Der nächste schwere Brocken

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Eislöwen-Kapitän Peter Richter kann gegen Schweinfurt wieder auflaufen.

Waldkraiburg - Halbzeit in der Vorrunde der Eishockey-Bayernliga: Das bedeutet traditionell, dass es zwei Mal gegen ein und den selben Gegner geht.

Für den EHC Waldkraiburg bedeutet dies nochmals alle Kräfte zu mobilisieren und sich gut aus der Affäre zu ziehen, denn es geht gegen keine geringere Mannschaft als die "Mighty Dogs" vom ERV Schweinfurt.

Am Freitag reist die Mannschaft von Trainer Jan Smolko zunächst nach Unterfranken (Spielbeginn ist um 20 Uhr), am Sonntag gastiert der Titelaspirant dann in der Industriestadt für das um 16 Uhr beginnende Rückspiel. Die Ursache für die ungewohnte Anpfiffzeit ist die traditionelle Christbaumversteigerung, die im Anschluss an die Partie in der Waldkraiburger Stadiongaststätte stattfinden wird und zu der die "Löwen" alle Fans, Sponsoren und Freunde des EHC recht herzlich einladen.

2009 wurde Schweinfurt zuletzt bayerischer Meister im Eishockey-Oberhaus des Freistaats und trat damals die Nachfolge des EHC an, der sie im Jahr zuvor noch im Halbfinale besiegt hatte und sich später gegen Pfaffenhofen selber den Titel sicherte.

Eine Saison später wurde man Vierter, im letzten Winter belegte Schweinfurt nach der Vorrunde hinter Erding und Bayreuth den dritten Platz. Die anschließende Zwischenrunde beendete man auf Rang zwei, im Halbfinale unterlagen die "Dogs" zwei Mal knapp gegen den späteren Aufsteiger Erding mit 2:3 und 6:7.

Im letzten Sommer herrschte trotzdem lange Zeit Planungsunsicherheit für die Schweinfurter, wie so oft bedingt durch Aufstiegs- und Nachrückregelungen im deutschen Eishockey: Denn der TSV Erding rückte bekanntlich in die neustrukturierte Oberliga Süd nach, weil Meister Sonthofen aus wirtschaftlichen Gründen auf den direkten Aufstieg verzichtete. Mit nur neun Mannschaften war und ist die Oberliga Süd aber weiterhin alles andere als gut aufgestellt und weder für Teams und Fans attraktiv. Daher wurde plötzlich über einen zweiten Nachrücker spekuliert und die Schweinfurter "Mighty Dogs" dachten ernsthaft darüber nach, nach fünf Jahren Bayernliga und einem Jahr Landesliga wieder in die dritthöchste deutsche Spielklasse aufzurücken. Dafür hätten aber alle Bayernligisten am "grünen Tisch" zustimmen müssen, doch die Liga entschied sich, diese Ausnahme nicht zuzulassen.

Somit müssen sich die Schweinfurter in dieser Saison sportlich für den Aufstieg qualifizieren und bislang sind sie dabei auf einem mehr als guten Weg: Mit 77 Treffern stellt die Truppe von Trainer Viktor Proskuryakov die beste Offensive der Liga, die 23 Gegentore sind defensiv ebenso der Topwert der Liga.

Erst am letzten Freitag setzte es mit dem 1:5 in Sonthofen die erste Niederlage und den "Absturz" von der Tabellenspitze auf Platz zwei. Allzu sehr beirren werden sich die Schweinfurter von dieser verkraftbaren Niederlage aber nicht lassen- gegen den amtierenden Meister und wohl ärgsten Widersacher kann man auswärts verlieren, auch wenn die Niederlage mannschaftsintern für einigen Wirbel gesorgt haben soll. Zwei Tage später zeigte sich der ERV aber wieder gewohnt souverän und schlug Bayreuth im Derby zu Hause mit 5:3.

Oft geschlagen wurden zuletzt auch die "Löwen" vom EHC Waldkraiburg. Es setzte insgesamt fünf Niederlagen am Stück und in der Tabelle wurde man nach starkem Saisonstart mit acht Siegen in Folge, von Platz drei auf Rang fünf nach unten gereicht. Der Abstand auf den neunten Tabellenplatz ist inzwischen auf vier Zähler geschrumpft und auch wenn schon vor der Saison klar war, dass gegen Schweinfurt und Sonthofen wohl nicht viel zu holen sein würde, müssen die "Löwen" wieder den Glauben an sich finden.

Einen Sieg des Aufsteigers gegen den Meisteraspiranten erwarten wohl die wenigsten, doch ein Punkt oder mehr kann drin sein. Die Industriestädter haben in den letzten Niederlagen nämlich nie wirklich schlecht ausgesehen: Immer unterlag man nur knapp, nie kam man wirklich unter die Räder. Davon, dass bei den Duellen mit den "Mighty Dogs" Kapitän Peter Richter und Stürmer Martin Führmann wieder auflaufen können, ist bislang noch nicht auszugehen.

göß/Waldkraiburger Nachrichten

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