„Gurkentor“ war der Anfang vom Ende

+
  • schließen

Dresden – Gut, dass jetzt Länderspiel-Pause ist: Denn auch bei ihrem Auftritt in Dresden waren die Starbulls nicht vom Glück verfolgt und gingen letztlich leer aus.

Vor 1548 Zuschauern unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler unter dem Strich deutlich mit 1:4 (0:1, 0:0, 1:3) bei den Dresdner Eislöwen. Dabei wussten die erneut stark ersatzgeschwächten Starbulls (ohne Weller, Staal, Hanselko, Zick und Müller) kämpferisch durchaus zu überzeugen, doch es fehlten die spielerischen Optionen, um die durchaus vorhandenen „Angebote“ der Sachsen auszunützen. Außerdem ging in Überzahl kaum einmal etwas zusammen und mit zwei Unterzahl-Gegentoren besiegelten die Grün-Weißen ihre Pleite letztlich selbst.

Service:

In einem insgesamt ausgeglichenen Auftaktdrittel legten die Oberbayern den engagierteren Start hin, ehe die Gastgeber besser Fuß fassen konnten und sich leichte Feldvorteile erarbeiten konnten. Auch die Mehrzahl der Schüsse ging zunächst Richtung des Tores von Pasi Häkkinen, der bei seiner neuerlichen Rückkehr an alte Wirkungsstätte vom Publikum laustark gefeiert wurde. Doch auch Rosenheim hatte durch Robert Schopf und Leopold Tausch ansehnliche Möglichkeiten. 14 Sekunden vor der Sirene geriet die Steer-Truppe aber durch ein absolutes „Gurkentor“ in Rückstand: Tomi Pöllänen schaufelte die Scheibe irgendwie vors Tor, wo sein finnisches Pendant Sami Kaartinen mit dem Rücken zum Tor den Schläger ranbrachte. Der Puck hüpfte Richtung Tor und Häkkinen fiel mit selbigem über die Torlinie – 1:0 (20.).

Im Mittelabschnitt bekamen die Starbulls mit zwei frühen Dresdner Strafen eigentlich eine Steilvorlage zum Ausgleich serviert, die sie aber – trotz einer dicken Doppelchance für Max Hofbauer und Robin Weihager – nicht ausnützen konnten. Die Sachsen leisteten sich auch in der Folge immer wieder Schlampigkeiten und Strafen, aber den Innstädtern fehlte die spielerische Linie, um entscheidend daraus Kapital zu schlagen. Die beste Möglichkeit hatte Norman Hauner, der das Spielgerät nach einem Patzer von Keeper Kevin Nastiuk mit der Rückhand über das quasi leere Tor schaufelte. Kurz vor der zweiten Pause hätten es dann auch noch Benjamin Zientek und erneut Hofbauer richten können, doch sie scheiterten an Nastiuk bzw. an den eigenen Nerven. Insgesamt gesehen wäre der Ausgleich in dieser Phase mehr als verdient gewesen.

Nach dem Aufwärtstrend im Mitteldrittel hofften die Grün-Weißen natürlich in den letzten 20 Minuten auf die Wende. Zunächst überstanden sie eine Strafzeit unbeschadet, doch just in dem Moment, als Max Renner zurückkehrte, klingelte es zum zweiten Mal: Bruce Becker fuhr von der Seite auf Häkkinen zu, wartete lange, zwang den Torhüter damit zu einer Reaktion und schlenzte den Puck schließlich aus spitzem Winkel zum 2:0 in die Maschen (43.). Das gab den Eislöwen sichtlich Auftrieb: Carsten Gosdeck und Becker hatten weitere Chancen, ehe im Powerplay der Starbulls (!) die Vorentscheidung fiel: Nach einem katastrophalen Scheibenverlust von Hauner war Kaartinen auf und davon und ließ sich die Chance alleine vor Häkkinen nicht entgehen (50.).

An der Niederlage konnte auch der Treffer von Robin Weihager in der 53. Minute zum zwischenzeitlichen 3:1-Anschluss nichts mehr ändern, denn knapp zwei Minuten vor Schluss gewann Becker – wieder in Unterzahl – einen Zweikampf an der Bande und traf ins inzwischen verwaiste Starbulls-Gehäuse zum 4:1-Endstand (59.). Mit den Gegentoren Nummer sechs und sieben bei eigener Überzahl in dieser Saison war die Niederlage der Rosenheimer natürlich besiegelt und zeigt, dass die Länderspiel-Pause nun mehr als recht kommt.

Das Spiel in der Statistik:

Dresdner Eislöwen – Starbulls Rosenheim 4:1 (1:0, 0:0, 3:1)

  • Tore: 1:0 (20.) Sami Kaartinen (Tomi Pöllänen), 2:0 (43.) Bruce Becker (Marius Garten), 3:0 (50.) Sami Kaartinen (ohne Assist – Unterzahl-Tor), 3:1 (53.) Robin Weihager (Benjamin Zientek), 4:1 (59.) Bruce Becker (Henry Haase – Unterzahl-Tor, sechster Feldspieler, ENG).
  • Schiedsrichter: Mario Linnek (Berlin).
  • Strafen: Dresden 16 – Rosenheim 8.
  • Zuschauer: 1.548.

redro24/mw

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser