Selbst am Geburtstag nicht trainingsfrei

Rosenheim - Franz Steer kennt keine Gnade - auch gegenüber sich selbst. Auch an seinem 51. Geburtstag stand der Trainer der Starbulls Rosenheim am Dienstag den ganzen Tag über mit seinen Mannen im Trainingsbetrieb. *Video*

"Vormittags auf dem Eis, nachmittags im Kraftraum, am Abend dann wieder auf dem Eis", erzählt Steer. Eine Party sieht sicherlich anders aus, die Vorbereitung auf die neue Saison in der Eishockey-Oberliga steht im Vordergrund.

Dazu zählen auch die komplexen leistungsdiagnostischen Untersuchungen für alle Spieler im Zentrum für Sport- und Rehabilitationsdiagnostik der Simssee-Klinik Bad Endorf. Biomechanische Tests ermitteln Kraftwerte wie Rumpf- und Beinkraft und ermöglichen Aussagen über die Schnelligkeitsfähigkeiten der Spieler. Muskelfunktionstests und die Beurteilung der Statik und Gelenkbeweglichkeit, die von dem betreuenden Physiotherapeuten Alexander Seifert durchgeführt wurden, runden die komplexe Testbatterie ab. Zum Abschluss stand ein Feldstufentest auf dem Programm, der in erster Linie zur Beurteilung der konditionellen Grundlage der gesamten Mannschaft mittels Blutlaktatabnahme dient. Die Sportwissenschaftler Ralph Neumann und Christian Gilles werten die Daten aus und geben anschließend konkrete Trainingsempfehlungen an den Trainer der Starbulls weiter. "Ich bekomme die Daten in den nächsten Tagen, es ist aber schon ein guter Fitnessstand erkennbar", sagt Steer.

Starbulls schwitzen für die Saison 2009/2010

Die Ausdauerwochen sind damit eigentlich beendet, jetzt geht das Training bereits in den Bereich Schnellkraft. "Sprünge und koordinative übungen sind jetzt mit dabei", sagt Steer, dazu übt man schon fleißig auf dem Eis - schließlich steht am Sonntag in Ravensburg bereits das erste Testspiel auf dem Programm, einen Tag davor ist die Mannschaftspräsentation im Eisstadion.

Bis dahin wird der Kader der Starbulls wohl noch immer nicht komplett sein: Noch immer fehlen ein Stürmer und ein Top-Verteidiger. Allerdings kommt Bewegung in die Sache: "Herbert Geisberger bestreitet ein Try-out", sagt Steer. Geisberger stammt aus dem Rosenheimer Nachwuchs, wechselte dann in die Deutsche Eishockey-Liga nach Wolfsburg und spielte dann mit Wolfsburg, Essen und Bietigheim-Bissingen in der 2. Bundesliga. Jetzt hält er sich bei den Starbulls fit und ist wohl der Hauptkandidat für die Sturmposition. Möglich ist, dass Geisberger auch im Spiel in Ravensburg im Starbulls-Dress aufläuft.

Niko Senger auf der Isomed, begleitet von Sportwissenschaftler Christian Gilles.

Allerdings sagt Steer auch: "Priorität hat die Verteidigerposition." Der Rosenheimer Trainer verweist auf "drei, vier Kandidaten, die infrage kommen" und mit denen er in Kontakt stehe. Einer lässt sich direkt vor Ort begutachten: Tomas Gulda befindet sich in dieser Woche im Probetraining. Der Verteidiger, Jahrgang 1989, ist der Neffe von Peter Gulda, einst in der höchsten deutschen Liga bei Freiburg, Landshut und Oberhausen sowie in der 2. Bundesliga in Bietigheim, Regensburg und Bad Tölz aktiv. Der 19-Jährige spielte beim HC Slezan Opava in der tschechischen Extraliga der Junioren, erzielte zuletzt in 43 Spielen zwei Tore und 18 Punkte und saß 83 Minuten auf der Strafbank. Sein Vorteil: Er hat einen deutschen Pass. Sein Nachteil: Er ist sicherlich nicht der Spielertyp, den Steer sucht. "Er wird vielleicht auch am Sonntag das Spiel mit uns bestreiten", sagt der Rosenheimer Trainer. Danach soll eine Entscheidung fallen. tn

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