Hilferuf: „Hört uns oder verliert uns“

Eishockey Oberliga: „Es ist fünf vor 12“ - Wie geht es weiter für die Starbulls?

Rosenheim - Am Wochenende teilten die Starbulls Rosenheim auf sämtlichen Kanälen den gemeinsamen Hilferuf der insgesamt 26 Oberliga-Teams. In dem Hilferuf mit dem Hashtag „Hört uns oder verliert uns“ wollen die Mannschaften auf die unklare Situation bezüglich der neuen Saison hinweisen.

Derzeit sind in den beiden Regionalgruppen Nord und Süd der dritthöchsten Spielklasse im deutschen Eishockey insgesamt 26 Vereine vertreten. Aufgrund der aktuellen Corona-Regeln und den damit verbundenen Auflagen steht der genaue Ablauf der anstehenden Saison 2020/2021 noch in den Sternen. Zwar hält der Deutsche Eishockey Bund weiter am Starttermin Mitte Oktober fest, jedoch fehlen klare Zugeständnisse seitens der Politik. Sollte der Starttermin nicht gehalten werden können und keine Unterstützung aus der Politik kommen, würden viele der 26 Vereine vor dem Aus stehen.

#hörtunsoderverliertuns

Aus diesem Grund verständigten sich die Vereine nun darauf, einen ausgesprochen deutlich formulierten Hilferuf mit mehreren Forderungen zu veröffentlichen. Unter dem Hashtag „Hört uns oder verliert uns“ verweisen die Vereine auch mit dem Zitat „Es ist fünf vor 12“ auf die Mitarbeiter, welche von einem Saisonstart abhängig sind. Alleine 1.400 Jobs stünden demnach auf der Kippe, zudem auch die Zukunft von offenbar über 6.000 Kindern und Jugendlichen in den Nachwuchs-Abteilungen. Auch die Wirtschaftskraft der Oberliga dürfe nicht vernachlässig werden, heißt es in dem Hilferuf: „Ein Umsatz von fast 25 Millionen Euro an Wirtschaftskraft droht verloren zu gehen, von denen Lieferanten wie Caterer, Ausrüster, Sicherheitsdienste und viele andere profitieren“.

Für die Oberligisten sei es ob dieser Zahlen nicht nachvollziehbar, weshalb die Vereine nicht in das 200-Millionen-Euro-Hilfspaket des Bundes für den Profisport aufgenommen wurden. Weiter heißt es: „Ohne Zuschauer und ohne verbindliche Zusagen für finanzielle Unterstützungen ist ein Spielbetrieb in der unmittelbar bevorstehenden Saison 2020/21 nicht möglich. Bereits jetzt nehmen die Vereine, die aufgrund des nahenden Saisonstarts mit dem Training und den damit entstehenden Kosten starten mussten, ein großes finanzielles Risiko auf sich.“

„Leider scheinen die Hygienekonzepte bislang keine Beachtung zu finden“

Angesichts der prekären Lage hätten die Vereine auch bereits Verantwortung übernommen und individuelle Konzepte erarbeitet, die einen Spielbetrieb mit Zuschauern auch in Coronazeiten ermöglichen würden. „Leider scheinen diese Hygienekonzepte bislang keine Beachtung zu finden.“, heißt es dazu in dem offiziellen Schreiben.

Die Vereine stellen daher folgende Forderungen an die Politik:

  • Die EU-Beihilferichtlinie muss an Rahmenbedingungen des Sports angepasst werden
  • Finanzielle Einbußen durch fehlende Zuschauer müssen ausgeglichen werden
  • Hygienekonzepte müssen tatsächlich durch die zuständigen Behörden geprüft und dürfen nicht mehr pauschal abgelehnt werden
  • Die Entscheidungen seitens der Politik müssen den Vereinen dringend zeitnah vorliegen

Letztlich würde der Puck nun bei der Politik liegen: „Sie muss entscheiden, ob sie das Eishockey und die Vereine der Oberliga sterben lassen will oder eine Perspektive bieten kann.“, heißt es abschließend. Letztlich wird sich erst am 14. September entscheiden, ob und vor allem wie die neue Eishockey-Saison in der Oberliga starten kann, denn erst dann berät das Kabinett über das weitere Vorgehen. Bis dahin können alle Eishockeybegeisterten nur weiter hoffen, dass schnellstmöglich eine passende Lösung gefunden wird.

aic

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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