Aus in Runde Eins beim Bezirksligisten

Raus aus dem Pokal: Burghausen blamiert sich in Dorfen!

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Oh weh! Der SV Wacker Burghausen steht schon wieder im Regen. Hier Trainer Patrick Mölzl(l.) mit seinem Co-Trainer Dominik Hausner(r.).
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Dorfen - Der SV Wacker Burghausen hat sich in der ersten Runde des Bayerischen Verbands-Pokals kräftig blamiert und ist mit 8:7 nach Elfmeterschießen beim Bezirksligisten TSV Dorfen ausgeschieden. Nach der regulären Spielzeit stand es vor 450 Zuschauern sage und schreibe 3:3. Im Elfmeterschießen verwandelten alle Schützen des TSV, während Dorfens Keeper Alexander Wolf den zweiten Elfmeter von Maximilian Pichler parierte. Die Dorfener sorgten damit für die faustdicke Überraschung - und kegelten in einem furiosen Spiel den haushohen Favoriten Burghausen aus dem Wettbewerb.

Was war vorher nicht alles geredet worden - diese Horrorvision hat sich an der Salzach aber wohl keiner ausgemalt. Aus im Pokal - und das schon in der ersten Runde. In Dorfen. Bei einem Bezirksligisten. Und das zu allem Überfluss auch noch in der derzeit ohnehin schon angespannten Situation und komplizierten Gemengelage bei den Weiß-Schwarzen. Ein heißes Eisen.

Dabei hatte Wacker-Trainer Patrick Mölzl vor der Partie noch eindringlich vor Dorfen gewarnt - und vor allem "eine konzentrierte Leistung" eingefordert und betont: "Wir brauchen jetzt Ergebnisse! Ansonsten wird es ziemlich ungemütlich werden. Eins ist klar - das Weiterkommen ist Pflicht!"

Frühe Führung für den Underdog

Aus dem souveränen Einzug in die nächste Runde wurde nichts. Ganz im Gegenteil: Dabei hatte Burghausen in der Anfangsphase durchaus die erwartbaren Feldvorteile, die ein Regionalligist gegen einen Bezirksligisten haben sollte - aber nach der ersten guten Kontermöglichkeit ging der Bezirksligisten in Front:

Dorfens Gerhard Thalmaier war durch, Wackers Torhüter Miha Tetickovic verschätzte sich beim Rauslaufen, fast hätte es geklingelt - doch Pichler klärte mit letztem Einsatz gerade noch zur Ecke. Den folgenden Eckball legte TSV-Angreifer Michael Friemer per Kopf zurück ins Zentrum - wo sich keiner für Gerhard Thalmaier zuständig fühlte und dieser aus sechs Metern platziert zum 1:0 einköpfen konnte (18.)!

Sulmer knallt den Ball zum Ausgleich unters Gebälk

Bis Wacker sich davon erholte dauerte es - nach vorne ging nicht viel. Wacker fand spielerisch aber auch wirklich wenige Lösungen. Doch auch die Burghauser nutzten dann in der 33. Minute ihrerseits ihre erste echte Möglichkeit zum Ausgleich: Ex-Rosenheimer Sascha Marinkovic setzte sich gegen drei Dorfener durch, Keeper Wolf konnte seinen Schuss nicht festhalten - Burghausens Tim Sulmer knallte den von Benjamin Trokic hektisch abgewehrten Ball aus 18 Metern unter die Latte! Ausgleich 1:1.

Service:

Wenig später hatte Dorfen bei einem Kopfball von Martin Holek, der knapp neben den Pfosten ging, Glück. Kurz vor der Pause hatte dann Sulmer den Führungstreffer auf Schlappen, verzog aber knapp. Es ging also mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Kabinen.

Erneuter Rückstand für Wacker - doch Marinkovic dreht die Partie

Die Zuschauer beim Halbzeitgespräch wunderten sich noch - rieben sich aber gleich schon wieder die Augen. Sie sollten einen historischen Fußballabend erleben. Denn die zweite Halbzeit begann sogleich mit einer erneuten kalten Dusche für den Regionalligisten: Pichler foulte den kurz zuvor erst eingewechselten Dorfener Maximilian Lechner und TSV-Kapitän Andreas Hartl verwandelte vom Punkt (47.) zum 2:1!

Doch Burghausen blieb die Antwort nicht lange schuldig - tat das, was man von einem zu viel gereizten Favoriten erwartet: Nach flachem Zuspiel von Sulmer drückte Marinkovic den Ball aus kurzer Entfernung zum Ausgleich in die Maschen (50.) - und bereitete nur fünf Minuten später das 2:3 durch Holek so mustergültig vor, so dass der Tscheche den Ball nur noch an TSV-Keeper Wolf vorbeilegen musste (53.). Das Spiel war gedreht.

Der dritte Schock ist einer zuviel - Dorfen kommt zurück und gleicht aus

Und schien nun, wenn auch auf äußerst umständliche Weise seinen vorgesehenen Lauf zu Gunsten des Viertligisten aus Burghausen zu nehmen. Die meisten Besucher der Partie dachten wohl, dass sei es jetzt gewesen mit dem Heldenmut und der Herrlichkeit des Underdogs aus Dorfen. Den Gastgebern schienen obendrein nun die Körner auszugehen - doch urplötzlich schlug das Team von Michael Kostner zurück: Benedikt Hönninger schlenzte ein feines Zuspiel von Hartl einfach mal ins lange Ecke (60.)! Und schon war der TSV wieder da. 

Und moralisch obenauf. Jetzt auch endültig psychologisch angeschlagene Burghauser konnten kaum mehr Akzente setzen. Fast hätte der Bezirksligist sogar noch in der regulären Spielzeit gewonnen. Bei einem gefährlichen Konter über den eingewechselten Maximilian Lechner konnte Tetikovic in allerletzter Sekunde klären (84.).

Das Elferschießen bringt die Entscheidung - gegen Burghausen

Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit hieß es also Remis. Das Reglement des Verbandspokals sieht keine Verlängerung vor, sondern dass gleich im Anschluss an die reguläre Spielzeit ein Elfmeterschießen stattfindet. So ging das Match in seinen letzten Akt - und das Debakel für den SV Wacker Burghausen nahm endgültig seinen Lauf.

Elfmeterschießen: 3:4 Sulmer, 4:4 Friemer, Wolf hält gegen Pichler, 5:4 Lechner, 5:5 Wächter, 6:5 Hönninger, 6:6 Marinkovic, 7:6 Kostner, 7:7 Holek, 8:7 Hartl

Die Riesenüberraschung war perfekt. Bezirksligist Dorfen durfte jubeln - die Kostner-Truppe hatte Viertligist Burghausen rausgekegelt. Bereits 2013 hatte Dorfen - damals als Kreisligist - mit dem TSV Buchbach einen Regionalligisten im Toto-Pokal besiegt. Die Kicker des TSV sind also "Wiederholungstäter".

Wacker ist raus - Kostner stolz auf seinen "Haufen"

"Damit hat vor dem Spiel natürlich keiner gerechnet. Wir sind aber sehr gut gestanden und haben es Burghausen schwer gemacht. Der Gegner hat gegen uns heute einfach keine Lösung gefunden. Und daher denke ich auch, dass wir verdient gewonnen haben!", analysierte Dorfen-Trainer Michael Kostner kurz nach dem Schlusspfiff - und lobte insbesondere die Einstellung seiner Mannschaft: "Wir sind hier in Dorfen ein eingeschworener Haufen. Jeder, der hier spielt, liebt und lebt den Verein von ganzem Herzen! Das hat man heute auch auf dem Platz gesehen."

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Michael Buchholz / cs

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