Eishockey: Reindl entmachtet

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Franz Reindl, der enie Doppellösung mit Uwe Krupp bevorzugt, wurde von DEB-Präsident Harnos entmachtet.

Köln - Sportdirektor Franz Reindl wird bei der Bundestrainer-Suche wenig Einfluss haben. DEB-Präsident Harnos spricht ein Machtwort und wird das Thema erst nach der WM in Angriff nehmen.

Bei der Suche nach einem neuen Eishockey-Bundestrainer spielt Franz Reindl nur noch eine Nebenrolle. Präsident Uwe Harnos vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) hat das Thema zur Chefsache gemacht und den Sportdirektor an den Rand gedrängt. „Der Präsident hat ein Machtwort gesprochen“, sagte Reindl am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Köln: „Wir werden sehen, wie es nach der WM aussieht.“

Reindl hatte sich dafür stark gemacht, den scheidenden Bundestrainer Uwe Krupp in Doppelfunktion im Amt zu behalten. Der DEB-Chefcoach, der die Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2010 sensationell ins Halbfinale geführt hatte, beendet seine Arbeit nach der Weltmeisterschaft in der Slowakei (29. April bis 15. Mai) und wechselt zu den Kölner Haien. Harnos schloss daraufhin eine Doppellösung kategorisch aus.

„Die Bundestrainer-Frage wird momentan im stillen Kämmerlein beantwortet“, sagte Reindl. Auf die Frage, ob er an der Suche nach dem Krupp-Nachfolger beteiligt sei, antwortete er: „Ja, aber nicht so sehr.“ Der DEB-Sportdirektor hatte in Rücksprache mit den Klubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine Kandidatenliste zusammengestellt, die er Ende Februar dem Präsidium vorlegte.

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Nun werden die Gespräche mit den Anwärtern geführt, offenbar wohl ohne enge Einbindung Reindls, der das Thema ursprünglich noch vor der WM vom Tisch haben wollte. Harnos sagte jedoch, man habe bis zum Sommer Zeit. Der DEB hat das Problem, dass die Wunschkandidaten für eine hauptamtliche Tätigkeit nicht zur Verfügung stehen. Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger ist als Assistenz-Coach beim NHL-Klub Edmonton Oilers beschäftigt. Ex-Nationalspieler Harold Kreis, der als Krupp-Assistent wesentlich zum WM-Erfolg im Vorjahr beitrug, steht beim DEL-Rekordmeister Adler Mannheim noch ein Jahr unter Vertrag.

Reindl werden zudem Abschiedsgedanken nachgesagt. Der Bronzemedaillengewinner von 1976 ist in seiner Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen als Olympia-Funktionär im Gespräch, sollte München den Zuschlag für die Winterspiele 2018 bekommen. „Noch sind die Spiele ja nicht vergeben“, sagte Reindl lediglich.

Sein langjähriger Weggefährte Krupp wird sich schon am 25. April von den deutschen Eishockey-Fans als Bundestrainer verabschieden. Dann bestreitet die Nationalmannschaft ihr letztes Vorbereitungsspiel in Köln gegen Weißrussland, bevor es zur WM nach Bratislava geht. Einen großen Abschied werde es nicht geben, sagte Krupp: „Das wird ganz ruhig ablaufen. Unsere Hauptaufgabe startet nach dem Spiel.“

sid

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