Kölliker "keine Zwischenlösung"

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Der Präsident vom Deutschen Eishockey-Bund ( DEB) Uwe Harnos (v-l) begrüßt den Schweizer Jakob Kölliker, den neuen Bundestrainer der Eishockey-Nationalmannschaft. Rechts daneben DEB-Vizepräsident Erich Kühnhackl.

München - Der neue Eishockey-Bundestrainer ist ein in Deutschland kaum bekannter Schweizer. Jakob Kölliker und der DEB wollen trotz eines kurzen Vertrages nicht von einer “zweiten Wahl“ sprechen. Die Liga fühlt sich übergangen.

Nur einen Jahresvertrag in der Tasche, aber als Dauerlösung an der Bande präsentiert: Der neue Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker soll nicht nur Platzhalter für seinen ehemaligen Chef Ralph Krueger sein. “Wir streben eine langfristige Zusammenarbeit an“, betonte DEB-Präsident Uwe Harnos bei der offiziellen Vorstellung des Schweizers am Mittwoch in München - die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) fühlt sich wieder mal übergangen.

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Harnos dementierte entschieden, dass der 57-Jährige lediglich als Übergangslösung vorgesehen sei, bis der ursprüngliche Wunschkandidat Krueger 2012 zur Verfügung stehen würde. Auch Kölliker selbst sieht sich “keinesfalls als zweite Wahl“. Der Deutsch-Kanadier Krueger, den er bei der Schweizer Nationalmannschaft mehr als ein Jahrzehnt als Assistenzcoach unterstützte, ist noch als Co-Trainer an die Edmonton Oilers in der nordamerikanischen Profiliga NHL gebunden. Krueger habe die Kontaktaufnahme zu Kölliker empfohlen, so Harnos.

Nach elf Einheimischen, acht Kanadiern, drei Tschechen und einem US-Amerikaner wird mit dem Nachfolger von Uwe Krupp, der als Trainer und Sportdirektor zu seinem Heimatclub Kölner Haie wechselte, erstmals ein Schweizer als Bundestrainer in die Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) eingehen. Der ehemalige Schweizer Rekord-Nationalspieler, der 213 Länderspiele bestritt, war bis 2010 auch als Trainer der U20-Auswahl der Eidgenossen tätig. Kölliker verbrachte das Gros seiner aktiven Karriere bei seinem Heimatverein EHC Biel, mit dem er dreimal die Meisterschaft gewann.

Der als sachlich und zurückhaltend geltende Kölliker wird seinen Wohnsitz in der Schweizer Hauptstadt Bern behalten, will aber jedes Wochenende in DEL-Stadien präsent sein. Seine erste Maßnahme wird er bei einem einwöchigen Lehrgang im Juli im Bundesleistungszentrum Füssen leiten. Sein Debüt an der Bande wird er vom 11. bis 13. November beim Deutschland-Cup in München geben. Eine Eishockey-Philosophie besitzt er nicht: “Ob offensiv oder defensiv - das sind doch alles Floskeln. Ich werde ein System erarbeiten, das für die Spieler am meisten geeignet ist“, sagte er.

“Kölliker hat in der Schweiz eindrucksvoll bewiesen, wie ein Verband durch einen langfristigen Plan und einem ausgereiften sportlichen Gesamtkonzept an die Weltspitze aufschließen kann. Unter seiner Führung sind einige Schweizer Nachwuchsspieler zu NHL-Stars gereift“, erklärte Eishockey-Idol Erich Kühnhackl, als DEB-Vizepräsident im Präsidium verantwortlich für den Sport.

Bei der mit DEB-Chef Harnos im Clinch liegenden DEL-Führung kam die Berufung trotzdem nicht gut an. Inhaltlich und sportfachlich wolle man die Entscheidung nicht kommentieren. “Wir stellen lediglich fest, dass die DEL trotz diverser Angebote hochrangiger Fachleute erneut nicht eingebunden wurde“, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Arnold mit. Dazu meinte Harnos: “Eine Einbindung erfordert auch ein aktives Mitwirken. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Noch ungeklärt sind Köllikers Assistenten und der Nachfolger des langjährigen Sportdirektors Franz Reindl, der sich mit sofortiger Wirkung auf seine Aufgabe als DEB-Generalsekretär konzentrieren soll. Als heißer Kandidat für den Sportdirektor-Posten gilt der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Jürgen Rumrich, der bis Januar Trainer der Straubing Tigers war. Harnos hatte für diese Frage eine gemeinsame Lösung mit der Liga angekündigt. Auswahl-Assistenzcoach könnte der Mannheimer Cheftrainer Harold Kreis bleiben.

dpa

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