Der "Dienstags-Meister" ist entthront!

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Die Hürde Dresden war für Niko Senger und die Starbulls Rosenheim zu hoch.

Rosenheim - Mit einem Paukenschlag verabschiedeten sich die Starbulls in die Deutschland-Cup-Pause - doch die Pauke klang schrill und dissonant. **Komplettes Spiel auf VIDEO**

Im Vorjahr hatten Gottwald & Co. sieben von acht Dienstags-Punktspielen für sich entscheiden können (plus die diversen Pokalbegegnungen), diesmal aber setzte es in Dresden, wo man im ersten Zweitliga-Jahr noch alle sechs möglichen Punkt mitgenommen hatte, ein 1:6, und bei dieser zweithöchsten Rosenheimer Niederlage der Zweitliga-Neuzeit wurden Erinnerungen wach an den 30. September 2007, als die Starbulls in der Oberliga im "Elb-Florenz" gar mit 1:7 baden gegangen waren. Noch nie hatten sie in der laufenden Saison höher als mit drei Toren Differenz in Rückstand gelegen, und nun stand es dreizehneinhalb Minuten lang sogar 0:6!

Dabei hatten sich die Rosenheimer Spiele bisher stets durch dramatisch knappe Spielstände ausgezeichnet. Vor dem "Sachsen-Desaster" hatte es fast 80 Prozent der Spielzeit stets unentschieden gestanden oder ein Team war mit einem einzigen Törchen in Führung gelegen, und nur in rund einem Zwölftel der Zeit (8,79 Prozent) war die Tordifferenz höher als zwei.

Fabian Zick (links) und Joel Keussen bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit.

Da ist es nicht verwunderlich, dass in der ersten Hälfte des Spieles die Negativ-Rekorde nur so purzelten. Beispiele: Erstes Gegentor nach 14 Sekunden - Neuzeitrekord; vier Gegentreffer binnen 12:51 Minuten - Neuzeitrekord; sechs Tore innerhalb von 31:41 Minuten - Neuzeitrekord. Lediglich die Dreier - und Fünferpacks (7:19 bzw. 26:09 Minuten) waren im Vorjahr schon getoppt worden, nämlich in Heilbronn bzw. Ravensburg. Und Verteidiger Florian Iberer (ein Ösi in Dresden!) schaffte im ersten Drittel binnen 18:50 sogar einen klassischen Hattrick! Drei Tore gegen die Starbulls, das hatte im Vorjahr nur der jetzt in der Topliga KHL spielende Deutsch-Russe Alexej Dimitriev für die Hannover Indians zustande gebracht, dafür allerdings mit 20:23 etwas länger gebraucht und ein "Empty Net" ausgenutzt. Und sechs Gegentore (oder mehr) in Folge ohne die passende Antwort, das hatte es letzte Saison auch nur dreimal gegeben.

Ebenso wenig verwundert bei diesem Spielverlauf, dass Norm Maracle nach fünf Gegentreffern in knapp 27 Minuten genug hatte und erstmals seit dem 30. Januar dieses Jahres den Kasten seinem Backup überließ. Damals stand Timon Ewert im Tor, nun kam Beppi Mayer zu seinem ersten Punktspielstart für die Starbulls. Ein Gegentor in 33 Minuten liest sich sehr gut, allerdings hatten die Eislöwen da vielleicht auch schon ein wenig ihr Pulver verschossen. Mit 2139 Minuten in 36 Spielen hat Maracle seine eigene "IronMan-Serie" von 1539 Minuten überboten. Claus Dalpiaz kam in der Oberliga-Aufstiegssaison als dauerhaftester "Nicht-Maracle" auf 1329 Minuten ohne Auswechslung.

Was man als Positivum vermerken könnte: Das Rosenheimer Powerplay blieb auf Erfolgskurs; diesmal betrug die Ausbeute sogar 100 Prozent! Ein einziges Überzahlspiel bescherte Schiedsrichter Heffler dem Steer-Team, und dieses brauchte nur 39 Sekunden, um seine Chance zu nutzen. Noch in keinem Spiel seit dem Einzug in die Oberliga im Jahre 2004 hatten die Starbulls so wenig Überzahl-Gelegenheit gehabt, und nur selten war die Diskrepanz zwischen Über- und Unterzahl so groß wie diesmal, nämlich 10:24 Minuten zugunsten der Gastgeber. Am 7. Dezember 2010 mussten Steers Jungs in Ravensburg letztmals zwölf Minuten mehr Unter- als Überzahl überstehen, gewannen damals aber 4:3 in Overtime.

"Testspiel-Torjäger" Geordie Wudrick verabschiedet sich mit drei Toren und sechs Assists in 14 Spielen Richtung Heimat. Zum Vergleich: Im Vorjahr musste Konrad Reeder nach fünf Toren und sieben Vorlagen in 24 Matches gehen, und sein Nachfolger wurde ein gewisser Tommi Hannus. Die Geschichte darf sich durchaus wiederholen!

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

Das Spiel gegen die Dresdner Eislöwen vom 8.11.2011:

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