Eishockey-Herz, was willst du mehr?

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Landshuts Markus Hundhammer scheitert an Tormann Norm Maracle.

Rosenheim - Franz Steer brachte es in der Pressekonferenz nach dem Derby in der 2. Eishockey-Bundesliga auf den Punkt.

„Die Zuschauer haben alles gesehen, was Eishockey hergibt – was will man mehr."

So bilanzierte der Trainer der Starbulls Rosenheim, nachdem sein Team mit 4:3 nach Penaltyschießen gegen die Landshut Cannibals gewonnen hatte.

Starbulls gewinnen mit 4:3 nach Penalty-Schießen

Beide Teams lieferten sich einen harten, rassigen Kampf, schenkten sich nichts und begeisterten so das rappelvolle Rosenheimer Kathrein-Stadion, das zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft meldete. „Das war ein sehr gutes Spiel, beide Mannschaften haben läuferisch und kämpferisch auf hohem Niveau gespielt, rasant und aggressiv“, meinte Landshuts Trainer Tobias Abstreiter nach der Begegnung. Den meisten Zuschauern dürfte es nach dem Ende noch so gegangen sein wie Abstreiter, der selbst noch richtig aufgekratzt von der Partie war. Der Gäste-Trainer war letztlich „froh über den einen Punkt, denn nach einem 1:3-Rückstand musst du erst einmal so zurückkommen“.

Starbulls gegen Cannibals am 07.01.11

In der Tat: Sah es zur ersten Drittelpause noch nach einem Rosenheimer Sieg aus, so legten die Niederbayern dann kräftig zu und verdienten sich das Remis. Zunächst hatte Marius Möchel ein perfektes Comeback für die Starbulls gegeben – im ersten Spiel nach seiner Rückkehr von der U20-WM aus Nordamerika netzte der Angreifer eine Vorlage des bärenstarken Andi Paderhuber zur Führung ein. Der eiskalte Finne Tommi Hannus erhöhte wenige Minuten später auf 2:0, den Anschlusstreffer der Gäste durch den auffälligen Ty Morris beantwortete Verteidiger Tim Kunes mit dem 3:1, als er genau Maß genommen hatte. Mit dem Zwei-Tore-Rückstand waren die Gäste noch gut bedient, was auch Abstreiter zugab: „Bei ein, zwei Gegentoren mehr hätten wir uns auch nicht beschweren können.“

Ab Mitte der Partie kam dann aber Landshut auf, agierte druckvoll und hatte plötzlich seine Möglichkeiten: Markus Hundhammer scheiterte einmal am Pfosten, einen Alleingang parierte Norm Maracle mit stoischer Ruhe. Peter Abstreiter erzielte mit feiner Einzelleistung den Anschluss, während auf der anderen Seite ein fast einminütiges Fünf-gegen-Drei-Überzahlspiel ohne Starbulls-Treffer verstrich. „Wir spielen uns die Chancen ja heraus, nur bringen wir die Dinger momentan nicht rein“, meinte Steer zur derzeit verbesserungswürdigen Powerplay-Ausbeute seiner Mannen. Alleine Hannus zielte dreimal mit mächtigen Schüssen vorbei.

Das Spiel wurde immer intensiver, an den Banden, hinter und unmittelbar vor den Toren wurde kräftig gearbeitet – kleine Nickligkeiten und Provokationen blieben nicht aus, was aber für ein Derby normal ist. Die Härte uferte allerdings nicht aus, was an der Vernunft der Akteure, als auch am umsichtigen Schiedsrichter Stephan Bauer lag.

Die Rosenheimer Eishockeyfans konnten sich über einen Derbysieg freuen.

Mit einem Schlenzer in den Winkel schaffte Nicolas Dumoulin im letzten Drittel dann den Ausgleich für Landshut, das dann aber noch kräftig um den einen Zähler zittern musste: Stephen Werner scheiterte mit einem Alleingang an Goalie Sebastian Vogl, der Schuss von Beppo Frank aufs eigentlich schon verwaiste Landshuter Tor nach herrlicher Vorarbeit von Mitch Stephens wurde von einem Gäste-Verteidiger noch abgewehrt.

Es ging in die Verlängerung, in der Dominic Auger, Stephan Gottwald und Floppo Zeller bereits Riesenchancen für die Starbulls hatten, diese aber nicht verwerten konnten. So musste das Penaltyschießen entscheiden. Hier trafen alle drei Rosenheimer Schützen mit Hannus, Zeller und Stephens, während bei Landshut nur Hundhammer traf und Cody Thornton verschoss. Und so durften die begeisterten Starbulls-Fans letztlich lautstark „Derbysieger, Derbysieger“ skandieren.

Statistik: Starbulls Rosenheim – Landshut Cannibals 4:3 nach Penaltyschießen (3:1, 0:1, 0:1, 0:0, 1:0). Tore: 1:0 (8.) Möchel/Paderhuber, Schenkel, 2:0 (11.) Hannus/Werner, Gottwald, 2:1 (17.) Morris/Abstreiter, Thornton, 3:1 (19.) Kunes/Werner, Hannus, 3:2 (32.) Abstreiter/Welz, Toupal, 3:3 (45.) Dumoulin/Hundhammer, Penaltyschießen: 4:3 Zeller; Strafminuten: Rosenheim 12, Landshut 16; Schiedsrichter: Bauer; Zuschauer: 5900 (ausverkauft).

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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