Starbulls mit viertem Sieg im vierten Spiel

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Bremerhaven - Unfassbare Leistung: Die Starbulls Rosenheim drehten die Partie gegen die Fishtown Pinguins im letzten Drittel und holten damit den vierten Sieg in Folge in Bremerhaven.

Die Starbulls gewinnen auch das vierte Spiel und haben das Punktemaximum von 12 Zählern auf dem Konto! Der Auswärtssieg in Bremerhaven ist hochverdient. Die Rosenheimer ließen sich auch durch einen unglücklichen 0:2-Rückstand im ersten Drittel - dem zweiten Gegentor ging eine unfaire Aktion der Gastgeber voraus, die Pfeife vom Referee blieb aber stumm - nicht aus der Ruhe bringen.

Im zweiten Drittel dominierten die Starbulls und erzielten den hochverdienten Ausgleich. Auch im letzten Spielabschnitt waren die Grün-Weißen das bessere Team und hatten die besseren Torchancen. Die Defensivleistung war mit wenigen Ausnahmen hervorragend. Bemerkenswert auch das gute Unterzahlspiel der Steer-Truppe, die ihrerseits heute keine einzige Überzahlsituation hatte.

Der Live-Ticker zum Nachlesen.

Vorbericht:

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Dies ist nicht nur ein zur Volksweisheit gewordener Vers des Dichters Matthias Claudius, sondern dies könnte auch durchaus das Motto der Starbulls Rosenheim an diesem Wochenende sein.

Bremerhaven steht auf dem Programm, genauer gesagt das Auswärtsspiel dort und damit die weitest mögliche Anreise, die es innerhalb der DEL2 für die Rosenheimer geben kann. Bremerhaven, das heißt Nordseeküste und das sind einfach rund 900 Kilometer, die es mit dem Bus zu bewältigen gilt. Diese "Strapaze" haben die Starbulls übrigens bereits wieder am Samstag bewältigt, um am heutigen Spieltag frisch und ausgeruht in die Partie gehen zu können.

Gesagt, getan! Bereits am Samstag morgen 6.30 Uhr hat sich der Starbulls-Tross auf den langen Weg gemacht, was nach dem Freitagsspiel eine kurze Nacht für die Spieler bedeutete, um dann abends gegen 18.00 Uhr in der Hafenstadt anzukommen, noch einmal eine Stunde lang auf dem Eis der Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz zu trainieren und dann, nach dem Willen von Franz Steer, pünktlich um 22.00 Uhr im Hotel die müden Glieder zu strecken. Das ist auf alle Fälle ganz was anderes wie beispielsweise ein Nachbarschaftsduell in Landshut oder Garmisch-Partenkirchen. Aber kein Grund zum Jammern, denn immerhin hat der Gastgeber im Grunde jedes Wochenende eine ähnlich lange Anfahrt zu bestreiten, denn die Fischtown Pinguins sind nun mal der Standort, der am weitesten abgelegen ist in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

Aber kommen wir zum Sportlichen: Was erwartet uns ab 17.00 Uhr an der "Waterkant"? Zumindest mal ein Spitzenspiel. Auch wenn die Tabelle zu diesem Zeitpunkt der Saison sicherlich noch kaum Aussagekraft hat, ist dies trotzdem das Aufeinandertreffen des Tabellenzweiten mit dem Tabellenfünften. Beide Teams wurden im Vorfeld der Saison als nahezu gleichstark eingeschätzt und beide Teams sind auch gut aus den Startlöchern gekommen.

Während die Starbulls bis dato noch ohne Verlustpunkt dastehen, kam Bremerhaven schon in das Vergnügen, die Aufstiegseuphorie der Roten Teufel aus Bad Nauheim kennen zu lernen. Dort verlor die Mannschaft von Trainer Mike Steward doch ein wenig überraschend mit 3:5, konnte jedoch ihr letztes Spiel auf fremdem Eis, im neuen Fuchsbau zu Weisswasser, klar und deutlich mit 4:1 für sich entscheiden. Bremerhaven verfügt wohl über die eingespielteste Mannschaft der Liga, in der es kaum Änderungen gegeben hat. Damit setzt Mike Steward auf Altbewährtes und dies ist auch durchaus nachvollziehbar. Nicht nur, das es ihm gelungen ist, aus einem (Fast-)Absteiger ein Team zu formen, das letzte Saison bis zuletzt um die vordersten Plätze mitgespielt hat, er hat auch den Kampfeswillen innerhalb seines Teams geweckt.

Dies gereichte seiner Mannschaft nicht immer nur zum Vorteil, denn Fischtown führte letzte Saison auch überlegen die Strafzeitenliste an und konnte diesen Wert im Viertelfinale gegen Ravensburg auch noch maßgeblich steigern. Dieses verlor man bekanntlich nach sieben hart geführten Partien und trotzdem wollte man in der Hafenstadt nicht so Recht unglücklich sein über das Saisonabschneiden. Zu groß war einfach die Diskrepanz gewesen im Auftritt ihrer Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr, als sich Bremerhaven fast kampflos in sein Schicksal ergeben hatte. Aber das sind Kamellen von gestern und der Blick ist ganz klar nach vorne gerichtet.

An der Weser pflegt man einen sehr offensiven Spielstil und hat auch die richtigen Spieler dafür. Marian Dejdar, Brendan Cook, Mark Kosick, Jan Kopecky, Björn Bombis oder Andrew McPherson stehen mit ihren Namen Pate für diese Ausrichtung. Grade die Reihe um Brendan Cook gilt als die wohl beste erste Sturmreihe der Liga und hat letzte Saison im Verbund mehr Punkte gesammelt als jede andere Linie der Liga. Außergewöhnlich ist auch das Überzahlspiel. Auch hier führte Bremerhaven die entsprechende Statistik überlegen an. Wenn man denn überhaupt eine Schwachstelle finden möchte, so ist dies sicherlich das eigene Penaltykilling, denn in dieser Kategorie waren die Norddeutschen allenfalls Ligadurchschnitt. Mit Brett Jaeger verfügen sie außerdem über einen guten Torhüter.

Fischtown gegen Starbulls Rosenheim, das bedeutet also auch das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Spielauffassungen. Zumindest die Spiele an der Weser waren fast immer eine sehr enge Angelegenheit, während die Auseinandersetzungen in Rosenheim allesamt von den Starbulls gewonnen werden konnten. "Good Offense meets good Defense" und schließlich wird wohl auch wieder das Duell der "Special Teams" im Mittelpunkt des Geschehens stehen.

Klar, die Starbulls strotzen momentan vor Selbstvertrauen und haben gezeigt das sie einen unbedingten Siegeswillen haben. Wie Franz Steer so schön zu sagen pflegt: "Wir fahren da sicherlich nicht zum Kaffeekränzchen hin, sondern wollen was holen." 

Olaf Lüeße

Rubriklistenbild: © eraffe.de

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