Doku erinnert an Robert Müllers Kampf

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Robert Müller bei einem seiner letzten Interviews.

Rosenheim - Der Tod von Torhüter Robert Müller schockte im Mai diese Jahres ganz Eishockey-Deutschland. Jetzt erzählt eine Dokumentation auf DVD seine Karriere und seinen Kampf gegen die tödliche Krankheit.

Lesen Sie hier den Bericht des Oberbayerischen Volksblatts vom Samstag:

Deutscher Meister 2001, 2003 und 2007, 127 Länderspiele, zwei Teilnahmen an Olympischen Spielen und acht Weltmeisterschaften - Robert Müller war ein ganz Großer des Eishockeysports. Im Mai dieses Jahres verstarb der Torhüter aus Rosenheim im Alter von nur 28 Jahren an den Folgen eines Gehirntumors. Über den verstorbenen Torwart erscheint Anfang Dezember eine Dokumentation, die das Leben des früheren Nationalkeepers auf DVD zeigt. Der Erlös geht an Witwe Fenny sowie die Kinder Lena (4) und Louis (2).

Der Film "Verlieren war nicht seins" erzählt Müllers sportliche wie private Geschichte. Mit großer Offenheit kommen Menschen zu Wort, die Müller nahestanden und ihn begleiteten: Freunde, Mitspieler, Trainer und sein behandelnder Arzt. Zu sehen sind unter anderem der ehemalige Bundestrainer und jetzige Coach des DEL-Clubs Hannover Scorpions Hans Zach, sowie der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl. "Er war einfach ein warmherziger Mensch", erinnert sich Zach an den viel zu früh verstorbenen Ausnahme-Torhüter, dessen immense Willenskraft nicht nur die Eishockey-Fans beeindruckte: Nur 90 Tage nach der zweiten schweren Operation kehrte der Rosenheimer im Oktober 2008 zurück aufs Eis. "Jedem Spieler auf der Bank sind die Tränen in die Augen geschossen", gestand Müller-Kumpel Andreas Renz. "Robert selbst hatte ja schließlich auch nicht damit gerechnet und war völlig überrascht."

Mitte Dezember 2008 verschlechterte sich Müllers Gesundheitszustand aber erneut dramatisch, bei einem öffentlichen Auftritt in einem Kinderkrankenhaus brach er zusammen. Im Januar 2009 gab der Torhüter schließlich sein Karriereende bekannt. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er im März bei der Saisonabschlussfeier der Kölner Haie.

Konzipiert und realisiert wurde das Projekt von Müllers langjährigen Begleitern und Freunden hinter der Kamera, den Journalisten Matthias Pethes und Sky-Moderatoren Michael Leopold und Marc Hindelang.

Herausgekommen ist das Portrait eines besonderen Menschen von seinen Anfangstagen in Rosenheim bis zu seinem Tod im Mai 2009. "Unser Ziel war es, die Erinnerung an Robert am Leben zu erhalten und seine Familie zu unterstützen", erklärt Hindelang.

Über vieles wurde an diesem Tag gesprochen und diskutiert, doch Müllers Krankheit sei in diesem letzten längeren Ratsch überhaupt kein Thema gewesen, so Graf. "Die hat er völlig ignoriert." Die erste Zeit nach Roberts Tod sei für den "Grafei" - so kennt man ihn in der Eishockey-Szene - "eine unheimlich schwere, schlimme Zeit" gewesen.

Doch mittlerweile versucht er sich "an die vielen schönen Erinnerungen" zu klammern, "die aus den vier oder fünf Jahren, in denen ich ihn bei den Starbulls trainiert habe, haften geblieben sind".

Die DVD wird in den Fanshops der Eishockey-Clubs erhältlich sein. Zudem kann die DVD auch im Internet bezogen werden: Auf www.robert80.de - eine Website, die von langjährigen Weggefährten ins Leben gerufen wurde, sowie auf www.del.org sowie www.original4.de.

cs/sam/Oberbayerisches Volksblatt

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