulturell und sportlich einiges zu bieten haben, vereint künftig noch ein bisschen mehr, denn die beiden Fußballvereine agieren ab sofort als Kooperationspartner.

Der SV Wacker Burghausen und der SSV Eggenfelden machen gemeinsame Sache und wollen mit dieser Partnerschaft den Fußball in der Region stärken. Es ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass Vereine einen offenen und positiven Austausch pflegen und diese Zusammenarbeit im Zuge einer Partnerschaft auch konkretisieren, um den Fußball in ihren jeweiligen Regionen zu fördern. Diesen Weg gehen nun eben auch der SVW und der SSV.

SSV Eggenfelden wird Kooperationspartner des SV Wacker

Die rot-schwarzen aus Eggenfelden sind bereits der zweite Partnerverein des Regionalligisten von der Salzach und somit das niederbayerische Pendant zum SV Kirchanschöring aus Oberbayern.

Während in der Corona-Pause der Ball ruhen musste, wurde der Kontakt mit Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit intensiviert. „Bereits in den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen den SV Wacker, sah man, dass die beiden Vereine eine gemeinsame Denkweise vereint. Ein zentrales Element beider ist die Talentförderung und die nachhaltige Ausbildung von jungen Spielern aus der Region“, gibt Joe Stinglhammer (SSV) zu Protokoll. „Der SSV kam auf uns zu und stellte uns die ihre künftige Ausrichtung des Vereins vor. Sie konnten uns dabei von ihren Plänen sowohl im Senioren- als auch im Jugendbereich begeistern und wir sind davon überzeugt mit Eggenfelden einen sehr guten strategischen Partner für die kommenden Jahre, speziell auch für die Region Rottal-Inn, gefunden zu haben“, lässt Geschäftsführer Andreas Huber vom SV Wacker wissen.

„Bei den sportlichen Themen waren wir sofort auf einer Wellenlänge, aber auch menschlich passt es sehr gut zwischen den beiden Parteien. Die Gespräche waren immer total offen, ehrlich und konstruktiv und absolut auf Augenhöhe,“ fügt Alexander Köberl an, der künftig die sportlichen Belange in der Vorstandschaft des SSV vertritt.

Bereits 60 Spieler haben bisher die Seiten gewechselt

Eine gute Verbindung zeichnete den SSV und den SV Wacker schon über die letzten Jahre hinweg aus. Neben zahlreichen Testspielen und dem regelmäßigen Austausch der Verantwortlichen, wie beispielsweise zwischen den beiden sportlichen Leitern Karl-Heinz Fenk (SVW) und Joe Stinglhammer, war man fast jährlich wegen Spielerwechsel in Kontakt. Knapp 60 Spieler haben bereits den Weg vom Stadion an der Birkenallee in die Wacker-Arena gefunden - einige davon sind diesen auch wieder retour gegangen.


„In erster Linie macht man als abgebender Verein nie einen Freudensprung, wenn ein Leistungsträger den Verein verlässt. Langfristig hat es sich für uns aber immer ausgezahlt, denn wir haben so einige top ausgebildete Spieler zurückbekommen“, sagt Alexander Köberl. „Die besten Beispiele hierfür sind unsere Eigengewächse Uli Friesenegger und Orhan Berisha, die beide eine top Ausbildung in Burghausen genossen und im Anschluss als gestandene Spieler und große Stützen wieder zum SSV zurückgekehrt sind“, fügt sportlicher Leiter Joe Stinglhammer an. Und der SSV ist hierbei keineswegs eine Eintagsfliege, denn blickt man in die Kader der umliegenden Vereine, so findet man dort sehr viele Spieler mit SVW-Vergangenheit als absolute Leistungsträger wieder.

Im Zuge der Kooperation kann es natürlich auch zu dem einen oder anderen Spielerwechsel kommen. „Jungs, die bei uns gerade noch nicht den Sprung in den Regionalliga-Kader schaffen, können sich ein bis zwei Jahre in Eggenfelden entwickeln. Dort finden sie tolle sportliche Bedingungen vor, ein professionelles Umfeld und sind weiterhin in unserem Blickfeld. Anders herum kann der SSV sowohl im Herren-, als auch im Jugendbereich ein Sprungbrett nach Burghausen sein, wobei es umso schöner wäre, wenn es die Erste des SSV in diesem Jahr in die Landesliga schaffen würde“, so Karl-Heinz Fenk. 

Talentförderung als zentrales Element der Kooperation

Ein weitaus größerer Bestandteil der Kooperation soll eben auch der Nachwuchsbereich werden. „Der SV Wacker macht in seinem Nachwuchsleistungszentrum einen großartigen Job und bietet Talenten eine tolle Plattform sich zu entwickeln. Umfeld, Trainer, Trainingsmöglichkeiten und –Inhalte, alles auf höchstem Niveau. Davon können wir sehr viel lernen, weshalb es neben gemeinsamen Trainingseinheiten auch einen regelmäßigen Austausch zwischen den Trainern geben soll“, erzählt SSV-Jugendkoordinator Andreas Gfirtner. 

Um die Nachwuchsarbeit in Eggenfelden voranzutreiben, hat der ehemalige BZL-Kapitän des SSV in den letzten Jahren sehr viel Arbeit, Zeit und Kraft investiert und eine zukunftsfähige Ausrichtung des Jugendbereiches erarbeitet. Ihm zur Seite steht seit diesem Sommer der erfahrene Nachwuchsfachmann Sigi Gillmaier (u.a. Junioren-Bayernliga) in einer Doppelfunktion – Leiter Talentförderung und Coach der U19.

„Wir wollen im Großfeldbereich eine gemeinsame Spielidee verfolgen, junge Talente gezielt fördern und ihnen in Zusammenarbeit mit dem SV Wacker auch den nächsten Schritt ermöglichen. Von der U13 bis zur U19 ist Sigi der strategische Taktgeber für die künftige und hoffentlich erfolgreiche Ausrichtung. Die Kooperation mit Burghausen passt hier perfekt ins Bild, denn neben Talentsichtungstagen und gemeinsamen Trainingseinheiten, soll es auch einen inhaltlichen Austausch der Trainer und Verantwortlichen geben – Trainingssteuerung und –inhalte auf und neben dem Platz, spieltaktische Elemente oder eben auch eine Spielidee sollen hier behandelt werden“, führt Gfirtner die Inhalte der Kooperation aus.

Schulungen und Vorträge für alle Trainer aus der Region

Aber nicht nur der SSV soll von der Kooperation und diesen Terminen profitieren. „Bei Vorträgen oder Schulungen von den Trainern aus dem Wacker-Nachwuchsleistungszentrum steht die Tür jederzeit auch für Trainer anderer Vereine offen. „Wir kümmern uns um die Organisation und stellen unser Vereinsheim sowie das Sportgelände zur Verfügung. Teilnehmen dürfen aber sehr gerne auch die umliegenden Vereine“, so Alexander Köberl. 

Auch die Burghausener Seite schlägt hier in die selbe Kerbe. „Wir wollen uns hier nicht verschließen und unser Wissen und unseren Erfahrungsschatz nur für uns behalten – ganz im Gegenteil. Als Nachwuchsleistungszentrum sind wir immer wieder auf die Kooperationsbereitschaft der kleineren Vereine angewiesen und wollen auf diesem Weg gerne etwas zurückgeben. Daher würde es uns enorm freuen, wenn auch weitere Vereine dieses Angebot wahrnehmen würden. Am Ende profitiert nämlich der Fußball in unserer Region und somit wir alle“, fügt NLZ-Leiter Georg Ramstetter an.

Kooperation soll keine Einbahnstraße werden

„Diese Kooperation steht und fällt natürlich damit, wie man sie auch lebt. Wir sind aber sehr zuversichtlich und hochmotiviert für dieses Projekt und zudem total happy, dass die Zusammenarbeit geklappt hat. Der SV Wacker ist immer noch die Top-Adresse in unserem Umkreis und hat durch die professionelle Struktur und die Ligazugehörigkeit auch nochmal einen ganz anderen Blick auf die Dinge, was für einen konstruktiven Austausch nur fruchtbar sein kann. Wir wollen natürlich von den Erfahrungen und dem Know-How des SV Wacker profitieren, aber diese Kooperation soll keine Einbahnstraße sein“, so Köberl.

Dass sich beide Vereine schon sehr auf die Zusammenarbeit, sowohl im sportlichen Bereich, speziell in der Talentförderung, als auch zu Themen wie Marketing, Kommunikation und allgemeiner Vereinsarbeit freuen, bestätigt Andreas Huber: „Auch wir rechnen uns von der Partnerschaft einiges aus. Die Jungs vom SSV sind total umtriebig und haben tolle Ideen, von denen auch wir profitieren können. Zudem tut uns eine zweite Meinung und ein anderer Blickwinkel in der täglichen Arbeit immer gut.“

Somit sollte einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege stehen und die beiden Städte Burghausen und Eggenfelden dürfen sich über eine weitere Gemeinsamkeit freuen.

Pressemitteilung SV Wacker Burghausen

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