Grubauer: In die NHL hocharbeiten

Philipp Grubauer stemmt den Memorial Cup in die Höhe.

Rosenheim - Philipp Grubauer ist eines der großen Torwart-Talente im deutschen Eishockey. Bei einem kurzen Heimaturlaub in Rosenheim gab er dem OVB ein Interview.

Die ersten Schritte zu einer großen Karriere hat der 18-jährige Rosenheimer mit dem Umzug nach Kanada bereits hinter sich. Mit der OVB-Sportredaktion spricht er über seine Erlebnisse und nächsten Ziele.

Frage: Sie sind derzeit wieder hier in Rosenheim, wie lange bleiben Sie noch und wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Grubauer: Ich bin seit Ende Mai hier und bleibe noch bis Samstag. Die meiste Zeit verbringe ich damit, alte Freunde zu treffen und vor allem viel mit meiner Freundin zu unternehmen.

Frage: Wie bereiten Sie sich auf die kommende Saison vor?

Grubauer: Lauf- und Fitnesstraining habe ich jetzt erst einmal alleine absolviert. Aber mit den Starbulls habe ich auch schon trainieren können.

Frage: Seit zwei Jahren sind Sie nun in Nordamerika, wie fällt Ihr Fazit aus?

Grubauer: Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, rüber zu gehen. Es ist Wahnsinn, wie dort sogar 16- bis 18-jährige Spieler angefeuert werden. Bei unseren Play-offs hatten wir bis zu 8000 Zuschauer.

Frage: War es eine große Umstellung, Europa zu verlassen?

Grubauer: Nein, eigentlich nicht. Die Leute dort sind alle sehr nett. Ich habe jetzt zweimal in Gastfamilien gelebt, die mir sehr geholfen haben. In einer Familie musste ich dann selbst kochen und putzen, ich glaube das hat mich persönlich sehr weit gebracht.

Frage: Sie haben auch dank Ihren guten Leistungen Ihrem Team zum Titelgewinn verholfen und wurden zum bester Torhüter des Memorial Cups. Wie war die Saison für Sie?

Grubauer: Der Memorial Cup ist ja mit der schwerste Cup in Kanada. Als ich zu den Windsor Spitfires kam, hätte ich nie gedacht, dass wir den Cup gewinnen. Es waren natürlich nicht nur meine Leistungen. Ich hatte ein super Team vor mir und es hat einfach alles gepasst, von den Betreuern über Trainer bis hin zu den Mitspielern. Wenn ich gefordert war, war ich dann zum Glück auch der nötige Rückhalt. Und ein 9:1 im Finale spricht dann, glaube ich, auch für sich.

Frage: Wie haben Sie die Drafts der nordamerikanischen Profiliga NHL verfolgt und sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Grubauer: Ich habe die Draft-Veranstaltung zuhause mit meinen Eltern angesehen. Es war schon sehr spannend und als die erste und zweite Runde vorbei waren, bin ich schon etwas nervös geworden. Als dann letztendlich Washington kam, war ich sehr zufrieden. Ich glaube, das ist das Beste, was mir passieren konnte.

Frage: Was sind Ihre Ziele mit Washington?

Grubauer: Erst einmal möchte ich dort unterschreiben. Dann möchte ich mich natürlich über die AHL, in der die Farmteams der NHL spielen, hocharbeiten und später einmal für Washington in der NHL spielen.

Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Grubauer: Ich spiele kommende Saison für Kingston. Wir wollen auf jeden Fall oben mitspielen.

Frage: Wie verläuft die weitere Vorbereitung?

Grubauer: Im September gehe ich in ein Rookie-Camp und wenn ich mich da gut anstelle, dann kann ich in ein Main-Camp kommen. Das wäre schon super, da sind dann auch ein Ovetchkin und andere Top-Spieler. Wenn so einer auf mich schießt, könnte ich einiges lernen.

Frage: Waren Sie schon einmal in so einem Camp?

Grubauer: Anfang Juli war ich in Washington in einem Prospekt-Camp. Das war eine Einführung für uns junge Spieler, damit wir die Organisation kennenlernen.

Frage: Mit Olaf Kölzig war lange ein Deutscher im Tor von Washington. Ist er Ihr Vorbild?

Grubauer: Eigentlich ist Robert Müller eher mein Vorbild. Er war auch Rosenheimer und hat es sehr weit gebracht. Das will ich auch schaffen.

Frage: Sie haben Rosenheim erwähnt. Verfolgen Sie die Starbulls noch sehr aufmerksam?

Grubauer: Ich bekomme über meine Eltern schon noch das Wichtigste mit. Der Schritt in die zweite Liga ist super, aber auch noch einmal ein großer Unterschied zur Oberliga. Aber ich denke, sie werden sich gut machen.

Frage: Kommen Ihre Eltern oft zu Besuch?

Grubauer: Sie kommen immer, wenn sie Zeit haben. Jetzt ist dann Junioren-Weltmeisterschaft in Buffalo, da schauen sie zu.

Frage: Welche Chancen rechnen Sie sich bei der WM mit Deutschland aus?

Grubauer: Wir sind ja letztes Jahr erst aufgestiegen und haben ein gutes Team. Der Klassenerhalt ist das Mindestziel, aber eigentlich könnte mehr drin sein - vielleicht können wir überraschen und so um Platz vier mitspielen.

Interview: tn/Achatz

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