Nach Bodycheck: Polizei ermittelt gegen NHL-Profi

Zdeno Chara
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Zdeno Chara (hier im Trikot des Nationalteams der Slowakei.

Montreal - Der folgenschwere Check von Eishockey-Profi Zdeno Chara gegen Max Pacioretty im Spiel der Montreal Canadiens gegen die Boston Bruins am Dienstag könnte ein juristisches Nachspiel haben.

Zwei Tage nach dem Spiel in der nordamerikanischen Profiliga NHL nahm die Polizei in Montreal die Ermittlungen auf. Bruins-Kapitän Chara hatte Pacioretty beim 4:1-Erfolg der Canadiens per Bodycheck in eine Plexiglas-Abtrennung gerammt. Der Flügelstürmer des Rekordmeisters blieb mit dem Kopf an einem Vorsprung hängen und erlitt einen Halswirbelbruch sowie eine schwere Gehirnerschütterung. Er musste zwei Nächte in einem Krankenhaus in Montreal verbringen.

Wie die kanadische Polizei mitteilte, habe man auf Geheiß von Quebecs Oberstaatsanwalt Louis Dionne damit begonnen, Beweise für ein mögliches Verfahren gegen Chara zu sammeln. Der Slowake wurde für seinen Check mit einer Spiel-Hinausstellung bestraft, allerdings verzichtete die NHL auf weitere disziplinarische Maßnahmen gegen den Teamkollegen von Nationalspieler Dennis Seidenberg.

„Ich war enttäuscht, weil die NHL Zdeno Chara nicht suspendiert hat. Allerdings verspüre ich kein Verlangen danach, dass er juristisch verfolgt wird. So hässlich der Vorfall auch war, denke ich, dass er Teil eines Eishockey-Spiels war“, sagte Pacioretty. „Das ist eine nette Geste“, sagte Chara. „Die Sache ist etwas, das sicher nicht so weit gehen sollte. Ich fühle mich schlecht, weil er verletzt wurde. Ich wünsche ihm eine rasche Genesung. Hoffentlich kehrt er schnell aufs Eis zurück.“

Mit Chara, aber ohne Punkte endete derweil das Auswärtsspiel der Bruins gegen die New York Islanders. Bei der 2:4-Niederlage gegen das Schlusslicht der Atlantic Divison erzielte Chara zwar das zwischenzeitliche 2:0 für Boston. Matt Moulson und Michael Grabner glichen aber für die Islanders zum 2:2 aus, ehe Seidenberg einen Schuss von New Yorks Verteidiger Jack Hillen zum vorentscheidenden 3:2 für die Gastgeber abfälschte. Den Schlusspunkt zum 4:2 setzte PA Parenteau.

Den Patzer der Bruins nutzten Nationalspieler Marco Sturm und die Washington Capitals. Gegen die Carolina Hurricanes drehten die „Caps“ einen 0:1-Rückstand dank der Treffer von Superstar Alexander Owetschkin und Matt Hendricks im Schlussdrittel in einen 2: 1-Erfolg. Durch den siebten Sieg in Folge baute der Hauptstadtklub, bei dem Sturm 12:53 Minuten auf dem Eis stand, seinen Vorsprung in der Eastern Conference auf die drittplatzierten Bruins auf drei Punkte aus.

sid

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