DEL2

Drei Shorthander und ein halbes Eigentor

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Kaufbeuren – Bei ihrem freitäglichen Gastspiel im Allgäu schlugen sich die Starbulls quasi selbst: Sie kassierten drei Gegentore bei eigener Überzahl und halfen auch beim vierten kräftig mit.

Letztlich unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler mit 2:4 (0:0, 1:2, 1:2) beim bis dato Tabellenletzten ESV Kaufbeuren und haben damit wichtige Punkte im Kampf um das Playoff-Heimrecht mehr oder minder verschenkt. Bei drei der vier Gegentreffer begingen die Innstädter eklatante Fehler und da in der Offensive Zielstrebigkeit und Genauigkeit nicht passten, mussten sie mit leeren Händen die Heimreise antreten. „Wenn du solche „Tickets“ an den Gegner verschenkst, brauchst du dich nicht zu wundern“, schimpfte Trainer Franz Steer nach dem Spiel.

Der Rosenheimer Übungsleiter hatte dabei einen guten Start seiner Mannschaft gesehen. Im ersten Abschnitt waren die Grün-Weißen klar die tonangebende Mannschaft. Über zwei, drei oder sogar vier Gegentore hätten sich die Kaufbeurer nicht beschweren dürfen, wenn es so gekommen wäre. Doch Tyler McNeely, Beppo Frank oder Max Hofbauer ließen selbst die hochkarätigsten Möglichkeiten aus. „Mit dem ersten Abschnitt war ich bis auf den Torabschluss sehr zufrieden. Das war richtig gutes Eishockey“, so Steer.

Das sollte sich nach der ersten Pause ändern. Die Allgäuer hatten sich nun wesentlich besser auf den Gegner eingestellt, nahmen in der neutralen Zone gut das Tempo aus den Rosenheimer Aktionen und gewannen auch viele Zweikämpfe. Dann kamen aus Sicht der Gäste auch noch Patzer und Pech hinzu. Beim ersten Gegentor vertändelten die Oberbayern in Überzahl im Angriffsdrittel die Scheibe, den folgenden Konter nutzten Alexander Thiel und Maury Edwards in Gemeinschaftsarbeit zur ESV-Führung, wobei der Puck letztlich fast in Zeitlupe über die Linie kullerte (30.). 113 Sekunden später kam es noch dicker, als Matti Näätänen – einer der besten Verteidiger der Liga – von der blauen Linie abzog und Frank mit seiner Schlägerschaufel quasi ein halbes Eigentor produzierte – 2:0 (33.). Das Ergebnis korrigierte McNeely in Minute 36, als er – ebenfalls in Unterzahl – einen tollen Alleingang startete, mehrere Verteidiger umkurvte und schließlich auch dem starken Keeper Johannes Wiedemann keine Abwehrmöglichkeit ließ.

Wer anschließend auf die Wende hoffte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Genau 33 Sekunden waren im letzten Abschnitt gespielt, als McNeely im Powerplay den Puck aus der Luft stoppen wollte. Thiel ging dazwischen, stürmte auf und davon und knallte die Scheibe exakt ins linke Kreuzeck – ein Traumtor, da passte kein Blatt mehr dazwischen (41.). „Shorthander“ Nummer drei mussten die Starbulls in Minute 47 hinnehmen, als sie nach einem verlorenen Bully jegliche taktische Disziplin vermissen ließen. Die folgende Zwei-auf-Eins-Situation ließ sich Thiel nicht entgehen und markierte seinen zweiten Treffer des Abends. Dass Dominic Auger 77 Sekunden vor dem Ende noch der zweite Starbulls-Treffer gelang, war am Ende nicht mehr als reine Ergebniskosmetik.

„Ab dem zweiten Drittel waren wir zu passiv. Zu den Gegentoren will ich mich gar nicht äußern. Fakt ist, dass deutliche Worte fallen und wir die richtigen Lehren aus dem heutigen Spiel ziehen werden“, erklärte Steer, während sein Kollege Uli Egen sehr zufrieden sein konnte: „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Das erste Drittel war nicht so gut, doch dann haben wir Rosenheim immer wieder gut abgelaufen und ihnen keinen Platz gegeben.“

Das Spiel in der Statistik:

ESV Kaufbeuren – Starbulls Rosenheim 4:2 (0:0, 2:1, 2:1)

Tore: 1:0 (30.) Maury Edwards (Alexander Thiel, Markku Tähtinen – Unterzahl-Tor), 2:0 (32.) Matti Näätänen (Konstantin Firsanov, Philipp de Paly), 2:1 (36.) Tyler McNeely (Shawn Weller, Michael Rohner – Unterzahl-Tor), 3:1 (41.) Alexander Thiel (ohne Assist – Unterzahl-Tor), 4:1 (47.) Alexander Thiel (Markku Tähtinen, Jakub Körner – Unterzahl-Tor), 4:2 (59.) Dominic Auger (Tyler McNeely, Shawn Weller – Überzahl-Tor).

Schiedsrichter: Bastian Haupt (Kempten).

Strafen: Kaufbeuren 14 – Rosenheim 22.

Zuschauer: 1.442.

redro24/mw

Rubriklistenbild: © A. Chuc

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