„Wir haben nicht das gespielt, was wir können“

Starbulls holen einen Punkt in Deggendorf zum Start ins Mammutprogramm

Acht Tage lang hatten die Rosenheimer Eishockeyspieler vor dem Dreikönigstag überhaupt kein Spiel bestritten – um dann binnen sieben Tagen gleich viermal im Kampf um Oberliga-Punkte antreten zu müssen. Zum Auftakt dieses komprimierten Programms mussten sich die Starbulls nach einer wechselhaften Leistung mit Tiefen und Höhen am Mittwochabend beim Auswärtsspiel in Deggendorf mit einem Zähler begnügen. 5:5 lautete der Spielstand nach regulärer Spielzeit und auch nach den fünf zusätzlichen Verlängerungsminuten. Im „Shoot Out“ sicherte sich der Deggendorfer SC dann den Zusatzpunkt.

Rosenheim/Deggendorf - Dass die Rosenheimer Auswärtsaufgabe gegen den personell sehr gut aufgestellten Meisterschaftsfavoriten Deggendorfer SC, der nach Quarantäne-Pause einen erfolgreichen Re-Start mit einem 5:1-Erfolg am Sonntag gegen den SC Riessersee gefeiert hatte, alles andere als leicht werden würde, war keine Überraschung. Doch die Starbulls trugen ihren Teil dazu bei, dass Deggendorf zunächst die besseren Karten zu haben schien. „Wir haben unkonzentriert begonnen, was sich auch in der früher Strafzeit gegen uns wegen zu vielen Spielern auf dem Eis gezeigt hat. Erst nachdem wir 1:3 hinten lagen haben wir so angefangen Eishockey zu spielen, wie wir es uns eigentlich vorstellen“, sagte Starbulls-Cheftrainer John Sicinski nach der Partie.

Den Deggendorfer Führungstreffer – Nico Wolfgramm traf aus spitzem Winkel und ließ Rosenheims Torwart Andreas Mechel dabei unglücklich aussehen (10.) – konnten die Grün-Weißen schnell erfolgreich beantworten. Noch in der gleichen Spielminute staubte Tobias Meier zum 1:1 ab, nachdem Torwart Kristian Hufsky gegen Enrico Henriquez-Morales stark pariert hatte. Der erst am Montagabend aus Kanada zurückgekehrte U20-WM-Teilnehmer wirkte allen Reisestrapazen zum Trotz überraschend spritzig – was man vom Rosenheimer Gesamtauftritt in dieser Phase aber nicht sagen konnte.

Der Liveticker vom Spiel in Deggendorf zum Nachlesen (Plus-Artikel)

Deggendorf zeigte sich im Vergleich zu den Starbulls in den Zweikämpfen engagierter, im Stellungsspiel geschickter und im Überbrücken der neutralen Zone effektiver. Symptomatisch der erneute Deggendorfer Führungstreffer: Für Thomas Greilinger war es eine leichte Übung, den perfekten Pass durch die klaffende Lücke in der Rosenheimer Defensive zu spielen, Chase Schaber konnte schließlich ungestört abziehen und traf per Flachschuss platziert ins linke Eck (14.). Fast hätte Andrew Schembri in Unterzahl auf 3:1 erhöht (18.). Der dritte Deggendorfer Treffer fiel aber dann gleich zu Beginn des zweiten Drittels im Rahmen eines Powerplays. Greilinger war aus spitzem Winkel erfolgreich, Torwart Mechel machte die Ecke zu spät zu und drückte den Puck mit dem Arm selbst über die Torlinie (22.).

Danach kamen die Starbulls aber immer besser ins Spiel. Tobias Draxinger sorgte nach einem mit viel Übersicht gespielten Verlagerungspass von Michael Baindl aus halblinker Position für den Anschlusstreffer zum 3:2 (25.). In Überzahl scheiterte Baindl dann selbst bei einer Großchance am starken Deggendorfer Torwart. Doch just als sich Deggendorf gerade wieder komplettieren durfte fiel der verdiente Ausgleichstreffer zum 3:3. Tobias Meier setzte Kyle Gibbons in Szene und der ehemalige Deggendorfer zwirbelte das Spielgerät auf technisch hochwertige Art und Weise via Innenpfosten ins Gehäuse (29.). Es folgten gleich zwei Rosenheimer Großchancen zu einem Unterzahltreffer, doch Baindl scheiterte aus kurzer Distanz an Keeper Hufsky (30.), und als Dominik Daxlberger einen Alleingang abschloss blieb die Scheibe zwischen Pfosten und Kufe des Torwart-Schlittschuhs hängen (32.).

Das Auslassen der Rosenheimer Chancen bestraften die Gastgeber bei ihrer nächsten Überzahlsituation. Blitzsauber wanderte die Scheibe durch die Deggendorfer Powerplayformation, ehe sie Erik Gollenbeck im Slot direkt nahm und unhaltbar unter die Latte bugsierte (33.). Ebenfalls per Direktabnahme, allerdings aus deutlich größerer Distanz fast von der blauen Linie, gelang Henriquez-Morales nach Doppelpass mit Florian Krumpe der erneute Rosenheimer Ausgleichstreffer zum 4:4; die Scheibe schlug hoch im rechten Eck ein (37.).

Die Starbulls waren im zweiten Drittel das deutlich bessere und gefährlichere Team, das den gegnerischen Kasten mehr als doppelt so oft ins Visier nahm als dies der Deggendorfer SC tat. Der letzte Spielabschnitt gestaltete sich dagegen ausgeglichen. Beide Teams leisteten sich nun einige Scheibenverluste im Spielaufbau. Daraus schlugen zunächst die Starbulls Kapital. Nachdem ein Rosenheimer Powerplay erfolglos zu Ende gegangen war und der Gegner komplettiert einen Angriff aufbauen wollte, fing Daxlberger an der blauen Linie die Scheibe ab. Er bediente sofort den im Deggendorfer Drittel allein stehenden Tobias Meier, der Torwart Hufsky ausspielte und zum 4:5 einschob (46.).

Die erste Rosenheimer Führung an diesem Abend hielt aber nur eine Minute. Dann tankte sich Schembri durch die Rosenheimer Zone, scheiterte zunächst aus Nahdistanz an Torwart Mechel, spielte die Scheibe dann aber auf Verdacht erneut in den Rosenheimer Torraum. Von Torwart Mechel prallte der Puck direkt zu Erik Gollenbeck, der sie mühelos über die Linie drücken konnte – 5:5 (47.). Beide Teams hatten noch Möglichkeiten auf einen sechsten Treffer. Als Henriquez nach einem sehr schönen Rosenheimer Powerplayspielzug aus kurzer Distanz abzog, konnte Hufsky nicht mehr eingreifen, der Puck zischte aber knapp am Pfosten vorbei (49.). Später rettetet bei einem Abschluss von Baindl auch noch einmal das Toreisen für Deggendorf (52.).

Nach der torlosen Verlängerung gelang es im Penaltyschießen alleine dem Deggendorfer Chase Schaber, die Scheibe am Torwart vorbei und über die Torlinie zu bekommen. Röthke und Greilinger auf Seiten der Gastgeber sowie Curtis Leinweber, Enrico Henriquez-Morales und Tobias Meier auf Seiten der Starbulls blieben erfolglos.

„Das Unentschieden nach 60 Minuten geht insgesamt in Ordnung und ich bin froh, dass wir einen Punkt mitnehmen konnten“, sagte Rosenheims Headcoach John Sicinksi, der aber mit dem Gesamtauftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden war: „Wir haben nicht das gespielt, was wir können und wir haben viel zu einfache Gegentore zugelassen“.

Weiter geht es für die Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd am Freitagabend auf heimischen Eis gegen die Lindau Islanders (19:30 Uhr). Am Sonntag um 18 Uhr steht das Auswärtsspiel gegen den EV Füssen auf dem Spielplan. Am Dienstag empfangen die Grün-Weißen dann im ROFA-Stadion (19:30 Uhr) den Deggendorfer SC. rosenheim24.de berichtet von allen Spielen wie gewohnt im Liveticker.

Pressemitteilung Starbulls Rosenheim e.V. (M.H.)

Rubriklistenbild: © Peter Lion /. Starbulls Rosenheim

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