Häkkinen-Comeback mit Sieg gekrönt

  • schließen

Bietigheim - Disziplin, Einsatzwillen und ein bärenstarkes Comeback von Keeper Pasi Häkkinen – mit diesen Tugenden haben die Starbulls ihre Niederlagenserie im Ellental beendet.

Vor nur 1.702 Zuschauern haben die Rosenheimer Eishockeyspieler am Abend erstmals seit sieben Spielen in der EgeTrans-Arena gewonnen. Der 4:2 (2:0, 1:1, 1:1)-Erfolg bei den Bietigheim Steelers im Spitzenspiel ist umso höher einzuschätzen, da die Grün-Weißen gegen die mit Starspielern gespickte Heimmannschaft wieder nur mit einem Rumpfkader antreten konnten. Denn bei Rosenheim fehlten weiterhin Florian Müller, Shawn Weller, Max Hofbauer und Kim Staal. Deswegen setzte Trainer Franz Steer wiederum gezwungenermaßen auf nur drei Reihen, die aber ihre Sache alle sehr gut machten. „Ich bin rundum zufrieden“, lobte der Coach hinterher seine Truppe.

Das erste Drittel begann mit großem Druck der Hausherren, die in der Anfangsphase gleich gute Chancen durch den Ex-Rosenheimer Greg Squires und Marcus Sommerfeld verzeichnen konnten. Doch die Starbulls fingen sich ziemlich rasch – und zeigten sich im Spiel nach vorne anschließend eiskalt. Es lief die 8. Minute, als Benjamin Zientek - diesmal an der Seite von Norman Hauner und Tyler McNeely in der ersten Reihe – die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie eroberte und sofort den Kanadier bediente, der das Spielgerät von halblinks unter der Latte versenkte – 0:1. Und es kam noch besser: In Minute 15 spielte Andrej Strakhov in den Slot zu Dominic Auger. Der zog trocken ab und traf unhaltbar zum 0:2 ins lange Eck. Nun waren die Schwaben beeindruckt – und beinahe hätten Zientek oder Fabian Zick noch ein drittes Rosenheimer Tor nachgelegt.

Der Mittelabschnitt startete etwas zerfahrener, aber wieder mit guter Defensivarbeit seitens der Innstädter. Die beste Aktion des Abends führte in Minute 28 zum 0:3: Über McNeely und Fabian Zick kam die Scheibe maßgerecht zu Norman Hauner, der aus kurzer Entfernung nur noch einschieben musste – überragend herausgespielt! Doch die Freude darüber währte nicht lange, denn im Gegenzug gelang der Gaudet-Truppe durch Chris St. Jacques per Abstauber der erste Treffer (28.). In der Folge hätten sich die Starbulls durch den ersten nennenswerten Eigenfehler fast das zweite Gegentor eingefangen: Robin Weihager vertändelte im Powerplay die Scheibe, Max Renner verlor das Laufduell gegen Squires und Rosenheim hatte Riesenglück, dass Häkkinens extrem waghalsiger Ausflug unbestraft blieb. Der Puck kullerte nämlich nur um Millimeter am Tor vorbei.

Ansonsten machte der Finne bei seiner Rückkehr ins grün-weiße Tor aber ein ganz starkes Spiel. Speziell in den letzten 20 Minuten hielt er mit einigen bärenstarken Saves den Sieg für die Innstädter fest. Da machte Bietigheim nämlich zu Beginn noch einmal gewaltig Druck und hatte Möglichkeiten durch Robin Just, Patrik Vogl und David Wrigley. In dieser Phase hatten die Gäste auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite, die schließlich in Unterzahl für die Vorentscheidung sorgten. Nach Klasse-Vorarbeit des unermüdlich rackernden McNeely stürmte Robert Schopf alleine auf das Steelers-Tor zu und verwandelte frei vor Joey Vollmer eiskalt (48.). Am Sieg der Rosenheimer konnte schließlich auch Justs fulminanter Powerplay-Treffer nichts mehr ändern (50.), denn gegen Spielende schwanden auch bei den Hausherren etwas die Kräfte.

„Ich hatte gehofft, dass wir heute das erste Tor schießen. Leider ist uns das nicht gelungen. Denn wenn wir in Rückstand geraten würden, dann wusste ich, dass es gegen einen kampfstarken und effizienten Gegner extrem schwer werden würde“, sagte Bietigheims Chefanweiser Kevin Gaudet. Steer hingegen konnte zufrieden bilanzieren: „Wir haben unsere Chancen heute gut genützt. Die Mannschaft hat sich zudem taktisch gut verhalten und klasse gekämpft. Pasi hat außerdem super gehalten.“ Mit diesem Sieg dürften die Starbulls nicht nur ihr Selbstvertrauen gestärkt haben, sondern auch beste Werbung für das Derby gegen den Erzrivalen aus Landshut (Freitag, 19.30 Uhr, Kathrein-Stadion) betrieben haben.

Hinweis in eigener Sache: Die Aussetzer beim Live Ticker bitten wir angesichts der schlechten Internetverbindung im Stadion zu entschuldigen!

Das Spiel in der Statistik:

Bietigheim Steelers – Starbulls Rosenheim 2:4 (0:2, 1:1, 1:1)

Tore: 0:1 (8.) Tyler McNeely (Benjamin Zientek), 0:2 (15.) Dominic Auger (Andrej Strakhov, Fabian Zick), 0:3 (28.) Norman Hauner (Fabian Zick, Tyler McNeely), 1:3 (28.) Chris St. Jacques (Alexej Dmitriev, Robin Just), 1:4 (48.) Robert Schopf (Tyler McNeely – Unterzahl-Tor), 2:4 (50.) Robin Just (Chris St. Jacques, Marcus Sommerfeld – Überzahl-Tor 2).

Schiedsrichter: Marcus Brill (Saarbrücken).

Strafen: Bietigheim 8 – Rosenheim 12.

Zuschauer: 1.702.

Rubriklistenbild: © Ruprecht

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser