Rosenheimer Unvermögen gegen Landsberger Cleverness

Landsberger Cleverness: Gäste-Angreifer Thorsten Rau nutzte einen Fauxpas von Starbulls-Verteidiger Andi Paderhuber (rechts) zum Führungstor.

Rosenheim (OVB) - Der Erfolgslauf der Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga ist gerissen. Die Landsberger Gäste feierten hingegen den sechsten Sieg in Serie.

Starbulls-Trainer Franz Steer kam nach dem Spiel aus dem Lamentieren über die mangelhafte Chancenverwertung und das Loben der Einstellung seines Teams nicht mehr raus. "Ich kann der Mannschaft eigentlich keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben", betonte er gleich mehrfach, musste dann aber doch immer wieder mit anfügen: "Wir haben unsere vielen Chancen nicht genutzt." 60 Minuten hätten seine Mannen Druck erzeugt, meinte Steer, die Landsberger auch zu Fehlern gezwungen und sich Chancen erarbeitet - nur: "Wir haben das Tor nicht schießen können, das man einfach in der ein oder anderen Situation braucht."

Und dann kamen doch die Vorwürfe heraus, die der Trainer seiner Truppe machen musste: "Wenn man zu wenig schießt, dann kann man halt keine Tore machen." Und: "Unser Powerplay war diesmal nicht Fisch und nicht Fleisch." Und weiter: "Wir haben immer einen Haken zuviel gemacht."

In der Tat konnte Steer mit der gezeigten Spielleistung durchaus nicht unzufrieden sein. Die Starbulls waren lauf- und spielfreudig, gut unterwegs und eben auch mit einer Vielzahl an Torchancen. Weil auch Landsberg stets dagegenhielt, sahen die knapp 2000 Zuschauer eine flotte und sehr ansehnliche Partie. "Es war ein schönes und spannendes Spiel", pflichtete auch Landsbergs Trainer Marian Hurtik bei, "die glücklichere Mannschaft hat die Punkte behalten".

Vor allem im ersten Abschnitt hatten die Rosenheimer die deutlich besseren Torszenen, lagen aber - wie beim Heimspiel davor gegen Bad Tölz auch - mit 0:1 hinten. "Wir waren alleine im ersten Drittel siebenmal frei vor dem Tor", ereiferte sich Steer. Das einzige Tor fiel aber für die Lechstädter durch Thorsten Rau, der einen Scheibenverlust von Verteidiger Andi Paderhuber zur Führung ausnutzte. "Rosenheim war im ersten Drittel sehr stark, wir haben dem Druck standgehalten", meinte Hurtik und lobte dabei auch seinen Torwart Peter Holmgren, der sich mehrere Male auszeichnen konnte.

Im zweiten Drittel war dann zunächst die Belohnung für die Hausherren fällig: Mitch Stephens gelang nach Zuspiel von Marius Möchel und vorhergehendem starken Einsatz von Fabian Zick der Ausgleich. Aber nur 160 Sekunden später lagen die Starbulls wieder hinten, den Landsbergern wurde zuviel Platz gelassen, Markus Vaitl nutzte diesen zur neuerlichen Gäste-Führung. Dann waren die Rosenheimer für kurze Zeit von der Rolle, was der EVL zu einem weiteren Tor von Benjamin Barz nutzte.

Lange Zeit tat sich dann im letzten Spielabschnitt nichts mehr - Landsberg schaffte es, den Rosenheimer Schwung vom eigenen Tor fern zu halten. Doch in Überzahl keimte noch einmal Hoffnung auf: Mit einem Pass vors Tor wurde der heranstürmende Paderhuber bedient, der für den Anschlusstreffer der Starbulls sorgte. Dann versuchten die Hausherren noch einmal alles: Trainer Steer nahm eine Auszeit, ersetzte dann Torwart Claus Dalpiaz durch einen weiteren Feldspieler - der Schuss ging aber nach hinten los, weil Ron Newhook die Scheibe verlor und Daniel Nörenberg ins verwaiste Gehäuse traf.

Statistik: Starbulls Rosenheim - EV Landsberg 2000 2:4 (0:1, 1:2, 1:1).

Tore: 0:1 (14.) Rau, 1:1 (31.) Stephens/Möchel, Zick, 1:2 (33.) Vaitl/Rau, Barz, 1:3 (35.) Barz/Rohde, Kerber, 2:3 (54.) Paderhuber/Newhook, Stephens, 2:4 (60.) Daniel Nörenberg/Bacek;

Strafminuten: Rosenheim 0, Landsberg 8;

Zuschauer: 1978.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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