Torhüter stehen im Mittelpunkt

Sechzig Rosenheim zieht souverän in die nächste Pokalrunde ein

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Brach der Überlegenheit von 1860 Rosenheim beim FC Bad Kohlgrub mit seinem "Dosenöffner" Bahn - Johannes "Joey" Zottl.
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Bad Kohlgrub – Ohne große Mühe gelang dem TSV 1860 Rosenheim im Pokal ein Auswärtserfolg beim FC Bad Kohlgrub. Die Rosenheimer spielten ihre vorhanden Überlegenheit aus – und erreichten im Gegensatz zum vergangenen Jahr souverän und standesgemäß die nächste Runde. Eine Veränderung auf der Torwartposition lässt allerdings aufhorchen.

Der FC Bad Kohlgrub agierte von Beginn an so, wie es die meisten krassen Außenseiter im Pokal tun: Er versuchte, so lange es ihm möglich war, auf die defensive Stabilität und Kompaktheit zu achten – und so lange wie möglich die Null zu halten. Das ging fast eine halbe Stunde lang gut.

Klar verteilte Rollen im Heilbad

Und Rosenheim trat von Anfang an so auf, wie es die meisten haushohen Favoriten machen. Das Match zwischen dem Rosenheimer Viertligisten und der Kreisliga-Truppe aus Deutschlands höchst gelegenem Moorheilbad hatte ein wenig etwas von einem Mantel-und Degen-Kampf: Wie in einem Fecht-Duell waren die Sechziger immer in der Offensive und schlugen eine Attacke nach der anderen – Bad Kohlgrub musste sich wehren und parieren.

Mit dem Mittel der Abseitsfalle gelang das den Hausherren eine ganze Zeit lang recht gut. Vielleicht stellten sich die Regionalliga-Akteure in dieser Hinsicht auch ein wenig ungeschickt an. 1860-Coach Tobias Strobl wollte, dass über die Außenbahnen gespielt wird – um dort die Geschwindigkeitsvorteile und Überzahlmomente zu nutzen und einen im Zentrum konzentrierte Gegner auszuhebeln. Dabei sollten mittels Seitenverlagerungen und Diagonalbällen schnell Meter überbrückt und die freien Räume gesucht werden. Doch die Kreisliga-Defensive ließ den Favoriten bei dessen Versuchenreihenweise gekonnt ins Abseits laufen – mehr als zehnmal war die Fahne oben.

Abseitsfalle funktioniert lange gut - dann macht Zottl das 0:1

Dann erzielte 1860 Rosenheim das hochverdiente 0:1. Bad Kohlgrubs Tobias Ollert, ansonsten neben Torhüter Bierling einer der Stärksten beim FC, rückte nicht schnell genug hinten heraus, prompt wurde Rosenheims Johannes „Joey“ Zottl bedient – und erzielte die überfällige Führung für die Gäste nach 27 Minuten Einbahnstraßen-Fußball in Richtung des Gehäuses der Ammertaler.

Service:

Dies war dann auch mehr oder weniger das Ende des „Scharmützels“ zischen Bad Kohlgruber Abwehrverbund und den technisch hochveranlagten Rosenheimer Offensivfußballern. Gerade nach dem Seitenwechsel fiel es den Viertliga-Kickern doch wesentlich leichter als noch vor der Pause. Die Heimelf schaffte es kräftemäßig einfach nicht mehr mitzuhalten, jeden Fehler im Nachsetzen über den Einsatz zu kompensieren – und die ständig aufreißenden Lücken zuzulaufen.

Auch gelang es ihr jetzt nicht mehr, den für einen Kreisligisten mental außerordentlich anstrengenden und fordernden Systemfußball diszipliniert durchzuhalten. Als Folge ging die Ordnung zwangsläufig verloren. Damit waren die Gastgeber natürlich einem derartig hochkarätigen Gegner schonungslos ausgeliefert.

Mayer gibt Comeback im 1860-Tor

Zeit also, sich den netten Anekdoten am Rande zu widmen: Im Tor der Rosenheimer stand in diesem Erstrundenmatch des Verbandspokals weder Dominik Süßmaier noch der junge Mario Stockenreiter – sondern Robert Mayer! Der Co-Trainer und Ex-Torhüter des TSV 1860 Rosenheim feierte ein unerwartetes und nicht ganz freiwilliges Comeback, welches er aber sicherlich auf launige Art ganz gerne mitnahm. Süßmaier fiel mit Magen-Darm-Infekt aus, Stockenreiter war es beruflich nicht möglich am Mittwoch rechtzeitig hinter den Staffelsee zu reisen.

Allzu viel geprüft wurde Mayer zwischen den Pfosten jedoch nicht. Und obwohl er von Betreuer Klaus Wallner in seiner Funktion an der Seitenlinie quasi nahezu perfekt ersetzt wurde, stahl im sein Gegenüber im Kasten der Ammertaler doch eindeutig die Show.

Kohlgrubs Keeper gewinnt Duell um Aufmerksamkeit

Bad Kohlgrubs Keeper Martin Bierling machte vielfach auf sich aufmerksam – und zeigte sich dabei auch äußerst ausflugsfreudig. So reagierte er nicht nur einige Male in seinem angestammten Revier zwischen den Pfosten glänzend – sondern man fand ihn sogar an der Eckfahne, bei einem rettenden Sprint bis fast zur Mittellinie und in einem gelungenen Dribbling gegen Rosenheims Michael Denz, welches Szenenapplaus erntete. Bierling zeigte also seine ganz eigene Version von modernem Torwartspiel. Ein Hingucker war es in jedem Fall.

Beim Schlusspfiff hieß es schließlich 0:5 aus Sicht der Kicker aus dem Heilbad, die zumindest eine Halbzeit lang relativ starken Defensiv-Fußball gezeigt hatten. Die weiteren Tore der Rosenheimer, die dann in logischer Folge fielen, erzielten Michael Denz und der sich erneut ansprechend präsentierende Youngster Markus Hartl per Doppelschlag (61. & 62.) - sowie zweimal Goalgetter Danijel Majdancevic (67. & 74.).

1860 Rosenheim nimmt die Auftakthürde locker

Damit ließen es die Sechziger gut sein. Sie freuten sich über den locker erzielten und souverän eingespielten Pokalerfolg im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und machten sich nach der „Trainingsgelegenheit“ in der Ferne in der Hoffnung auf ein passendes Los in der nächsten Runde auf den Heimweg. Die Pokalreise des TSV 1860 Rosenheim dauert also schon einmal länger als in der vergangenen Saison – mal schauen, wo sie 2017/18 noch hinführt.

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