Mit der Lizenz zum Träumen

Eislöwen-Kapitän Peter Richter hofft auf zwei Siege an diesem Wochenende. Foto czw

Waldkraiburg - In der Eishockey-Bayernliga dreht sich derzeit alles um den Kampf um die ersten acht Tabellenplätze. Am Wochenende sind die Löwen in Buchloe und gegen Germering gefordert.

Mit Sonthofen, Schweinfurt, Bayreuth, Memmingen, Weiden und Miesbach dürften sechs Mannschaften bereits ihr Ticket für die Aufstiegszwischenrunde gelöst haben. Dahinter tummeln sich mit Peißenberg, Königsbrunn, Germering, Buchloe und auch Dorfen aber noch weitere Teams, die sich immer noch berechtigte Chancen ausrechnen dürfen. Gegen zwei dieser Mannschaften spielt an diesem Wochenende der EHC Waldkraiburg, der ebenfalls noch ein wenig träumen darf: am Freitag in Buchloe (Spielbeginn: 20 Uhr) und am Sonntag im eigenen Stadion gegen Germering (17.15 Uhr).

Mit dem Saisonziel "Klassenerhalt" waren die "Löwen" in die Spielzeit gestartet, nach starkem Auftakt mit acht Siegen aus den ersten neun Spielen, träumten viele Anhänger und auch einige Spieler schon von mehr. Doch es folgten eine schon historisch anmutende Niederlagenserie mit zwölf Pleiten am Stück und der Sturz auf den jetzigen Tabellenplatz 12. Eine einmalige Negativserie in der jüngeren Geschichte der "Löwen", doch genauso einmalig läuft es in diesem Jahr in der Eishockey-Bayernliga.

Denn, ob man es glauben will oder nicht, rechnerisch ist immer noch alles drin für die "Löwen" und ein Sprung an den Rand der oberen Tabellenhälfte liegt noch im Bereich des Möglichen. "Solche Chancen hatte man zu diesem Zeitpunkt der Saison nur selten" stimmt auch EHC-Kapitän Peter Richter zu.

Natürlich wissen in den Reihen des Aufsteigers alle, dass es sich dabei um reines Wunschdenken handelt und man sich wohl eher auf die anstehende Abstiegsrunde einstellen sollte. Doch ein bisschen träumen darf man noch - schließlich geht es mit dem ESV Buchloe (10. Platz, 32 Punkte) und den "Wanderers" Germering (9. Platz, 36 Punkte) für den EHC (30 Punkte) gegen zwei direkte Konkurrenten. Außerdem haben die "Löwen" noch zwei Spiele weniger auf dem Konto. Die anstehenden Spiele gegen Buchloe und Germering sind aber bei weitem keine Selbstläufer.

"Alle kämpfen noch um Platz 8 und jeder hat es noch selbst in der Hand, deshalb werden die Spiele richtig hart" weiß der Kapitän der "Löwen". Ob er und seine Mannschaft ihr historisches Tief nun überwunden haben, will er nicht beurteilen, dies werde erst "das kommende Wochenende zeigen", erklärt der 28-Jährige. "Hinten standen wir noch nicht so gut, aber die drei Punkte haben uns gut getan, die Zuschauer mit eingeschlossen."

Mit dem 7:5 gegen Nürnberg gelang der erste glatte Sieg seit Anfang November, die Marschrichtung für die kommenden Aufgaben ist zweifelsfrei klar: "Jetzt gibt es nur noch Hop oder Top - wenn du gegen Buchloe und Germering verlierst, kannst du alles abhaken. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt und träumen darf man immer, solange es rechnerisch noch möglich ist. Sonst müssten wir diesen Sport ja nicht betreiben" hält Richter fest.

So richtig will der Kapitän des EHC auf den achten Tabellenplatz und alle Eventualitäten aber nicht schauen, man müssen sich vielmehr "wieder angewöhnen, von Spiel zu Spiel, oder besser noch, von Drittel zu Drittel zu denken und so versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen."

Innerhalb des Teams sei die Stimmung zuletzt wieder deutlich gestiegen. "Es ist ein guter Zug drin" beschreibt Richter die tägliche Arbeit der Mannschaft, appelliert gleichzeitig aber auch an seine Kollegen: "Wir müssen uns trotz Arbeit oder Schule so gut wie möglich vorbereiten und schon am Donnerstag dran denken, dass Freitag und Sonntag ein Spiel ansteht. Wir müssen uns zusammenreißen wie Profis, auch wenn hier keiner ein Profi ist - dann werden wir sehen, was rauskommt!"

Sollten die "Löwen" den Kampf um den achten Tabellenplatz wirklich nochmals spannend machen, wäre das eine echte Sensation, mit der keiner mehr gerechnet hätte. Dafür könnten sie an diesem Wochenende den Grundstein legen. Und vielleicht geht dann doch noch etwas nach oben - träumen werden sie beim EHC Waldkraiburg ja noch dürfen.

göß/Mühldorfer Anzeiger

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