Deutschland-Aus in WM-Viertelfinale gegen Kanada

Grubauer: "Haben uns mit Fehlern und Strafen in Fuß geschossen!"

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Kanadas Jeff Skinner (re.) taucht vor Deutschlands Keeper Philipp Grubauer auf und erzielt in dieser Szene das zwischenzeitliche 2:0 für die Nordamerikaner.
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Köln - Die große Sensation blieb aus, aber die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft kann sich erhobenen Hauptes von der WM im eigenen Land verabschieden:

Durch das 1:2 (0:1, 0:1, 1:0) gegen Kanada ist für die deutsche Auswahl eine emotionale WM am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Dennoch: Die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm konnte sich mit ihren couragierten Auftritten während des Turnierverlaufs und dem Viertelfinal-Einzug erneut jede Menge Sympathien erspielen sowie beste Werbung für den Eishockey-Sport betreiben. Die Fans in der LANXESS arena feierten ihr Team trotz der Niederlage nach der Schlusssirene mit stehenden Ovationen.

Sturm hatte gegen Kanada denselben Kader ins Rennen geschickt wie beim 4:3-Penaltysieg über Lettland. Die "Ahornblätter" zeigten im ersten Abschnitt, warum sie zum WM-Topfavoriten gehören und begannen engagiert.

Grubauer wieder bärenstark

Der aus Rosenheim stammende Keeper Philipp Grubauer ließ - wie schon gegen die Letten - mehrfach seine ganze Klasse aufblitzen, war beim 0:1 durch Mark Scheifele (18.) in Unterzahl im ersten Abschnitt aber ebenso machtlos wie beim zweiten kanadischen Treffer durch Jeff Skinner (39.) kurz vor der zweiten Pause.

Die Nationalmannschaft versuchte im letzten Abschnitt noch einmal alles und konnte sich auch einige gute Chancen erarbeiten, wurde für ihre Mühen zunächst aber nicht belohnt. Ausgerechnet in Unterzahl ließ Yannic Seidenberg die Arena mit dem 1:2-Anschluss (54.) "kochen". Trotz einer Energieleistung reicht es nicht mehr zum Ausgleich.

WM-Viertelfinale Deutschland vs. Kanada

Logisch, dass die Spieler enttäuscht waren. "Es wäre mehr drin gewesen. Wir haben uns alle ein bisschen zu viel Druck gemacht. Wir haben uns mit den Strafzeiten und einigen Fehlern in der eigenen Zone selbst in den Fuß geschossen", sagte Grubauer. Verteidiger Christian Ehrhoff, der einst selbst lange in der NHL spielte, lobte seinen Rosenheimer Teamkollegen: "Vielleicht waren wir am Anfang ein bisschen zu nervös. Aber über das gesamte Spiel gesehen, muss man sagen, dass es - was Technik und Schlittschuhlaufen betrifft - ein Qualitätsunterschied ist. Wir haben das durch viel Kampf und einen tollen Torhüter wettgemacht."

Das Spiel in der Statistik:

Deutschland - Kanada 1:2 (0:1, 0:1, 1:0)
Deutschland: Grubauer (Greiss) – Reul, Ehrhoff; Reimer, Draisaitl, Ehliz – Müller, D. Seidenberg; Y. Seidenberg, Kahun, Kink - Hördler, Abeltshauser; Hager, Macek, Plachta; Krueger; Schütz, Fauser, Wolf, Tiffels.
Tore: 0:1 Mark Scheifele (17:11), 0:2 Jeff Skinner (38:08), 1:2 Yannic Seidenberg (53:21).
Schiedsrichter: Hribik (Tschechien) und Stricker (Schweiz).
Strafminuten: Deutschland 18 – Kanada 8.
Zuschauer: 16.643.

Pressemitteilung DEB/mw

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