Waldkraiburger reisen heute nach Königsbrunn -Am Sonntag kommt Pfaffenhofen

Löwen treffen auf Pinguine

Auf Korbinian Schneider kommt in der Verteidigung viel Arbeit zu. Foto czw

Waldkraiburg - Eigentlich ruht in der Eishockey-Bayernliga an diesem Wochenende der Puck - eigentlich. Für die Waldkraiburger Eislöwen stehen nämlich gleich zwei Nachholspiele an.

Denn während sich zehn Teams ausruhen und für das letzte Vorrundenwochenende Kraft tanken können, müssen die anderen sechs Mannschaften ran, um die verlegten oder ihre Nachholspiele zu absolvieren. So auch der EHC Waldkraiburg, der am Freitag nach Königsbrunn reist (Spielbeginn 20 Uhr) und am Sonntag den EC Pfaffenhofen empfängt (17.15 Uhr).

Während für die "Löwen" vom EHC Waldkraiburg der Zug im Kampf um den achten Tabellenplatz längst abgefahren ist, stecken die "Pinguine" vom ESV Königsbrunn noch immer mitten drin. Die Mannschaft von Petr Vorisek hat mit derzeit 41 Punkten noch vier der insgesamt 30 Vorrundenspiele auf dem Programm und liegt auf dem achten Tabellenplatz. Dahinter liegen Buchloe (28 Spiele/36 Punkte), Germering (28/36), Dorfen (27/34) und der EHC Waldkraiburg (26/33).

Bei einem Sieg gegen die "Löwen" wären die "Pinguine" durch, würden sie gegen die Industriestädter verlieren, müssten sie in ihren letzten drei Partien in Bayreuth, Memmingen und gegen Pfaffenhofen noch fünf weitere Punkte holen. Klingt nach einer schwierigen Aufgabe, doch eigentlich kann man sich diese Spielereien sparen und den Rechenschieber getrost in den Mülleimer werfen. Denn der EHC Waldkraiburg müsste nach dem hypothetischen Sieg gegen Königsbrunn auch noch alle restlichen Spiele für sich entscheiden.

Dabei geht es jedoch gegen den wieder erstarkten EC Pfaffenhofen, den Tabellenfünften Weiden und den amtierenden Meister Sonthofen. Wer nur einen Funken Eishockeyverstand besitzt, kann dem ESV Königsbrunn daher schon jetzt zur Qualifikation für die Aufstiegsrunde gratulieren. Mit offiziell bescheidenen Mitteln gelingt dies zum ersten Mal seit sieben Jahren. Acht geben müssen die "Löwen" am Freitag auf den Tschechen Jan Fadrny (25 Spiele, 13 Tore, 25 Vorlagen) und den Anfang des Jahres gekommenen Schweden Johannes Harnesk (bisher 1 Spiel, 1 Vorlage) - welcher der beiden spielen wird, ist noch nicht bekannt. In Königsbrunn leistet man sich nämlich den Luxus von zwei Kontingentspielern, die sich pro Spiel abwechseln sollen. Wohl eine neue Form der Bescheidenheit, die man in Schwaben entwickelt hat.

"Bescheiden" sieht es auch im Kader des EHC Waldkraiburg aus: Mit Kapitän Peter Richter fällt für die restliche Saison verletzungsbedingt ein Verteidiger aus, der zu den wichtigen Stützen des Teams zählte, auch wenn er zuletzt spielerisch nicht immer sein Bestes zeigte. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo man sich auf die Abstiegsrunde einstellen muss und sich besonders in der Defensive keine Fehler erlauben sollte, ist der Ausfall des 28-jährigen Leitwolfs besonders bitter.

Für Waldkraiburgs Kontingentspieler Jan Loboda, Alexander Schrödinger, Korbinian Schneider, Thomas Laschütza und Tobi Vogl bedeutet dies, sich in der Verteidigung umso mehr konzentrieren zu müssen und noch mehr Eiszeit.

Hoffen kann man noch auf Einsätze von Nachwuchsspieler Patrick Nutz, der bislang solide Defensivarbeit in der Bayernliga verrichtete und trotz erst 16 Jahren gute Spielübersicht bewies. Das Problem ist nur, dass Nutz gleichzeitig auch zu den wichtigsten Spielern des Junioren- und Jugendteams der "Löwen" zählt und dort ebenfalls benötigt wird.

Benötigt werden am Sonntag beim Heimspiel gegen Pfaffenhofen in jedem Fall viele Fans des EHC Waldkraiburg und noch mehr. Denn anlässlich der Eisstock-Weltmeisterschaft im März dreht der Waldkraiburger Regisseur und Produzent Sebastian Harrer einen Image-Film über die Sportstadt Waldkraiburg. Dabei besucht er mit seinem Kamerateam natürlich auch das sportliche Aushängeschild der Industriestadt in der "Höhle der Löwen". Um den Fans das Kommen noch schmackhafter zu machen, hat sich EHC-Sponsor "Brauerei Graf Arco" zudem bereit erklärt 100 Liter Freibier bereit zu stellen. Ein Besuch am Sonntag beim EHC Waldkraiburg lohnt sich also in jedem Fall.

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